„Trennendes überwinden”: Feierstunde zum Tag der Deutschen Einheit in Ansbach | FLZ.de

foobarious
arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 04.10.2025 08:05

„Trennendes überwinden”: Feierstunde zum Tag der Deutschen Einheit in Ansbach

Die Wiedervereinigung Deutschlands bezeichnete OB Thomas Deffner bei der Feierstunde am 3. Oktober an der Riviera als „Geschenk der mutigen Bürger der DDR”. (Foto: Alexander Biernoth)
Die Wiedervereinigung Deutschlands bezeichnete OB Thomas Deffner bei der Feierstunde am 3. Oktober an der Riviera als „Geschenk der mutigen Bürger der DDR”. (Foto: Alexander Biernoth)
Die Wiedervereinigung Deutschlands bezeichnete OB Thomas Deffner bei der Feierstunde am 3. Oktober an der Riviera als „Geschenk der mutigen Bürger der DDR”. (Foto: Alexander Biernoth)

Mit einer Feierstunde am Stück der Berliner Mauer an der Riviera haben am Freitag zahlreiche Besucherinnen und Besucher gemeinsam mit Oberbürgermeister Thomas Deffner der deutschen Wiedervereinigung vor 35 Jahren gedacht.

Das Stadtoberhaupt rief dazu auf, „für unsere Freiheit, Demokratie, Frieden und Menschenrechte zu kämpfen, so wie es die Menschen in der DDR vor 35 Jahren taten“.

In seiner Ansprache blickte Deffner zurück auf die Etappen der Wiedervereinigung vom Fall der Mauer am 9. November 1989 über Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion am 1. Juli 1990 und der Unterzeichnung des Zwei-plus-vier-Vertrages“ am 12. September 1990 bis hin zur Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990. Die Einheit sei das Ende einer friedlichen Revolution gewesen, die Deffner als „ein Geschenk an uns Deutsche am Ende eines für Europa blutigen 20. Jahrhunderts“ bezeichnete. Zu verdanken sei dieses Geschenk den „mutigen Bürgern der DDR“.

Ein Stück Berliner Mauer für die Erinnerung

Das Stück Berliner Mauer, das an der Riviera in Ansbach steht, sei eine stete Erinnerung, „dass wir Trennendes zwischen Menschen überwinden müssen“. Angesichts des Erstarkens von extremistischen Parteien von links und rechts, so mahnte Deffner, und angesichts von Kriegen in der Ukraine und Gaza stelle sich die Aufgabe der inneren Einheit und der Resilienz Deutschlands ganz neu und dringend.

Er wies auch auf die populistischen und autoritären Regierungen in einigen Ländern Europas, aber auch in den USA hin. Die US-Regierung lasse ahnen, so Deffner, „dass die bald 250-jährige Geschichte dieser großen Nation, der Deutschland viel zu verdanken hat, in der Zukunft andere Wendungen nehmen könnte”.

Das könnte Sie auch interessieren
Wassertrüdinger CSU reflektiert Wahl: Weniger Sitze, aber weiter stärkste FraktionInsinger Gemeinderat startet: Ein Neuer wird gleich zweiter BürgermeisterPersonelle Neuausrichtung beim Bürgerbündnis Stadt und Land WassertrüdingenAbschied und Willkommen im Gemeinderat Ohrenbach: Fünf Neugewählte vereidigtGedenktafel an den Theologen Friedrich Dörr in Wolframs-Eschenbach enthülltBeim Dorfgemeinschaftshaus Oberscheckenbach hat der Feuerwehrteil PrioritätIn Wettringen werden fünf neue Mitglieder des Gemeinderates vereidigt„Fang mer ou”: Die neue Rathauschefin von Geslau legt mit einem Mundartsatz losVier Stunden lang vereidigt und diskutiert: Das ist der neue Uffenheimer StadtratDer neue Neustädter Kreistag gibt seinen Ausschüssen mehr MachtGroße Verabschiedungsfeier für Bürgermeister Karl Fickel in GerolfingenMitteilung statt Beschluss: Keine Abstimmung über Bauantrag für Roßmühlen-ProjektVerabschiedung von Rothenburger Stadträten: 282 Jahre ErfahrungViel Applaus und Standing Ovations für ehemalige Stadtratsmitglieder in RothenburgThomas Härpfer vom Stellvertreter-Posten in Leutershausen verabschiedet

Vor 35 Jahren seien die kommunistischen Regime in Osteuropa am Ende gewesen und die Menschen wähnten sich am Beginn einer neuen Epoche. Viele hätten an eine friedliche und demokratische Zukunft geglaubt. Aber, so Thomas Deffner, derzeit würden Terrorismus, imperiale Landnahmen und die Angst vor einem großen Krieg mitten in Europa zunehmen.

Wieder mehr gegenseitig zuhören

Mit Blick auf diese schwierigen Herausforderungen appellierte er, die Gemeinsamkeiten in den Fokus zu nehmen und sich wieder mehr gegenseitig zuzuhören. Er bat auch, trotz mancher Unzulänglichkeiten mancher staatlichen Institutionen sich immer wieder bewusst zu machen, dass „es uns in Deutschland weiterhin sehr, sehr gutgeht, gerade im Vergleich mit anderen europäischen Staaten“.

Der Oberbürgermeister wies am Ende auf den „Internationalen Tag des Lächelns“ hin, der am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, auch gefeiert werde. Ein Lächeln kenne keine Grenzen, keine Dialekte und keine Unterschiede, so Deffner, und sei das einfachste Zeichen von Menschlichkeit. Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde von dem Ensemble „Onoldia Brass“ unter Leitung von Ernst Berendes.


Von ALEXANDER BIERNOTH
north