Treffpunkte und Nahversorger: Dorfläden sind ein Trend im Landkreis Ansbach | FLZ.de

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Veröffentlicht am 30.08.2025 09:00

Treffpunkte und Nahversorger: Dorfläden sind ein Trend im Landkreis Ansbach

Der Dorfladen von Neusitz mit Café. (Foto: Mathias Neigenfind)
Der Dorfladen von Neusitz mit Café. (Foto: Mathias Neigenfind)
Der Dorfladen von Neusitz mit Café. (Foto: Mathias Neigenfind)

Dorfläden steigern den Zusammenhalt in einem Ort. Besonders für ältere Menschen sind sie wichtig, um weiterhin unabhängig zu bleiben. Rund 40 Akteure aus dem Landkreis Ansbach haben sich in Neusitz ausgetauscht, um das Netzwerk der Dorfläden weiterzuentwickeln.

In Neusitz bei Rothenburg kam bereits 2014 die erste Idee für einen Dorfladen auf. Ein Arbeitskreis begann mit den Planungen, aber es sollte noch bis 2020 dauern, bis es endlich losging. „Anfangs gab es auch Skepsis, ob man einen eigenen Dorfladen in der unmittelbaren Nähe zu Rothenburg überhaupt benötigt“, erinnert sich Florian Meyer, zweiter Bürgermeister von Neusitz.

Seit zwei Jahren ist der eigenen Dorfladen nun in Betrieb. Die Gemeinde baute das alte TÜV-Gebäude entsprechend um, und über eine Unternehmergesellschaft wird der Laden betrieben. Nach dem Genossenschaftsmodell konnten die Bürger auch Anteile erwerben, die Mindesteinlage liegt bei 300 Euro. 130 Leute sind nun Gesellschafter.

Flucht aus der Einsamkeit

Doch der Dorfladen ist viel mehr. Seit die letzte Wirtschaft zugemacht hat, ist es auch ein wichtiger Treffpunkt für die Dorfgemeinschaft, schon allein, weil es nicht so anonym zugeht wie bei großen Märkten in der Stadt. Gerade ältere Menschen nutzen das dazugehörige Café, um der Einsamkeit zu entfliehen, Arbeitende aus dem nahe gelegenen Industriegebiet kaufen sich hier nicht nur etwas zu Essen – sie verbringen gleich ihre Mittagspause hier.

Ergänzt wird das Sortiment mit Sonderposten, etwas bei den Schreibartikeln zum Schulstart. In der Anfangszeit wurde das Sortiment auf die Kunden angepasst, so hat sich gezeigt, dass Tierbedarf in Neusitz nicht geht. Ansonsten gibt es eigentlich alles, nur nicht in der breiten Vielfalt.

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Professionalisierung bei der Preisgestaltung

Sieben Dorfläden gibt es schon im Landkreis Ansbach. Bei allen ist immer wieder der Preis der Produkte ein Thema bei den Kunden, obwohl die Dorfläden nicht teurer sind als ein normaler Supermarkt.

Wolfgang Gröll, Berater für den Bundesverband der Bürger- und Dorfläden, wirbt dafür, bei der Preisgestaltung genauso professionell vorzugehen wie die Konzerne. „Ein Discounter hat in seiner letzten Werbeaktion die größte Preissenkung aller Zeiten angekündigt“, erzählt Gröll in seinem Impulsvortrag. „Der Norddeutsche Rundfunk hat die Preise überprüft und festgestellt, dass die Preise im Durchschnitt aber um vier Prozent teurer geworden sind.“ Wichtig ist eine genaue und regelmäßige Preisgestaltung. Die Großen machen es vor: Es gibt einige wichtige Signalprodukte, die preissensibel sind, und von denen die Kunden auf alle Preise schließen.

Wichtig sei auch ein regionales Angebot. In diesem Segment steigt die Nachfrage, und diese Produkte seien nicht so preissensibel wie beispielsweise Butter oder Zucker.

24/7 in Bruckberg

In Bruckberg gibt es gar einen Hybrid-Dorfladen, dass heißt, nach den Öffnungszeiten können Kunden mit einer Kundenkarte rund um die Uhr selbst einkaufen. Sie haben Zutritt zum Laden, entnehmen, was sie benötigen, und zahlen mit EC-Karte. „Dank eines Zugangssystems gibt es nicht mehr Diebstähle als in anderen Läden“, erklärt Regionalleiterin Regina Klein von ENSO eCommerce, die den Laden in Bruckberg betreibt. Das Bremer Unternehmen hat mit Internethandel begonnen, inzwischen betreibt es 75 Dorfläden in ganz Deutschland. „Vor allem Schichtarbeiter schätzen die Einkaufsmöglichkeit nach den normalen Öffnungszeiten“, so Klein.

Mehr als ein Laden

Für Regionalmanagerin Andrea Denzinger vom Landkreis Ansbach ist die Nahversorgung ein wichtiges Thema der Zukunft. Neben den Dorfläden gibt es auch Metzgereien und Bäckereien mit einem erweiterten Angebot. Neben den Arbeitsplätzen bieten diese Läden Sicherheit für ältere Menschen, denn sie können ohne Auto selbst einkaufen und sind nicht auf Andere angewiesen. Die meisten Geschäfte haben ein Café und sind zudem Treffpunkt für die Dorfgemeinschaft.

Außerdem werden die Dorfläden auch gezielt bei Touristen beworben, da sie regionale Spezialitäten anbieten.

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