Teure Sanierung: Stadtwerke Dinkelsbühl peilen Bundesförderung für Hallenbad an | FLZ.de

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Veröffentlicht am 07.12.2025 14:00

Teure Sanierung: Stadtwerke Dinkelsbühl peilen Bundesförderung für Hallenbad an

Außen hui, innen pfui? Das Dinkelsbühler Hallenbad steht von außen betrachtet optisch gut da. Weil die letzte Sanierung schon fast 30 Jahre her ist, kommt die technische Ausstattung aber langsam an ihr Lebensende, wie Andreas Karl, der technische Leiter der Stadtwerke, erklärt. (Foto: Martina Haas)
Außen hui, innen pfui? Das Dinkelsbühler Hallenbad steht von außen betrachtet optisch gut da. Weil die letzte Sanierung schon fast 30 Jahre her ist, kommt die technische Ausstattung aber langsam an ihr Lebensende, wie Andreas Karl, der technische Leiter der Stadtwerke, erklärt. (Foto: Martina Haas)
Außen hui, innen pfui? Das Dinkelsbühler Hallenbad steht von außen betrachtet optisch gut da. Weil die letzte Sanierung schon fast 30 Jahre her ist, kommt die technische Ausstattung aber langsam an ihr Lebensende, wie Andreas Karl, der technische Leiter der Stadtwerke, erklärt. (Foto: Martina Haas)

Andreas Karl, der technische Leiter der Dinkelsbühler Stadtwerke, wollte mit dem Thema Hallenbadsanierung bis nach der Kommunalwahl warten. Eigentlich. Weil es aber ein verlockendes Förderprogramm des Bundes gibt, hat es die Freizeiteinrichtung jetzt doch auf die Tagesordnung des Stadtrates geschafft.

Von außen betrachtet, steht das Hallenbad am Kinderloreweg gut da. Die Gästezahlen passen, was aber auch an der Saunalandschaft liegt. Was man von außen nicht sieht: Die Einrichtung hat wohl einen „nicht unerheblichen Sanierungsbedarf”, wie sich Karl im Rat ausdrückte. Schließlich sei die letzte Sanierung 1998 bald 30 Jahre her. „Das Bad geht technisch seinem Ende entgegen”, verdeutlichte er dem Gremium.

Und wenn nicht saniert werden würde? „Die Alternative wäre, sich vom Hallenbad zu verabschieden”, meinte Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer.

Handlungsbedarf besteht in vielen Bereichen

Die Liste, die Karl nannte, war lang: Handlungsbedarf bestehe am Becken, bei den Umkleiden, beim Eingangsbereich, der noch etwas barrierefreier gestaltet werden könnte, und beim Kinderbereich, der derzeit ziemlich schwach ausgeprägt sei. Das Bad solle allen Altersgruppen gerecht werden, meinte der Werkeleiter. Es habe außerdem eine überregionale Bedeutung, nachdem auch Schulen aus der Region und Baden-Württemberg zum Schwimmunterricht nach Dinkelsbühl kämen.

Vor rund fünf Jahren stand das Thema schon einmal auf der Tagesordnung. Damals war von einer Investition in Höhe von rund zwölf Millionen Euro netto die Rede. Aktuell gehen die Stadtwerke von einem finanziellen Aufwand von 16,8 Millionen Euro aus. Und weil der Bundestag das Programm „Sanierung kommunaler Sportstätten 2025/26” aufgelegt hat, will man nun zuschlagen.

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Die Förderquote liegt bei 45 Prozent

Förderziele des Programms sind im Wesentlichen die regionale und überregionale Bedeutung, der gesellschaftliche Zusammenhalt, soziale Integration, Nachhaltigkeit und Barrierefreiheit. Gefördert wird auch die umfassende bauliche Sanierung und Modernisierung von Hallenbädern und zwar in Form einer Festbetragsfinanzierung. Die Förderquote liegt bei 45 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten.

Bei einer „bestätigten Haushaltnotlage durch das Landratsamt Ansbach sogar bei 75 Prozent”, wie aus der Sitzungsvorlage hervorgeht. In diesem Fall müsste die Behörde allerdings bestätigten, dass sich die Stadt Dinkelsbühl in einer finanziell kritischen Situation befinde, in der sie ihre laufenden Ausgaben langfristig nicht mehr durch eigene Einnahmen decken könnte.

Nicht mehr als acht Millionen Euro

Für das Förderprogramm gibt es zudem eine Deckelung: Mehr als acht Millionen Euro gibt es nicht für ein Projekt. Sollte Dinkelsbühl also zum Zuge kommen, bliebe möglicherweise ein Eigenanteil von knapp neun Millionen Euro.

Das Ganze muss jetzt schnell gehen, um bei dem Förderungsverfahren zum Zuge zu kommen. In der ersten Phase müssen interessierte Kommunen eine Projektskizze mit dem Beschluss des Stadtrats, die Teilnahme an dem Projektaufruf zu billigen, bis zum 15. Januar einreichen. Damit verbunden ist die Bestätigung der Gesamtfinanzierung des Projektes seitens des Antragstellers. Die Stadt Dinkelsbühl sieht sich da im Vorteil.

Eine Studie liegt in der Schublade

Denn: Bereits vor einigen Jahren war die Firma „Plafog” mit einer Studie zu unterschiedlichen Sanierungsvarianten für das Dinkelsbühler Hallenbad und einer Erweiterung beauftragt worden. Diese Studie liegt seit einiger Zeit in einer Schublade der Stadtwerke und wurde im März auf den aktuellen Kostenstand gebracht.

Darin ist die Rede, das derzeitige Hallenbad, das vorwiegend als reine Schwimmhalle dient, zu einem modernen Mehrgenerationenbad mit besonderer überregionaler Bedeutung auszubauen. Die vorliegende Planung sieht ein Kinderbecken und einen neuen Eingangsbereich vor. Auch die Anpassung energetischer Vorgaben steht im Vordergrund.

Die Euphorie wieder gedämpft

Stadtrat Manfred Scholl (CSU) begrüßte es, dass die Stadt bei diesem Projektaufruf ihren Hut in den Ring werfen will, dämpfte die Euphorie aber: „Man darf sich nicht zu viele Hoffnungen machen. Das Programm ist maßlos überzeichnet.” Andreas Schirrle (DGG) merkte an, dass seine Fraktion die Idee gut finde: „Die Chance muss man schon nutzen.” Aber auch ohne diesen möglichen Zuschuss müsse die Stadt die Hallenbadsanierung zeitnah angehen.

Auch die Wählergruppe Land (WGL) begrüße den Vorstoß, versicherte Stadtrat Wilfried Lehr. Er wollte aber auch wissen, ob für den Projektaufruf auch Sportstätten infrage kämen. „Wie sieht es mit der Dreifachturnhalle aus?”, wollte er von OB Hammer wissen. Der Rathauschef antwortete, dass man mit der Sportstätte „in den kommenden zwölf bis 14 Jahren im sicheren Bereich sei”, wie neue Untersuchungen ergeben hätten. Es sei „unsinnig, etwas wegzutun, was noch hält”. Seit rund einem Jahrzehnt wird regelmäßig in den Haushaltsberatungen über die Zukunft der Dreifachturnhalle debattiert. Die Rede war sogar schon von einem Neubau.

Der Stadtrat stimmte der Teilnahme am Projektaufruf für das Sportstätten-Förderprogramm des Bundes jedenfalls einstimmig zu. Die Verwaltung hat nun den Auftrag, die Unterlagen für die erste Phase des Auswahlverfahrens fristgerecht einzureichen. Der Haushaltsausschuss des Bundestags wird sich dann mit den eingereichten Projekten befassen. Anschließend werden alle ausgewählten Kommunen informiert und erhalten eine Aufforderung, einen Zuwendungsantrag zu stellen.

Sanierung kommunaler Sportstätten

Bei der Planung ist der Bund im Boot

Mit dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ werden mehrjährige investive Projekte der Kommunen für Sportstätten mit besonderer regionaler oder überregionaler Bedeutung gefördert. Die für den Projektaufruf 2025/2026 zur Verfügung stehenden Bundesmittel in Höhe von 333 Millionen Euro sind im Wirtschaftsplan des Sondervermögens „Infrastruktur und Klimaneutralität” veranschlagt.
Die Auswahl der zu fördernden Projekte erfolgt nach der ersten Phase, dem Interessenbekundungsverfahren, durch den Haushaltsausschuss des Bundestags. Anschließend werden alle ausgewählten Kommunen informiert und erhalten eine Aufforderung, einen Zuwendungsantrag zu stellen. Damit kann laut Projektaufruf auf der Internetseite des Bundesamtes für Bau-, Stadt- und Raumforschung Ende Februar gerechnet werden.
Für die Beantragung der Förderung und Begleitung des Vorhabens muss bei Sanierungsmaßnahmen an Gebäuden sowie bei Ersatzneubauten eine anerkannte Energieeffizienz-Expertin oder ein Experte aus der Energieeffizienz-Expertenliste für Förderprogramme des Bundes beteiligt werden. Sofern die vorgesehenen Zuwendungen von Bund und Ländern für eine Maßnahme zusammen mindestens sechs Millionen Euro betragen, ist die fachlich zuständige technische Bundesbauverwaltung zu beteiligen.

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