Teichwirte schlagen Alarm: Werden in Franken die Karpfen knapp? | FLZ.de

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Veröffentlicht am 26.03.2024 08:32

Teichwirte schlagen Alarm: Werden in Franken die Karpfen knapp?

Für das Osterfest 2024 sollen noch genügend Karpfen zum Verzehr vorhanden sein, doch schon 2025 könnte die Nachfrage das Angebot übersteigen. (Archivfoto: Christa Frühwald)
Für das Osterfest 2024 sollen noch genügend Karpfen zum Verzehr vorhanden sein, doch schon 2025 könnte die Nachfrage das Angebot übersteigen. (Archivfoto: Christa Frühwald)
Für das Osterfest 2024 sollen noch genügend Karpfen zum Verzehr vorhanden sein, doch schon 2025 könnte die Nachfrage das Angebot übersteigen. (Archivfoto: Christa Frühwald)

Bei der Mitgliederversammlung der Teichgenossenschaft Landkreis Ansbach gab es die gute Nachricht, dass für Ostern genügend Fische in Gasthäusern und bei Selbstvermarktern vorhanden sind. Jedoch: Für die weitere Zukunft sieht es nicht so rosig aus.

Es fehlt nämlich an Satzfischen für die jetzt im Frühjahr anstehende Besetzung der Teiche. Auch überregional sei am Satzfischmarkt nichts zu bekommen. Wer nicht rechtzeitig bestellt hat, dürfte leer ausgehen, hieß es bei der von Landrat Dr. Jürgen Ludwig, der auch Vorsitzender der Teichgenossenschaft ist, geleiteten Veranstaltung.

Auch wurden die sich weiter verschlechternden wirtschaftlichen Aussichten durch Schädlinge in der Teichwirtschaft – Biber, Kormorane, Gänsesäger und Fischotter – genannt. Dazu kämen steigende Einflüsse durch „überzogene Naturschutzvorstellungen von Behörden sowie Natur- und Tierschutzverbänden“, wurde in einer Erklärung der Geschäftsführung mit Susanne Goßler und dem zweiten Vorsitzenden Harald Siller beklagt.

Karpfenernte unter dem Durchschnitt

Die Teichwirte sähen sich in ihrer Tätigkeit immer mehr eingeschränkt, ein Ende der Einflussnahme sei nicht abzusehen. Dies sei auch ein Grund für den steten Rückgang der Mitgliederzahlen.

Schon im Vorjahr sei das Angebot an Satzfischen nicht ausreichend gewesen, sodass die Ernte bei den Speisekarpfen unterdurchschnittlich ausfiel. Wegen der Verluste durch Kormorane und andere Schädlinge werde es auch zu keinem größeren Angebot kommen, weil kaum mehr Teichwirte bereit seien, in die Satzfischerzeugung einzusteigen, fürchtete Harald Siller.

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Weiter wurde berichtet, dass genügend heimische Forellen vorhanden seien und von den Erzeugern ohne Schwierigkeiten auf dem Markt platziert werden könnten. Möglichkeiten einer Produktionsausweitung seien durch knappe Frischwassermengen und die Erschwernisse beim Ausleiten aus vorhandenen Gewässern durch die Wasserrahmenrichtlinie stark eingeschränkt. Im Handel würden deswegen große Mengen an türkischen Forellen als Tiefkühl-Ware angeboten, um die Nachfrage nach Süßwasserfischen zu befriedigen.

Regen verlagert sich in den Winter

Auf die Folgen veränderter Niederschläge infolge der Klimaänderungen und wie die Folgen abgemildert werden können, ging der Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Ansbach, Thomas Keller, ein. Nach seinen Angaben liefern die Niederschlagsstatistiken eindeutige Ergebnisse: Die Regenmengen verlagern sich mehr in den Winter und im Sommer nehmen die Trocken- und Hitzephasen zu. Zudem komme es zu lokal begrenzten Starkniederschlägen.

Um überschüssiges Wasser vom Winter in den Sommer zu bringen, schlug Keller unter anderem neben der Nutzung von aufgelassenen Teichkläranlagen und von stillgelegten Güllegruben auch eventuell höhere Stauhöhen und eine Vergrößerung von Teichen vor.

Mehr Bewuchs an fließenden Gewässern

Laut Keller müsse auch hinsichtlich fließender Gewässer ein neues Bewusstsein geschaffen werden. Weil in Flüssen und Bächen, die nicht beschattet sind, die Wassertemperatur um bis zu acht Grad ansteigt, müsse unbedingt für Bewuchs gesorgt werden. Dies auch deshalb, weil bei zu hohen Temperaturen wichtige Kleinlebewesen in Gewässern nicht überleben könnten.

In der Diskussion kam dann die Forderung und Kritik auf, dass Naturschutz- und Umweltbehörden zu sehr den Schutz der Biber sehen und andere Aspekte der biologischen Vielfalt nicht genügend berücksichtigen würden, wenn Pappeln und Weiden an den Flüssen von Bibern gefällt werden. Diesem Argument schloss sich auch Landrat Ludwig an.


Von Fritz Arnold
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