Tagung in Triesdorf: Deutsche essen weniger Schweinefleisch | FLZ.de

foobarious
arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 24.10.2023 17:19

Tagung in Triesdorf: Deutsche essen weniger Schweinefleisch

Diese Schweine haben sogar einen Bach zur Abkühlung in ihrem Gehege. Das ist aber nicht überall so, wie sich auf dem Schweinegesundheitstag in Triesdorf herausstellte. (Foto: Fritz Arnold)
Diese Schweine haben sogar einen Bach zur Abkühlung in ihrem Gehege. Das ist aber nicht überall so, wie sich auf dem Schweinegesundheitstag in Triesdorf herausstellte. (Foto: Fritz Arnold)
Diese Schweine haben sogar einen Bach zur Abkühlung in ihrem Gehege. Das ist aber nicht überall so, wie sich auf dem Schweinegesundheitstag in Triesdorf herausstellte. (Foto: Fritz Arnold)

Die Abteilung Tierhaltung mit Tierhaltungsschule und das Tierärzte Team Tiefenbach luden zum zweiten Schweinegesundheitstag in Triesdorf (Landkreis Ansbach) ein. Dort ging es unter anderem um Zahlen zur Branche. Es wurde deutlich: Deutschland liegt nicht im weltweiten Trend.

Innerhalb von zehn Jahren hat der Konsum von Schweinefleisch in Deutschland um ein Viertel auf 29 Kilogramm pro Kopf abgenommen. Die Zahl der Schweinehalter in Mittelfranken sank sogar um über 60 Prozent.

Im Gegensatz zu diesem dramatischen Rückgang nimmt weltweit die Schweinehaltung deutlich zu. Innerhalb der EU hat vor allem Spanien die Schweinehaltung gesteigert: um fast 30 Prozent auf nun über 34 Millionen Tiere.

Nach Ansicht vieler Fachleute, die sich beim Schweinegesundheitstag in Triesdorf trafen, ist diese Entwicklung noch nicht zu Ende. Als Ursache werden Bau-, Emissions- und Tierschutzvorschriften genannt, die es in dieser Form in anderen Ländern nicht gibt.

So berichtete Dr. Stephan Kruse vom deutsch-niederländischen Nahrungsmittelunternehmen Vion, dass der Schweinefleischverzehr in Deutschland von Januar bis August dieses Jahres noch einmal um 6,4 Prozent abgenommen hat.

Das könnte Sie auch interessieren
In Triesdorf zeigen junge Bäuerinnen und Bauern, wie man eine Kuh richtig melktGroßes Hoffest bei Oberdachstetten: Rund 2000 Interessierte kamen nach MöckenauFass ausgeschüttet: Unbekannte verschmutzen in Schopfloch einen Bach mit HeizölLetztes Jahr im Amt: Renate Ixmeier zieht sich bald als Kreisbäuerin zurückÜber 60 Karpfen bei Lehrberg verendet: Kam Gülle in den Teich?Schwankende Rapspreise sorgen für Unsicherheit in der LandwirtschaftMomente, die im Herzen bleiben: Neue Weinprinzessin in Ippesheim gekröntÜberraschende Attacke beim Fahrradfahren: Hund springt aus Traktor und beißt zu„Ist unsere Demokratie gefährdet?”: So war der Landfrauentag 2026 in AnsbachUnfall bei Baumfällarbeiten: 19-Jährige bei Wassertrüdingen verletztDachsbacher Kultrind Frodo teilt mit seiner Herzensdame Esmeralda ein SchicksalLichtmesstag in Triesdorf: Wie fahren und arbeiten die Schlepper der Zukunft?Hermine als Star der Grünen Woche: Kuh aus Oberhöchstädt beeindruckt in BerlinStudycheck Awards: Hochschule Weihenstephan-Triesdorf ist unter den Top 10Bayerische Jungbauernschaft Mittelfranken will die Zukunft mitgestalten

In seinem Fazit sagte Kruse, dass der europäisch geprägte Markt auf eine sinkende Nachfrage stößt. Der Lebensmitteleinzelhandel stehe vor dem Problem, dass Schweinefleisch aus höheren Haltungsstufen derzeit nicht zu den vereinbarten höheren Preisen absetzbar sei, sondern nur über niedrigere Sonderpreise. Trotzdem gehen Prognosen dahin, dass Fleisch aus höheren Haltungsformen an Bedeutung zunehmen werde.

Weltweit liegt China mit einer Erzeugung von 52,8 Millionen Tonnen Schweinefleisch einsam an der Spitze der Weltproduktion von insgesamt 111 Millionen Tonnen. China forciert die Schweinehaltung mit dem Bau neuer Schweinehochhäuser, in denen die Sauen nur an vier Stunden im Monat aus ihren Kastenständen heraus dürfen. So soll der Inlandsbedarf gedeckt werden, denn in China ist der Verbrauch mit 53,6 Millionen Tonnen höher als die Erzeugung. Auch Japan und Korea müssen viel Schweinefleisch einführen.

An zweiter Stelle weltweit hinter China in der Schweinefleischerzeugung ist die EU mit 22,6 Millionen Tonnen. Es folgen die USA mit 12,4 Millionen Tonnen und Brasilien mit 4,4 Millionen Tonnen.

Immer neue Bauvorschriften

Friedrich Steinacker, der fachliche Leiter des Bereichs Schweinehaltung am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Ansbach, fragt sich, wer sich darauf einlassen wird, bei immer neuen Bauvorschriften hinsichtlich des Tierwohls noch neue Ställe zu bauen.

Er bezweifelt auch, dass sich Landwirte durch Zuschüsse dazu locken lassen. Denn inzwischen sei ein neues Haltungskennzeichengesetz für die Schweinemast verabschiedet, das ab August 2024 für Mastbetriebe und ab August 2025 für den Lebensmitteleinzelhandel gelten soll. Bei allen Debatten um höhere Baukosten spreche auch keiner von dem höheren Arbeitsaufwand, der in Ställen mit Stroheinstreu, Auslauf, Außenklima und dergleichen anfällt, sagte Steinacker.


Von Fritz Arnold
north