Damit hat Sven Waidmann ebenso wenig gerechnet wie die Landliste: Seine Nominierung als Bürgermeister-Kandidat erfolgte am Donnerstag Abend ohne Gegenstimme.
In der vorangegangenen Woche war der 39-Jährige bereits vom Bechhöfer CSU-Ortsverband einstimmig nominiert worden. Damals waren 29 Stimmberechtigte CSU-Mitglieder anwesend. Diese Zahl toppte die Gruppierung Landliste mit 40 Stimmberechtigten jetzt. Abstimmen durften im Voggendorfer Gemeinschaftshaus alle volljährigen Bechhöferinnen und Bechhöfer mit Erstwohnsitz, die sich an der Nominierungsversammlung der CSU noch nicht beteiligt hatten.
Weil die Landliste aber keine Partei ist, bei der mit der Gefolgschaft der Mitglieder gerechnet werden kann, sondern ein so genannter offener Wahlvorschlagsträger, ist so eine Nominierungsversammlung mit einem gewissen Risiko behaftet. Noch dazu war die Veranstaltung am Donnerstag Abend eine Premiere für die Gruppierung: „Die Landliste hat noch nie einen Kandidaten für das Bürgermeisteramt in Bechhofen nominiert“, merkte Sprecher und Gemeinderat Florian Weinmann an.
Das sollte auch eine Solidaritätsbekundung für den CSU-Ortsverband sein, der die Landliste stets unterstützt habe. „Die CSU sieht uns als gleichberechtigten Partner“, betonte Weinmann.
Auch der zu nominierende Sven Waidmann freute sich über das „übervolle“ Gemeinschaftshaus in Voggendorf. Dass die Landliste, die ja offen für alle Bürgerinnen und Bürger sei, die Nominierung durchziehe, sei nicht selbstverständlich. Waidmann wertete dies als „basisdemokratisches Zeichen auf der kommunalpolitischen Ebene.“
In seiner Vorstellung richtete er neben seinem persönlichen Werdegang, seinen Idealen und Zielen für die Marktgemeinde Bechhofen sein Augenmerk besonders auf die Ortsteile. Er selbst habe beide Perspektiven, meinte der Kandidat: Im Kernort aufgewachsen und integriert, lebe er mittlerweile mit seiner Familie im Bechhöfer Ortsteil Weidendorf. Er wolle als Brückenbauer fungieren.
Wie eine Woche zuvor nannte er die wichtigsten Punkte, die er im Falle seiner Wahl anpacken will. Unter anderem stehe er für die Daseinsfürsorge im Alter, damit auch Seniorinnen und Senioren im Ort bleiben könnten.
Wichtig in diesem Zusammenhang sei das Thema Mobilität. Eine Möglichkeit wäre ein ehrenamtlich chauffierter Bürgerbus, wie er in anderen Kommunen bereits im Einsatz sei.
Die Bechhöfer Vereine bezeichnete Waidmann als „Träger des kulturellen Lebens“. Auch die Rettungsorganisationen müssten gestärkt werden, und da meine er auch die Feuerwehren in den Ortsteilen.
Das A und O sei dabei eine solide Haushaltsführung und konsequente Finanzplanung, denn die finanzielle Situation sei angespannt.
Waidmann strebt ein „Wir-Gefühl“ der insgesamt 28 Bechhöfer Ortsteile an. Um dies zu erreichen, sei ein ständiger Dialog wichtig: „Wir sind ein Team, zusammen sind wir stärker.“