Supercup: Startschuss zum Alleingang der Bayern-Frauen? | FLZ.de

arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 13.08.2026 11:22

Supercup: Startschuss zum Alleingang der Bayern-Frauen?

Klara Bühl (2.v.r.): Nächste Trophäe für die Bayern-Frauen? (Archivbild) (Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)
Klara Bühl (2.v.r.): Nächste Trophäe für die Bayern-Frauen? (Archivbild) (Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)
Klara Bühl (2.v.r.): Nächste Trophäe für die Bayern-Frauen? (Archivbild) (Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)

Stürmen die Fußballerinnen des FC Bayern weiter vorneweg und die Meisterschaft wird zum langweiligen Alleingang? Der Supercup zwischen den Double-Gewinnerinnen aus München und Vize VfL Wolfsburg am Samstag (19.30 Uhr/ MagentaSport) in Ingolstadt wird den ersten Fingerzeig für die neue Saison geben.

„Einfach schon deutlich weiter“

„Der FC Bayern wird wahrscheinlich ähnlich erfolgreich sein wie in den vergangenen Jahren. Der Club ist in seiner Entwicklung einfach schon deutlich weiter als viele andere“, prophezeite Katharina Kiel, Präsidentin des neu gegründeten Ligaverbandes Frauen-Bundesliga FBL und Direktorin bei Eintracht Frankfurt, im dpa-Gespräch. Die 34-Jährige betonte aber auch: „Dahinter hat sich eine Gruppe formiert, die inzwischen deutlich breiter geworden ist. Das Feld ist enger zusammengerückt. Das hat auch Eintracht Frankfurt in der vergangenen Saison beim Kampf um den dritten Rang gespürt.“

Viermal hintereinander gewannen die Bayern-Frauen zuletzt den Titel in der Bundesliga, je zweimal den DFB-Pokal und gegen Wolfsburg auch den Supercup. Das VfL-Team hat in diesem Sommer nicht nur Topspielerinnen wie Alexandra Popp, Vivien Endemann und Lineth Beerensteyn verloren, sondern auch den langjährigen Macher Ralf Kellermann, der mit Popp zu Borussia Dortmund wechselte.

Wolfsburg will sich weiter „da oben behaupten“

Seine Nachfolgerin Vanessa Bernauer ist nun gefordert, den Anschluss nicht weiter zu verlieren. „Der VfL hat nach wie vor einen großen Namen, ist eine Top-Adresse in Europa. Das ist attraktiv, aber auch eine Herausforderung, weil die Konkurrenz groß ist“, sagte die ehemalige Schweizer Nationalspielerin im „Kicker“-Interview. Wolfsburg gehöre zu den besten Teams in Europa - „das sollte man auch nicht kleinreden, nur weil die Konkurrenz größer geworden ist. Klar war der Rückstand auf den FC Bayern in der vergangenen Saison groß. Unser Ziel ist es, uns weiterhin da oben zu behaupten - und auch international konkurrenzfähig zu sein.“

Realistisch gesehen seien die Münchnerinnen in der neuen Saison aber „schwer einzuholen“. Der FC Bayern war zuletzt mit 16 Punkten Vorsprung Meister geworden und hatte wettbewerbsübergreifend alle vier Partien gegen den langjährigen Dauerrivalen gewonnen. Wolfsburg muss im Supercup zudem auf die noch verletzten Neuzugänge Giovanna Hoffmann (zuvor RB Leipzig) und Katharina Piljić (Bayer Leverkusen) verzichten. 

„Es wird kein Durchläufer“

Das Bayern-Team von Trainer José Barcala schlug bei seiner Generalprobe für den Supercup Paris FC mit 2:0 - vor beachtlichen 6.000 Zuschauern in Unterhaching. „Diesen Sommer sind sehr viele Wechsel - natürlich auch ins Ausland, aber auch innerhalb der Bundesliga. Das heißt, jetzt werden sich die Teams, glaube ich, schon ein bisschen anders anordnen. Trotzdem ist mit Wolfsburg und Frankfurt immer zu rechnen“, sagte Klara Bühl.

Grundsätzlich könne man sich auf Konkurrenz gefasst machen - „es wird hier jetzt kein Durchläufer“, ergänzte die Nationalstürmerin. Eine Woche vor dem Liga-Start schauen alle erst mal mit Argusaugen auf die beiden deutschen Topclubs der vergangenen Jahre. Allen voran Bundestrainer Christian Wück, der gemeinsam mit DFB-Vizepräsidentin Heike Ullrich die Trophäe in Ingolstadt übergeben wird - und natürlich die zwölf anderen Erstliga-Vereine.

Lob für Union, Leverkusen und Köln

„Es ist im Grunde ähnlich wie bei den Männern: Der FC Bayern steht durch eigene Leistung an der Spitze“, sagte Kiel, deren Ligaverband nach der Abspaltung vom DFB zur Spielzeit 2027/28 startet. „Gleichzeitig gibt es Clubs, die sehr konsequent in die Entwicklung investieren. Union Berlin ist dafür ein gutes Beispiel. Auch Leverkusen entwickelt sich unter Fernando Carro kontinuierlich weiter. Und der 1. FC Köln hat in diesem Jahr noch einmal mehr investiert.“

© dpa-infocom, dpa:260813-930-523494/1


Von dpa
north