Für die Dinkelsbühler Polizei wird es in den kommenden Tagen stressig. Aber auch für die Menschen, die im Einzugsgebiet des Summer-Breeze-Geländes beim Ortsteil Sinbronn leben, werden die Auswirkungen des Musikfestivals auf den Straßen zu spüren sein, wenn ab Dienstag rund 45.000 Fans anreisen. Dies kann sich auf die Verkehrsachsen in der gesamten Region auswirken. Am Dienstagmorgen gestaltete sich die Lage allerdings noch ziemlich ruhig.
Marcus Breiden, der stellvertretende Dinkelsbühler Polizeiinspektionsleiter, gibt aber insgesamt einen Rat. Und der ist ganz simpel: Einheimische sollten am Dienstag und Mittwoch ihr Auto am Besten einfach stehen lassen. Wie Breiden im Gespräch mit der FLZ sagt, ist vor allem am Dienstag mit dem größten Schwung anreisender Metal-Fans zu rechnen.
Das Musikfestival in Sinbronn ist ausverkauft. Alle 45.000 Karten sind weg. Die Größenordnung verdeutlicht Marcus Breiden mit einem Vergleich: Es ist, als würde sich ungefähr die gesamte Bevölkerung einer Stadt wie Ansbach auf dem Areal bei Sinbronn aufhalten.
Breiden rechnet damit, dass es vor allem am Dienstag zu Verkehrsbehinderungen kommen wird. Das dürfte sowohl die Dörfer rund um Sinbronn als auch die Stadt Dinkelsbühl betreffen. Am Dienstag sei ab 9 Uhr bis zum frühen Abend mit Behinderungen zu rechen, eventuell auch noch am Mittwoch, dem ersten Tag des Festivals.
Marcus Breiden erinnert an das vergangene Jahr, als sich am Anreisetag rund 20.000 Besucher auf den Weg in Richtung Dinkelsbühl machten. „Da ist mit Problemen zu rechnen“, sagt der für den Bereich Straßenverkehr zuständige Polizeibeamte.
Doch die Ordnungshüter sind vorbereitet. Über Radiosender will man aktuelle Verkehrsmeldungen rausgeben, ohnehin habe man dafür gesorgt, dass der Fernverkehr das Gebiet weiträumig umfährt.
Außerdem gebe es in diesem Jahr ein Novum. Erstmals soll an zwei Stellen auf den Autobahnen jeweils ein Hinweisschild angebracht werden mit der Aufschrift „Summer Breeze, bitte hier ausfahren“. Sowohl an der Abfahrt der A7 bei Aalen/Westhausen als auch auf der A6 bei Ansbach-Mitte sollen die Schilder rechtzeitig vor dem Festivalbeginn aufgestellt werden.
Und Marcus Breiden verweist auf eine weitere Neuerung. Die Veranstalter des Musikfestivals wollen in Absprache mit der Polizei die Anreisenden über digitale Newsgruppen zur Verkehrssituation informieren.
Herausfordernd werden die Tage während der Großveranstaltung vor allem auch für die Bewohnerinnen und Bewohner in den Ortschaften nahe des Festival-Geländes. Auf der Staatsstraße von Weiltingen nach Wilburgstetten sei am Dienstag mit erhöhtem Anreiseverkehr zu rechnen. An der Binninger-Kreuzung in Wilburgstetten – hier kreuzt sich die B25 mit der Staatsstraße nach Mönchsroth – will die Polizei den Anreiseverkehr so regeln, dass er „kanalisiert beziehungsweise weggedrückt“ wird.
Mit Staus ist auch in Dinkelsbühl zu rechnen. Einen Brennpunkt sieht Marcus Breiden an der Stauferwallkreuzung. „Da wird es zu Problemen kommen.“ Mit Staus sei auch auf der von Crailsheim kommenden Staatsstraße und auf der B25 von Feuchtwangen in Richtung Dinkelsbühl zu rechnen.
Vielleicht werde die Situation aber nicht ganz so schlimm wie im vergangenen Jahr, als Metal-Fans, die beim Festival in Wacken wegen der Platzverhältnisse dort keinen Einlass mehr gefunden hatten und sich deshalb früher als sonst auf den Weg nach Dinkelsbühl gemacht hatten. „Das hat uns letztes Jahr ganz schön Nerven gekostet“, erinnert sich Marcus Breiden.
Probleme hat es 2023 auch im Zusammenhang mit der Zufahrt zum Gewerbegebiet in Sinbronn gegeben. Der stellvertretende PI-Leiter erinnert daran, dass ein Lastwagenfahrer in den Gegenverkehr gefahren sei, weil er die wartende Fahrzeugschlange der Metal-Fans überholen wollte. „Das geht gar nicht.“
Heuer wurden Vorkehrungen getroffen: Damit die in Sinbronn ansässigen Unternehmen auch während des Festivals reibungslos beliefert werden können, haben Polizei und Stadt Dinkelsbühl mit den Spediteuren Ausnahmeregelungen vereinbart. So dürfen etwa die vom Wörter Standort der Firma TE Connectivity kommenden Lkw auf einer sonst für sie verbotenen Route zum Werk nach Sinbronn fahren. Dies sei mit den Betroffenen so besprochen worden. „Die Zulieferung wird von uns über Nebenstrecken gesteuert, die eigentlich gesperrt sind,“ sagt Marcus Breiden.