Lebhafte Debatte im Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsausschuss des Stadtrates: Es ging um die drei verkaufsoffenen Sonntage, die die Stadt Ansbach im Jahr 2025 veranstaltet. Besonders heftig gestritten wurde um die Frage, wie man während der Veranstaltungen – besonders beim Foodtruck-Festival am 4. Mai – die Berge an Einwegmüll vermeiden kann.
Das Konzept der Stadt Ansbach entspreche den Vorgaben des bayerischen Verwaltungsgerichtshofes, sagte BAP-Stadtrat Hannes Hüttinger. „Doch ein einziger Punkt stört mich massiv, dass beim Streetfood-Festival Einweggeschirr zum Einsatz kommt. Das widerspricht eklatant unserer Abfallsatzung.“ Die schreibe Mehrweggeschirr vor, so Hüttinger: „Deshalb haben wir damals einen Spülwagen angeschafft.“
Dass sich die Foodtruck-Anbieter auf Mehrweggeschirr einließen, sei nicht zu erwarten, antwortete Oberbürgermeister Thomas Deffner, die hätten alle ihr eigenes Abfallsystem. „Der Umkehrschluss lautet, dass wir eine solche Veranstaltung nicht haben wollen“, sagte Deffner. „Ich bin jedenfalls froh, wenn etwas passiert in unserer Stadt.“
Boris-André Meyer (Offene Linke) positionierte sich gegen verkaufsoffene Sonntage überhaupt: „Da stehe ich klar an der Seite der Kirchen und Gewerkschaften.“ Verkaufsoffene Sonntage seien keine Innenstadt-Förderung. Schon gar nicht brauche man „Angebote, die das Essen mitbringen und einen Haufen Müll hinterlassen“.
Dr. Paul Kupser (Freie Wähler) wunderte sich, „was alles angeführt wird, um solche Veranstaltungen zu verhindern“. Diese drei Veranstaltungen – gemeint waren die verkaufsoffenen Sonntage – brächten Frequenz in die Stadt. Kupser: „Jetzt lasst doch die Kirche im Dorf.“ Der OB dachte bereits weiter: „Und was machen wir mit dem Altstadtfest? Schauen Sie sich da am Abend mal die Mülleimer an.“ Wolle man das auch zur Disposition stellen?
Deffner machte klar: Wenn es eine Mehrheit dagegen gebe, finde das Foodtruck-Festival eben nicht statt. Nach den vielen Anschlägen sei es ohnehin immer schwieriger und teurer geworden, Veranstaltungen durchzuführen.
Meike Erbguth-Feldner (Grüne) tat ihr Befremden kund, „dass man hier einen Antrag stellen muss, damit eine geltende Abfallsatzung eingehalten wird“. CSU-Fraktions-Chef Jochen Sauerhöfer sagte, jedes Jahr führe man die gleiche Diskussion. „Aber ich bitte darum, mit der Müll-Diskussion nicht alles zu verhindern. Ich finde das mit dem Müll auch nicht toll. Aber es ist doch toll, dass viele Leute aus dem Landkreis nach Ansbach kommen.“
Friedmann Seiler (ÖDP) fand, was an den verkaufsoffenen Sonntagen stattfinde, könne man auch gut an einem Samstag veranstalten. Und zur Diskussion ums Streetfood-Festival sagte er: „Hier wird so getan, als wenn das Leben der Stadt Ansbach von einem Fressfest abhängt.“ Walter Danielis (AfD) erklärte, die große Mehrheit sei „mit den Festen, wie sie jetzt laufen, sehr zufrieden“. Außerdem würden die wirklich großen Müllberge ganz woanders produziert.
CSU-Stadträtin Elke Beyer bat um weniger Ideologie in der Müllfrage. „Wir müssen uns überlegen, was überhaupt machbar ist. Mein Herz hängt nicht daran, aber wenn’s den Menschen gefällt, sollten wir es ermöglichen.“
Die Diskussion beschloss Siegfried Blank (Freie Wähler) mit einem Lob für die Mitarbeiter des Bauhofs. Die sorgten jedes Mal dafür, dass am nächsten Morgen alles wieder sauber sei.
Schließlich konnten sich die Befürworter für die Veranstaltungen gegen vier Stimmen durchsetzen. Die verkaufsoffenen Sonntage finden statt am 4. Mai aus Anlass von Ansbacher Mess, Streetfood-Festival und Oldtimertreffen, am 22. Juni beim Altstadtfest und am 28. September zur „Nature-Messe rund um Nachhaltigkeit, Energiesparen und regionale Stärke“ in Brodswinden.