Wie oft wechseln Sie Ihren Küchenschwamm? Tun Sie das immer nur dann, wenn er unangenehm riecht oder unschön aussieht, dann dürfte das womöglich eines sein: zu selten. Denn Aussehen und Geruch ist dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zufolge ein sehr unzuverlässiges Zeichen für die Unbedenklichkeit von Schwämmen.
Oder anders gesagt: Man merkt Schwämmen nicht an, dass sie voller Keime stecken. Bei einer Untersuchung am BfR konnten Forscher jedenfalls keine auffälligen Veränderungen an ihren mit Escherichia coli und Salmonellen kontaminierten Versuchsschwämmen feststellen. Die sahen nämlich weder sichtbar verschmutzt aus noch schmierig - obwohl sie die Erreger, die Lebensmittelinfektionen mit Durchfall und Co verursachen können, in verschiedenen Keimzahlen beherbergten.
Und nicht nur das: Die Untersuchung zeigt laut BfR auch, dass bereits leichter Druck ausreicht, um die Keime von den Schwämmen auf eine Oberfläche zu übertragen. Wird der Küchenschwamm also erst mal von Salmonellen und Co bewohnt, verteilt man die womöglich ganz fix in der ganzen Küche.
Auf den Schwamm können die Keime übrigens etwa über die Zubereitung von rohem Hähnchenfleisch gelangen. Dort finden sie dann ein nettes Zuhause - mit Lebensmittelresten als Futter. Denn die verfangen sich leicht in so einem Schwamm. Gute Bedingungen also, um sich fröhlich zu vermehren.
Wann also sollte man den Küchenschwamm am besten entsorgen? Das kommt darauf an, wofür man ihn nutzt - und wer im Haushalt lebt. Sind darunter auch Kranke, Kinder oder ältere Menschen, heißt es lieber einmal öfter tauschen. Das BfR rät außerdem immer dann zum Schwammtausch, wenn man mit dem guten Stück Oberflächen gereinigt hat, die mit rohem Fleisch in Kontakt gekommen sind.
Wer Schwämme nicht dauernd wegwerfen will, kann deren Keimbelastung aber auch verringern, indem man die Schwämme mindestens zwei Minuten lang in über 70 Grad heißes Wasser gibt. Oder man verzichtet gleich ganz auf die Teile.
Auf Spülbürsten etwa ist die Vermehrung von Bakterien weniger hoch als auf Spülschwämmen. Das zeigt etwa eine portugiesisch-norwegische Studie, die 2021 in der Fachzeitschrift „International Journal of Food Microbiology“ veröffentlicht wurde - und auf die der Verbraucherservice Bayern verweist.
Das BfR nennt auch Mikrofaser-Tücher als Alternative. Sie trocknen schneller als Schwämme - und können demnach auch in der Spül- bzw. Waschmaschine gereinigt werden. Damit die Keimbelastung hier wirksam verringert wird, sollte man allerdings Programme mit Temperaturen von mindestens 60 Grad verwenden.
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