Sternfahrt und Mahnfeuer: Proteste in Wassertrüdingen und Dinkelsbühl | FLZ.de

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Veröffentlicht am 12.01.2024 16:59

Sternfahrt und Mahnfeuer: Proteste in Wassertrüdingen und Dinkelsbühl

Aus einem Umkreis von rund 30 Kilometern waren Teilnehmer zur Kundgebung am Festplatz Bürg in Wassertrüdingen gekommen. Die Protestaktion verlief friedlich. (Foto: Peter Tippl)
Aus einem Umkreis von rund 30 Kilometern waren Teilnehmer zur Kundgebung am Festplatz Bürg in Wassertrüdingen gekommen. Die Protestaktion verlief friedlich. (Foto: Peter Tippl)
Aus einem Umkreis von rund 30 Kilometern waren Teilnehmer zur Kundgebung am Festplatz Bürg in Wassertrüdingen gekommen. Die Protestaktion verlief friedlich. (Foto: Peter Tippl)

Eine Sternfahrt und Protestaktion der Landwirte und Fuhrunternehmer hat am Donnerstagabend mit einer Kundgebung am Festplatz Bürg in Wassertrüdingen ihren Höhepunkt gefunden. Auch in Dinkelsbühl gab es eine weitere Protestaktion: Auf dem Schießwasen entzündeten Landwirte ein Mahnfeuer.

Aus einem Umkreis von rund 30 Kilometern, aus dem Raum Ansbach und dem gesamten Altlandkreis Dinkelsbühl sowie dem angrenzenden Landkreis Donau-Ries waren die Traktoren und Fahrzeuge nach Angaben des Organisators, Jochen Ducke aus dem Weiltinger Ortsteil Wörnitzhofen, nach Wassertrüdingen gekommen. Angekündigt hatten sich laut Ducke zunächst nur etwa 50 Landwirte mit ihren Traktoren.

Polizei war mit vier Beamten präsent

Aber über die sozialen Medien hatte sich die Protestaktion schnell verbreitet und so trafen abends etwa 200 Traktoren und Fahrzeuge auf dem Wassertrüdinger Festplatz ein.

Die Demonstration war laut Ducke beim Landratsamt Ansbach angemeldet, bei dessen Mitarbeitern sich Jochen Ducke für die schnelle Bearbeitung bedankte. Ebenso dankte er den Verkehrsteilnehmern für die Rücksichtnahme, denn laut der Polizeiinspektion Dinkelsbühl – vier Beamte waren mit Fahrzeugen bei der Aktion in Wassertrüdingen und auf den Zufahrtsstraßen präsent – habe es keine nennenswerten Behinderungen gegeben.

Bürgermeister steht an der Seite der Landwirte

Der Bitte der Organisatoren nach einem Grußwort des Wassertrüdinger Bürgermeisters bei der Demonstration kam Stefan Ultsch (SPD) gerne nach, zumal sich auf dem entlang des Festplatzes erstreckenden Hochwasserdeich eine große Zuschauerzahl eingefunden hatte.

Er stehe an der Seite der Landwirte und vertrete diese Position schon lange, betonte Ultsch. In der Hesselbergregion wird nach seinen Worten gegenüber der Natur und den Tieren eine respektvolle, wertschätzende und klimafreundliche Landwirtschaft betrieben. Er sehe sehr wohl die Einschnitte von einstigen 1,2 Milliarden Euro Zuwendungen auf gekürzte 440 Millionen Euro als Herausforderung für die Landwirte, jedoch seien alle Branchen und die Bevölkerung von Einschnitten betroffen.

Jeder Bürger, die Gastronomie, auch die Städte und Kommunen und eben auch die Landwirte müssten höhere Ausgaben bei Energie oder durch die Inflation bewältigen. Die Schuld allein der Ampel-Regierung zuzuschreiben sei nicht gerechtfertigt, denn die Weichen seien schon früher gestellt worden, sagte der SPD-Bürgermeister. Dennoch mahnte Ultsch eine vernünftige Politik an, die Menschen bei Entscheidungen mitzunehmen und miteinander ins Gespräch zu kommen. „Wenn der Protest dazu führt, wurde viel erreicht“, so Ultsch.

Sorge um die Landwirtschaft

Für Organisator Jochen Ducke kann diese Politik nicht so weitergehen, mahnte er bei seinem Redebeitrag. Nicht nur die Landwirte sollten demonstrieren, sondern die gesamte Bevölkerung. Die Sorge um die Landwirtschaft und um „unser Land“ treibe die Bauern auf die Straße. Bekräftigt wurden die Redebeiträge durch Applaus der Zuhörer. Ducke dankte allen Teilnehmern für die überwältigende Präsenz zur Verdeutlichung der Anliegen und bat um umsichtige Fahrweise bei der Rückfahrt.

Die nächtlichen Heimfahrten verliefen weitgehend reibungslos. Lediglich an einem Kreisel in Wassertrüdingen wurde laut Polizei ein vertrockneter Adventskranz angezündet.

Eine kleine Teilnehmer-Gruppe der Aktion in Wassertrüdingen hatte nicht sogleich den Heimweg angetreten, sondern sich noch auf den Weg nach Dinkelsbühl gemacht. Dort hatten bereits am Nachmittag Landwirte auf dem Schießwasen ein Mahnfeuer entzündet. Zunächst war nur eine Handvoll Personen auf das Gelände gekommen, am Abend schlossen sich noch rund 20 Teilnehmer mit ihren Traktoren der Aktion an.

Auch in Dinkelsbühl verlief laut Polizei alles friedlich.


Von Peter Tippl und Roman Kocholl
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