Die Städtepartnerschaft zwischen Uffenheim und dem französischen Egletons lebt – vielleicht sogar mehr als je zuvor. Am Sonntag unterzeichneten die Bürgermeister Wolfgang Lampe und Charles Ferré die Partnerschaftsurkunde nach 25 Jahren erneut. Und der Platz vor der Stadthalle in Egletons wurde nach einem bekannten Präsidenten benannt.
„Es war so warm, knapp 40 Grad, wie im Backofen”, sagt Lampe. Frankreich hat sich am Wochenende also im wahrsten Wortsinn von seiner Sonnenseite präsentiert. Aber diese Fahrt war anders, stand doch ein großer Höhepunkt an: die erste Neu-Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde zwischen Uffenheim und Egletons nach 25 Jahren tiefer Freundschaft.
Der Uffenheimer Bürgermeister sieht darin einen „symbolischen Akt”, der darauf hinweist, „wie wichtig die Partnerschaft ist”, und „eine schöne Geste”. Schließlich seien innereuropäische Zusammenschlüsse in diesen Zeiten wichtiger denn je. Denn in Egletons hoffen die Bürgerinnen und Bürger ebenso wie hierzulande, nicht bald schon von Nationalisten regiert zu werden, betont Wolfgang Lampe.
„Diese Partnerschaft verbindet unsere beiden Gemeinden nicht nur geografisch, sondern auch kulturell, menschlich und zukunftsorientiert miteinander”, so Lampe. „Heute verbindet uns schon der regelmäßige jährliche Schüleraustausch mit der Christian-von-Bomhard-Schule, der unseren Jugendlichen neue Horizonte eröffnet und junge Menschen befähigt, Verantwortung als Bürgerinnen und Bürger zu übernehmen.” Der Bürgermeister von Egletons, Charles Ferré, ergänzt: „Wir müssen über den Tellerrand blicken.”
Diese Unterzeichnung wurde gleich noch mit einem weiteren Höhepunkt verbunden: der Widmung des Platzes vor der Stadthalle. Dieser heißt nun Jacques-Chirac-Platz, nach dem früheren französischen Präsidenten, der in der Egletons-Ecke gewohnt hat. „Er ist ein Vertreter der Region und es ist schön, dass er sich als Präsident so einen Namen gemacht hat”, kommentiert Lampe.
„Den Platz gibt es schon länger, aber er wurde jetzt neu asphaltiert und jetzt eben benannt.” Jacques Chirac konnte dem Festakt naturgemäß nicht mehr beiwohnen – er ist 2019 verstorben –, aber Tochter Claude Chirac weilte unter den Festgästen. Auch Senatspolitiker und andere Staatsmänner, wie der ehemalige Präsident François Hollande, schauten vorbei und warfen in ihren Reden einen Blick auf die weltpolitische Lage.
Da bekam die Europahymne, die laut gespielt wurde, gleich noch einmal eine klarere Bedeutung. Auch ein Präsent aus Uffenheim ziert den Platz: eine Sitzbank. „Kaum war sie gestanden, wurde sie schon belagert”, betont Lampe. Ein Geschenk, das offenbar gut ankam.
48 Uffenheimerinnen und Uffenheimer hatten sich mit dem Bus auf den weiten Weg gemacht, darunter Maienkönigin Julia Anwander, die Vorsitzende des Partnerschaftsvereins Helga Kerwagen, Stadträte und viele, viele weitere Frankreich-Freunde. Bürgermeister Lampe erinnert sich auch gerne zurück an den Ausflug ins Schieferwerk in Travassac.
Ob er dort wohl ein bisschen Material für die Dachdeckungen der Uffenheimer Türme eingepackt hat? Lampe lacht am Telefon: „Wir wollten etwas mitnehmen, aber haben es nicht in den Bus gebracht, weil es zu schwer war.” Aber ein kleines Bruchstück hat dann doch noch den Weg in Lampes Tasche gefunden. Das reiche aber nicht einmal fürs Sirenentürmchen auf dem Rathausdach, scherzt Lampe.
Gerne blickt er auf die neuerliche Frankreich-Fahrt zurück. „Die Freundschaft zu genießen, das war wirklich herrlich.” Auch Altbürgermeister Georg Schöck reiste eigens an, und als Klanggenuss empfand das Stadtoberhaupt das gemeinsame Chorkonzert der Uffenheimer „Liederkranz” mit dem „Chorale de Sarran” aus Egletons.
Die Kontakte in die Familien, die Lebensfreude der Franzosen und natürlich auch der gute Wein. Lampes Bilanz: „Es war sehr anstrengend, es war sehr heiß, aber es war vor allem auch sehr schön.”