Ansbach ist voller Fragen. Warum nennt man Carl Wilhelm Friedrich den „wilden“ Markgrafen, wie kam Kaspar Hauser in die Stadt oder was ist ein Katzbrot? Ansbach ist zum Glück aber auch voller Antworten. Eine ganze Reihe davon will die Neuauflage eines gedruckten Stadtführers geben, den zwei Macher jetzt vorstellen.
„Ansbach. Führer durch die Hohenzollern-Residenz“ nennt sich das über 100 Seiten starke Werk. „Unsere Zielgruppe sind eigentlich Touristen“, stellt Alexander Biernoth fest, also Menschen, die die Stadt kennenlernen wollen. Für Ansbacher sei der Stadtführer allerdings natürlich ebenfalls interessant.
Die vorige Auflage war schon die zweite und stammt von 2009, die erste von 2002. Die Konzeption änderte sich nach Biernoths Worten zwar nicht. Beeindruckend findet er jedoch, wie viel sich in der relativ kurzen Zeit gewandelt habe.
Dies zeigt etwa das Foto der ehemaligen markgräflichen Hofkanzlei. Das schicke Gebäude von 1594 am Montgelasplatz sanierte man von 2014 bis 2016. Heutzutage beherbergt der Bau die Außenstelle des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs (VGH). Neu ist auch ein Name: Bay-City-Brücke. Er schmückt seit 2022 das Bauwerk vom Brücken-Center in die Altstadt.
Der Stadtführer lebt zu einem großen Teil von Michael Vogels qualitätvollen Bildern, wie Alexander Biernoth findet. Diese „sind im Großen und Ganzen, zu circa 70 Prozent, neu“, sagt der Fotograf. Er sei in all den Jahren stets mit offenen Augen durch die Stadt gelaufen.
Unter der Rubrik „Ansbachs Geschichte in Zahlen“ ist etwa die Bayerische Landesausstellung „Typisch Franken?“ in der Orangerie und der Kirche St. Gumbertus 2022 ergänzt. Sie „wird man auch vielleicht in 100 Jahren noch als Wegmarke sehen“, merkt Biernoth an.
Auch Öffnungszeiten, Telefonnummern sowie E-Mail- und Internetadressen galt es bei Bedarf zu ändern, wie die beiden erzählen. Der Aufgabe, den Stadtplan komplett grafisch umzuarbeiten, hatte sich Michael Vogel angenommen.
Gerade fertig, erweisen sich Informationen in dem Werk schon als überholt. Die Grüne Nacht etwa soll kommenden September letztmals als Einzelveranstaltung stattfinden – und in Zukunft dann im Rahmen der Rokoko-Festspiele.
Welches Bild Ansbachs soll der Stadtführer zeichnen? „Wir sind die Hohenzollern-Residenz und letztlich auch die Stadt des fränkischen Rokoko“, betont der Historiker Biernoth. Barock und Rokoko prägten das Stadtbild. Zudem sei Ansbach die Stadt Kaspar Hausers (gestorben 1833). Als Alleinstellungsmerkmale sieht er die unzerstörte Altstadt mit dem relativ originalen Ambiente des 18. Jahrhunderts und die Originalstätten Kaspar Hausers.
Die Highlights sind laut Biernoths Worten das Schloss und die Kirchen St. Gumbertus und St. Johannis. Bedeutend sei auch der Hofgarten. Derzeit feiert man ja das Jubiläum 300 Jahre Hofgarten Ansbach.
Einige Informationen sind auf Englisch abgedruckt. Erschienen ließ Michael Vogel den Stadtführer im Eigenverlag. Er entstand in Zusammenarbeit mit der Stadt. Vogel war Herausgeber und für Gestaltung, Fotos und Illustrationen zuständig, Alexander Biernoth und Renate Weinmann für die Texte.
Oberbürgermeister Thomas Deffner steuert ein Grußwort bei. „Lassen Sie sich von all den schönen Facetten inspirieren“, schreibt er darin zum Beispiel. Erschienen ist die neueste Auflage eigentlich schon Ende 2023. Warum stellen sie die Macher erst jetzt vor? „Die touristische Saison ist jetzt auf dem Höhepunkt“, erklärt Alexander Biernoth.
Ach ja, Ansbach ist voller Antworten. Warum ist Carl Wilhelm Friedrich (1712 bis 1757) zum Beispiel der „wilde“ Markgraf? Er war gemäß den Angaben im Buch „oft ungestüm und unberechenbar und dem ,schönen Geschlecht‘ zugetan“. Was Kaspar Hauser betrifft, sei er schon 1829 nur knapp einem Mordanschlag entgangen und zum besseren Schutz nach Ansbach gekommen.
Die kulinarische Antwort darf nicht fehlen. Was ein Katzbrot ist, wissen in der Stadt schon viele Kinder: rohe Bratwurst mit Zwiebel und Pfeffer auf Schwarzbrot.
Der neue Stadtführer ist in der Tourist-Info sowie in den Buchhandlungen Pustet, Rupprecht und Seyerlein (Seybold) erhältlich.