Ein Bild von der Stadtentwicklung in Feuchtwangen haben sich gut 30 Fachleute aus ganz Deutschland vor Ort verschafft: „Praxistage Leerstand gestalten“ war die Tagung betitelt, in deren Rahmen Vorstand Arthur Reim vom Kommunalunternehmen (KU) den Gästen verschiedene Objekte im Zentrum zeigte und erläuterte.
Die Tagung hatte die Agrarsoziale Gesellschaft unter dem Dach des BULEplus-Projekts „Lebendige Orte aktiv gestalten – Potenziale für Innenentwicklung und Leerstandsaktivierung in ländlichen Räumen“ in Kooperation mit dem Regionalmanagement des Landkreises Ansbach organisiert, wie aus einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung hervorgeht. Und: Vor Ort hätten sich Teilnehmende beeindruckt von der „erfolgreichen Entwicklung der Innenstadt“ und der „nachhaltigen Nutzung einstiger Leerstände“ gezeigt.
„Der Festsaal Frankens wird momentan sichtlich herausgeputzt“, erklärte Reim mit Blick auf die vier laufenden Maßnahmen rund um den Feuchtwanger Marktplatz. Dabei verwies er auf die Generalsanierung des Alten Rathauses durch die Stadt sowie auf die von Privatunternehmern auf den Weg gebrachten Renovierungen des ehemaligen Gasthauses „Krone” und des BrotHauses. Derweil werde die Fassade des Cafés am Kreuzgang von dessen Eigentümern erneuert. Darüber hinaus sprach der KU-Vorstand weitere private sowie städtische Sanierungsprojekte in der gesamten Altstadt wie zum Beispiel das Haus Nummer 5 in der Straße „Zum Taubenbrünnlein“ an.
Bei der Sanierung von Altbauten sei der Denkmalschutz durchaus eine Herausforderung, die im Vergleich zum Neubau mit einem Mehraufwand und höheren Investitionen verbunden sei, so Reim: „Hier in Feuchtwangen ist es uns seitens der Stadt jedoch ein besonderes Anliegen, unsere geschichtsträchtigen Einzeldenkmäler und damit auch einen Teil unserer Identität zu bewahren.“
Als beispielhaft dafür bezeichnete er das Nixel-Areal sowie das Kino. Den originalen Charme dieser Objekte über die städtische Sanierung hinaus bewahrt zu haben, sei nun die Erfolgsgrundlage dieser beiden Kulturstätten. „Wir wollten zu Beginn der Planungen nicht irgendwo Kino in Feuchtwangen machen, sondern unsere Regina-Lichtspiele, mit der viele Feuchtwanger besondere Erinnerungen verbinden, erhalten“, wird dazu Vorsitzender Wolfgang Grebenhof vom KulturKino-Verein in der Mitteilung aus dem Rathaus zitiert.
Als eine „gelungene Kombination aus Einzeldenkmal und neuem Anbau“ stellte Arthur Reim wiederum das ehemalige Schuhhaus Merklein vor, nach dessen umfassender Sanierung das KU den einstigen Leerstand mit einer Gewerbeeinheit und sieben Wohnungen mit neuem Leben gefüllt habe. Besonders bemerkenswert sei dabei die nahezu vollständige behindertengerechte Umgestaltung des Gebäudes mit der barrierefreien Musterwohnung.
„Für eine gelungene Aktivierung von Einzeldenkmälern und Leerständen sind stets eine intensive Planungsphase sowie ein stimmiges, zukunftsfähiges Gesamtkonzept essenziell“, informierte Reim. Dazu beschrieb er „den Prozess der vorausschauenden Planung“ auf dem Huppmann-Banse-Areal. Die ehemalige Metzgerei Preiß sei über das KU saniert und an die Diakonie vermietet worden. Das benachbarte Banse-Haus stehe vor einem umfassenden Umbau hin zu einer barrierefreien Wohnraumnutzung durch einen Investor. Indes befinde sich ein Konzept für ein Gesundheits- und Rehazentrum in der Rossmühle derzeit in der finalen Abstimmung. Darauf aufbauend werde ein Nutzungsplan für das leerstehende Gebäude an der Museumstraße 14 entwickelt.
In Feuchtwangen laufe ganz schön viel, ganz schön gut, sagte Projektkoordinatorin Andrea Moser von der Agrarsozialen Gesellschaft. Die Stadt sei ein „tolles Beispiel für eine gelungene städtebauliche Entwicklung im ländlichen Raum“.