Michael Bender heißt der Nachfolger von Stadtbaumeister Ludwig Knoblach. Der 49-Jährige fängt zwar schon zum 1. Oktober dieses Jahres an, wird aber von Knoblach, der erst Ende 2026 in den Ruhestand geht, noch intensiv eingearbeitet.
Mit einem „herzlichen Grüß Gott“ empfing Bürgermeister Jürgen Heckel den designierten Stadtbaumeister in seinem Amtszimmer bei der offiziellen Vorstellung von Michael Bender. An Arbeit werde es diesem nicht mangeln, versicherte Heckel.
Bender bringe viel Kompetenz und Lebenserfahrung mit. Heckel freut sich auf die Zusammenarbeit, lege „der Neue“ doch auch Wert auf das Ländliche, auf das kleiner Strukturierte. Heckel sprach von einer Bereicherung für das Bauamt und für die künftige Stadtentwicklung. Denn als Stadtbaumeister schreibe Bender die Stadtgeschichte maßgeblich mit.
Bender ist schon gut angekommen. Sein Domizil hat er im Pastoriushaus gefunden. Auch die Herzlichkeit, mit der er empfangen worden sei, habe ihn gefreut. Die Stadt Bad Windsheim kenne er schon seit ungefähr 15 Jahren. Bei einer Fortbildung der Architekten der Denkmalpflege war das Freilandmuseum das Ziel, gewesen. „Ich hatte die Stadt in positiver Erinnerung, als ich mich hier beworben hatte“, erzählt Bender. Zwischendrin sei er auch mit seiner Freundin hier gewesen. Mittlerweile gehört eine fast vierjährige Tochter zur Familie. Da man sich gut habe vorstellen können, hier zu leben, sei einer Bewerbung auf die Stelle des Stadtbaumeisters nichts im Wege gestanden. Landschaftlich sei es etwa so wie seine ursprüngliche Heimat, die Wetterau in Hessen: „Die Wetterau im Kleinen“.
Thematisch liegen ihm vor allem Altbauten am Herzen. Städtebau und Denkmalpflege seien auch der Schwerpunkt seines Studiums und seiner bisherigen beruflichen Tätigkeit gewesen.
Nach seinem Wehrdienst – Bender nimmt regelmäßig an Reservistenübungen teil –, einer Stuckateur-Lehre und dem Studium der Architektur in Weimar arbeitete er zunächst als Selbstständiger, aber auch ein Jahr lang für das Denkmalamt in Frankfurt/Main. Es folgte ein Hauskauf in Dessau und die Familiengründung sowie eine Arbeit mit fester Anstellung. Zuletzt war er Abteilungsleiter für Denkmalschutz und Denkmalpflege in Frankfurt/Oder.
Mit Heckel gemeinsam hat er das Ziel der Belebung der Innenstadt. „Innenentwicklung vor Außenentwicklung“ sei ihm ein Anliegen, was jedoch nicht heiße, dass „außen“ vernachlässigt werde. Gerade für Familien solle man verschiedene Angebote bereithalten, und die Bauwilligen müsse man gut an die Hand nehmen. Für ihn sei wichtig, dass Interessierte, die in Bad Windsheim wohnen wollen, auch Angebote finden.
Dabei gelte jedoch: „Der Markenkern dieser Stadt sind die Altbauten.” Doch auch die Ortsteile seien wichtig. Diese sollten ihre bauliche Eigenständigkeit bewahren, aber auch Verbindungsachsen zur Kernstadt aufweisen.
Klima, kommunale Wärmeplanung und Solarnutzung in der Stadt sind weitere Themen, die auf Benders Agenda stehen. Wobei er Wert darauf legt, dass mit PV-Anlagen kein Wildwuchs auf den Dächern entsteht.
Dankbar ist Bender dafür, dass er von Knoblach eingearbeitet wird und in die Aufgabe hineinwachsen kann. Sein Schwerpunkt sei bisher der Hochbau gewesen, wobei auch der Tiefbau kein Neuland für ihn ist. Er setze auf ein gutes Miteinander mit den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen und wünsche sich, dass das Bauamt von der Bevölkerung positiv wahrgenommen wird. Allerdings werde auch er nicht alle Probleme sofort lösen können
Heckel zählte viele Projekte auf, die die nächsten Jahre anstehen. Die Altstadt und die Schaffung von Parkraum für die Anwohner nannte der Bürgermeister, aber auch innovative Baugebiete,. Straßensanierungen, der Bahnhof, das Kloster und der Marktplatz, auf dem Wasser sprudeln könnte, Heckels Liste der baulichen Themen ist lang. Und dann ist da ja bekanntlich auch noch die Landesgartenschau, wenngleich Bender da noch nicht weiß, um welche Dinge er sich kümmern soll. Aber – wie eingangs erwähnt – an Arbeit wird es Bender nicht mangeln.