Berlin (dpa/tmn) - Es ist Sportfest, die Klasse hat Sportunterricht in Halle oder auf dem Sportplatz, nachmittags steht Karatetraining oder Fußball an - und das Thermometer zeigt 30 oder noch mehr: Muss Bewegung dann komplett ausfallen?
Nicht unbedingt. Sport bei sommerlicher Hitze ist für Kinder und Jugendliche möglich, sagt die Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP). Aber: Er darf nicht einfach so ablaufen wie an normalen Tagen. Dauer, Intensität, Pausen, Trinkmenge und Sonnenschutz müssen angepasst werden.
Sportliche Überanstrengungen bei hohen Temperaturen können die Gesundheit beeinträchtigen - die von Kindern und Jugendlichen wie die von Erwachsenen. Aber vertragen Kinder Hitze unter Belastung nicht grundsätzlich schlechter als Erwachsene? Ganz so einfach ist es nach Angaben der DGSP nicht: Kinder und präpubertäre Jugendliche regulieren Hitze zwar anders, aber ähnlich effektiv.
Der entscheidende Unterschied liege im Alltag oft woanders: Kinder erkennen Risiken schlechter, gehen nicht immer rechtzeitig aus der Sonne, trinken nicht zuverlässig von selbst und wollen bei Wettkämpfen oder im Vereinstraining oft mithalten.
Eltern, Trainer und Trainerinnen sollten daher auf ein sinnvolles und maßvolles Sportpensum achten, um einer Überhitzung und Überanstrengung vorzubeugen und auch immer wieder an Trink- und Erholungspausen erinnern, rät das Familienportal Nordrhein-Westfalen. Gerade bei Ausdauersportarten bestehe sonst die Gefahr, dass es zu Austrocknung, Muskelkrämpfen, Hitzschlag oder Kreislaufproblemen kommt.
Generell gilt: Viel trinken, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Ungefähr alle 15 Minuten kleine ungesüßte Einheiten, rät das Familienportal. Die Getränke sollten aber nicht eiskalt sein.
Und wie bei erwachsenen Sportlern gilt: Die sportliche Aktivität an sehr heißen Tagen sollte auch bei jungen Menschen möglichst auf die kühleren Tageszeiten frühmorgens oder abends gelegt sowie Belastungsintensität und -dauer reduziert werden. Die Mittagshitze ist tabu.
Die DGSP gibt für sportliche Belastungen bei Hitze konkrete Orientierungswerte fürs Trinken:
Für ein Kind mit 50 Kilogramm heißt das: vor dem Start etwa 250 bis 350 Milliliter trinken, bei längerer Belastung etwa 500 bis 650 Milliliter pro Stunde und nach einer Stunde Sport noch einmal rund 200 Milliliter.
Geeignet sind Wasser, ungesüßter Tee oder stark verdünnte Saftschorlen. Bei Hitze sollten Kinder nicht erst trinken, wenn sie Durst haben. Gerade Jüngere brauchen Erinnerungen und sichtbare Trinkflaschen!
Außerdem raten die Experten Eltern, Lehrern und Trainern:
Hitze ist also nicht immer ein Grund, Bewegung grundsätzlich zu streichen - sie ist aber ein Grund, das Programm zu ändern. Schulen und Vereine beachten das in der Regel und passen Sportunterricht, -Feste und Training entsprechend an.
Aber auch darüber hinaus sind Eltern, Lehrer und Trainer gefragt, wenn es darum geht, Beeinträchtigungen wie Kreislaufprobleme, Sonnenstich und Schlimmeres zu vermeiden und Kinder und Jugendliche zu sensibilisieren.
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