„Die da oben“ aus der Politik hätten den Anschluss an die Basis verloren. Ein Vorwurf, der in Zeiten der Politikverdrossenheit gerne laut wird. Dabei sind die Abgeordneten auch nur Menschen. Eine Art Speed-Dating zwischen dem CSU-Mann Tobias Winkler und interessierten Bürgern veranstaltet das Uffenheimer Bündnis gegen Rechtsextremismus am Dienstag ab 17.30 Uhr.
Mit den Abgeordneten ins Gespräch zu kommen, ihnen drängende Fragen zu stellen: Das ist das Ziel des Bündnisses. Am Dienstag fällt der Startschuss mit Tobias Winkler, der SPD-Bundestagsabgeordnete und Staatssekretär des Bundesumweltministeriums Carsten Träger soll sich anschließen, sagt der Bündnis-Vorsitzende Andreas Zander im Gespräch mit unserer Redaktion. Ein fester Termin für den Abend mit dem SPD-Vertreter steht aber noch nicht.
Am Dienstag, 27. Mai, wird ab 17.30 Uhr Dr. Gert Bodendörfer die Debatte mit Tobias Winkler im Haus der Kirche moderieren. Der wird in einem rund 30-minütigen Vortrag sich selbst und seine politischen Visionen vorstellen, anschließend gibt es Gelegenheit, Fragen zu stellen – sowohl per Wortmeldung direkt an den Abgeordneten als auch anonym als Einwurf in eine Frage-Box. Und auch Mitglieder des Bündnisses gegen Rechtsextremismus haben sich im Vorfeld zusammengesetzt und mögliche Themen vorbereitet.
Tobias Winkler, sagt Zander, ist ja noch relativ neu im Amt und wohnt im Nachbarlandkreis Fürth, in Roßtal. Viele hätten ihn deshalb noch gar nicht wirklich persönlich kennenlernen dürfen. Wie tickt er? Wofür steht er? Das sollen die Gäste erfahren. Ein Schwerpunktthema, welches das Bündnis gegen Rechtsextremismus setzt, ist aber auch der Umgang mit der AfD im Parlament.
Grüßt man sich auf dem Gang? Wie gehen CSU-Abgeordnete und AfDler abseits der Kameras im Bundestag miteinander um? Und wie schätzt Winkler eigentlich ein generelles AfD-Verbotsverfahren ein? Auch dazu soll es im Haus der Kirche Antworten geben. „Wir haben in Uffenheim ja Gott sei Dank noch keine Erfahrung mit der AfD im Stadtrat“, sagt Zander. Entsprechend interessieren ihn die genannten Themenkomplexe brennend. Aber auch der Koalitionsvertrag und dessen Umsetzung in Realpolitik soll angesprochen werden. Um ähnliche Themen wird es dann später auch im Gespräch mit SPD-Mann Träger gehen.
Für ihn ganz persönlich hätten diese beiden Diskussionsabende eine „hohe Bedeutung“, erklärt der Bündnis-Vorsitzende, der zum Auftakt jedoch beruflich verhindert ist. Nach den Terminen mit den Vertretern in Berlin könnte er sich vorstellen – sofern die Resonanz der Uffenheimer und Bürger aus dem Landkreis gegeben ist – dieses Format noch auf den Landtag auszuweiten, und auch mit den Abgeordneten, die in München tätig sind, ins Gespräch zu kommen, zum Speed-Dating sozusagen.
Schließlich gebe es auch auf Landesebene – vor allem für Städte und Kommunen – brennende Themen, die sich ebenfalls im Uffenheimer Stadtrat widerspiegeln. Zander: „Es fehlt allen an Geld.“ Was bleibt von einem möglichen Milliarden-Paket tatsächlich für die Kommunen übrig? Eine drängende Frage. Doch der Landtag ist für Zander erst „der zweite Step“, nun gilt der Fokus dem Bundestag.
„Die Menschen haben Redebedarf“, sagt der Bündnis-Chef mit Blick auf die politische Lage. Denn: „Die Probleme werden nicht kleiner.“ Um sich regelmäßig auszutauschen, plant das Bündnis auch jeden ersten Dienstag im Monat einen offenen Stammtisch für jedermann. Am 3. Juni soll hierzu die Premiere im Gasthaus „Zur Traube“ steigen. Ohne festes Programm, einfach nur reden.