Nach der spektakulären Kandidatenkür der Freien Bürger Gallmersgarten folgte am Sonntag die Nominierungsversammlung der Liste „Unabhängige Bürger Gallmersgarten” (UBG). Es wurde die Hand gereicht für eine gedeihliche Zusammenarbeit. Dennoch war der Ärger über das Vorgehen der Freien Bürger nach deren Nominierung längst nicht verraucht.
Als „saftige Watschn für die Demokratie“ bezeichnete der zweite Bürgermeister und Listenprimus Hermann Geuder den Stimmenfang der Liste „Freie Bürger”. Die hatte laut Geuder während ihrer Versammlung zu wenige Unterstützer-Stimmen für die Zulassung zur Kommunalwahl erhalten. Daraufhin sei deren Listenverantwortlicher an einigen Haustüren unterwegs gewesen, um Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinde zu bewegen, die Freien Bürger mit einer Unterschrift zu unterstützen. Dabei sei den UBGlern unterstellt worden, sie würden in die Gemeinde einen Keil treiben, würden spalten – und auch die Wortwahl „Opposition“ sei vollkommen falsch, so Geuder.
Dass dennoch eine zweite Liste nötig sei, zeigten die vergangenen Wochen und Monate. „Momentan ist es in der Gemeinde schwierig, zusammenzuarbeiten“, sagte Geuder. Eine gemeinsame Liste, wie bei den vergangenen Kommunalwahlen, hätte ein „bassd scho“ suggeriert. Genau so sei es aber „eben nicht“. Trotzdem „visieren wir künftig wieder eine gute und kompetente Zusammenarbeit zum Wohle der Gemeinde und ihrer Bürger an“, betonte der zweite Bürgermeister.
Bei 65 stimmberechtigten Bürgerinnen und Bürgern ging es anschließend an die Nominierung der Liste. Neun Namen umfasste sie, mit Jochen Katzer aus Bergtshofen hatte sich noch ein Bürger auf Vorschlag aus der Versammlung zur Kandidatur bereiterklärt. Dass mit Hermann Geuder, Johannes Dingfelder, Harald Gundel und Thomas Krämer vier amtierende Gemeinderäte auf der Liste der UBG kandidieren und kein einziger bei den Freien Wählern Gallmersgarten sei bezeichnend für die Stimmung zwischen Ratsrunde und Bürgermeister Michael Schlehlein, hieß es dazu.
Bei der Abstimmung konnten bis zu drei Stimmen gehäufelt werden. Maximal acht Stimmen, so viele Mitglieder umfasst der Gemeinderat Gallmersgarten, durften vergeben werden. Die Anzahl der Stimmen war dann für die Reihenfolge auf der UBG-Liste maßgebend.
Auf den ersten Platz wählten die Bürgerinnen und Bürger Hermann Geuder mit 107 Stimmen. Weiterhin votierten die Wahlberechtigten für Johannes Dingfelder (77 Stimmen), Harald Gundel (59), Michael Arlt (57), Bernd Meyer (52), Markus Kötzel (32), Jochen Katzer und Thomas Krämer (je 31). Als Ersatzleute wurden Marco Geisendörfer (30 Stimmen) und Karin Bruder (20) bestimmt. Beim Ausfall eines Kandidierenden auf Platz eins bis acht würde der erste nachrückende Platz acht belegen, alle anderen einen Platz nach vorne rücken.
Insgesamt sei es eine ausgewogene Liste, sowohl was die Verteilung auf die Ortsteile betreffe als auch mit Blick auf das Alter und die berufliche Ausrichtung, sagte Geuder. Je zwei Bewerber um einen Sitz im Gemeinderat kommen aus Steinach/Bahnhof, aus Steinach/Ens und aus Bergtshofen. Je einer vertritt auf der UBG-Liste Gallmersgarten und Mörlbach. Jüngster auf der Liste ist Michael Arlt mit 36 Jahren am Wahltag, die ältesten mit je 58 Jahren sind Hermann Geuder und Harald Gundel.
Sie alle wollen künftig wieder für „mehr Transparenz“ bei der Arbeit im Gemeinderat sorgen und im Fall der Wiederwahl der amtierenden Räte sich weiterhin für Bürgerinnen und Bürger einsetzen. Wohl wissend, dass „zwar einiges erreicht wurde, aber in den nächsten sechs Jahren auch unpopuläre Entscheidungen in der Gemeinde Gallmersgarten anstehen“ (Johannes Dingfelder).
Das Alter bezieht sich auf den Wahltag.