Spannung, Spaß und Musik: Mitternachtsrevue der Kreuzgangspiele Feuchtwangen | FLZ.de

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Veröffentlicht am 28.07.2025 07:00

Spannung, Spaß und Musik: Mitternachtsrevue der Kreuzgangspiele Feuchtwangen

Eine knackige Mischung aus bekannten und weniger bekannten Songs hat das Kreuzgangensemble für seine Zuhörerinnen und Zuhörer zusammengestellt. (Foto: Martina Kramer)
Eine knackige Mischung aus bekannten und weniger bekannten Songs hat das Kreuzgangensemble für seine Zuhörerinnen und Zuhörer zusammengestellt. (Foto: Martina Kramer)
Eine knackige Mischung aus bekannten und weniger bekannten Songs hat das Kreuzgangensemble für seine Zuhörerinnen und Zuhörer zusammengestellt. (Foto: Martina Kramer)

„Wild Nights – Love and Crime“, das hatte sich die diesjährige Mitternachtsrevue der Kreuzgangspiele auf die Fahnen geschrieben. Spannung, Spaß und jede Menge Musik, vorgetragen vom Kreuzgangensemble, standen bei dieser knackigen Mischung aus bekannten und weniger bekannten Songs auf dem Programm.

Anders als im Vorjahr, wo die tapferen Akteure trotz Dauerregens eine mitreißende Show boten, hielten an diesem Freitagabend die Wolken ihre Schleusen geschlossen. So konnten sich alle, Besucher wie Sänger und Musiker, ganz der Inszenierung hingeben. Auf der abwechslungsreichen Playlist standen alte wie neue Stücke, deutschsprachige wie internationale Songs. Die Musik war live, wieder inszeniert und arrangiert von Ulrich Westermann an der Gitarre und Bernd Meyer, dem langjährigen musikalischen Leiter der Kreuzgangspiele, an den Keyboards.

Es hat etwas ganz Eigenes, wenn Schauspieler sich als Sänger betätigen. Immer schwingt ein Stück Rollenspiel mit und verleiht den Liedern eine ganz neue, andere Wirkung. Mini-Inszenierungen, die über die eine oder andere stimmliche Unebenheit erhaben sind. Es geht hier eben nicht um den perfekten Gesang, sondern um die Freude an der Interpretation, an der Darbietung und am Miteinander. Das springt auf das Publikum über, das begeistert mitgeht, bisweilen herzhaft lacht, sich freut und amüsiert.

Konzert in den Bühnen-Kulissen

Da lugen bei den Sängern nicht selten auch ihre Rollen, die sie bei den Kreuzgang-Stücken spielen, aus dem Hintergrund hervor – zumal das Konzert in den Bühnen-Kulissen stattfindet. Es ist dann doch recht komisch, wenn Sherlock-Holmes-Darsteller Johann Anzenberger in der Hirschledernen den „Edelweiß-Jodler“ anstimmt. Wenn Viviane Ebert, die man als biedere Bennet-Tochter Mary in „Stolz und Vorurteil“ erlebt hat, im schwarzen Outfit die „Haifischbarpolka“ intepretiert.

Von der Erscheinung her eher ein Zausel mit langem Rauschebart schmettert Joseph Reichelt „Hit Me Baby, One More Time“, der legendäre Hit des blonden Ex-Teenie-Idols und späterer Skandalnudel Britney Spears. Pfiffig, wie Ben Erik Schöter Bodo Wartkes „Der Vogelfänger bin ich ja“ – eine eigenwillige Adaption von Mozarts Papageno-Arie – vorträgt.

Erotik und Verbrechen

Neben der Erotik darf natürlich das Verbrechen nicht zu kurz kommen. Ganz oben auf der Liste verdächtiger Gestalten steht einer, der Tauben vergiftet im Park: Georg Kreisler. Mit gleich zwei Liedern ist er dabei. Kirsten Schneider warnt alle Unvorsichtigen, nicht zu blauäugig in der Gegend herumzulaufen. „Geben Sie Acht“, heißt die Mahnung. Eher achtlos, weil nicht mehr ganz nüchtern, leicht wankend mit der Flasche in der Hand, erzählt Mario Schnitzler in „Bidla Buh“ die Geschichte von der enttäuschten Liebe, die äußerst blutig ausgeht.

Gegen Ende der Show kommt noch ein weiterer Klassiker der düsteren Musik zum Vortrag. Mit Achim Conrad als Frontmann, in schwarzem Leder, erzählt das Ensemble die Moritat vom Mackie Messer, teils in Deutsch, teils in Englisch. Und damit schließt sich der kriminelle Reigen, der mit der Bob-Marley-Hymne „I Shot The Sheriff“ eingesetzt hat. Dieser Reggae-Kulthit erklingt dann noch einmal als Zugabe. Eine schaurig-schöne Show, die für wohligen Nervenkitzel gesorgt hat. Am 1. August gibt es eine weitere Ausgabe dieser wilden Nacht, ebenfalls um 23.30 Uhr.


Von MARTINA KRAMER
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