Die Soziale Landwirtschaft bietet ein breites Feld an Umsetzungsmöglichkeiten: Wohn- und Betreuungsangebote für Senioren, Arbeitsplätze für behinderte Menschen, tiergestützte Therapie, Urlaub für pflegende Angehörige auf dem landwirtschaftlichen Betrieb. Beispiele dafür gibt es auch im Landkreis Ansbach.
Der Bauernhofkindergarten in Buch am Wald ist zugleich Landwirtschaftsbetrieb und Kita. Der Ferienhof GutMichel in Feuchtwangen-Glashofen bietet seine Kooperation mit der Tagespflegeeinrichtung der Diakonie vor Ort an, um Angehörige dementiell erkrankter Menschen zu entlasten. Auch Feriengäste, die mit Eltern beziehungsweise Großeltern auf dem Hof zusammen Urlaub machen, können Unterstützung bekommen, wenn Bedarf besteht.
In Bayern gibt es nach Schätzung der bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft etwa 250 Betriebe mit dem Betriebszweig Soziale Landwirtschaft als zusätzliches Standbein.
Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ansbach verweist darauf, dass die Angebote mit ihrer jeweiligen Zielsetzung „eine Wiederentdeckung von Altbekanntem sind“. In Klöstern, pädagogisch und therapeutisch arbeitenden Sozialeinrichtungen und psychiatrischen Krankenhäusern seien noch vor sechzig Jahren überwiegend landwirtschaftliche Betriebe angesiedelt gewesen. „Die Betreiber wussten um die Vorteile des Arbeitens in und mit der Natur für die Bewohner.“
Die Angebote im Freistaat reichen zum Beispiel vom Wohnen, der Versorgung und Betreuung bis hin zur Mitarbeit im landwirtschaftlichen Betrieb, Garten und Haushalt. Der Aufenthalt und die Arbeit in der Natur, insbesondere die Kontakte mit Tieren und die Einbindung in feste Tagesstrukturen wirke bei vielen Menschen mit Beeinträchtigungen „integrativ“ und verbessere das Wohlbefinden und den Gesundheitszustand.
Das Landwirtschaftsamt Ansbach macht auf eine bayernweite Online-Veranstaltung über das Seminar für Einsteiger in die Soziale Landwirtschaft am 18. Juli aufmerksam. Von 9.30 bis 13 Uhr gibt es Einblicke in die Möglichkeiten der Verbindung von landwirtschaftlichen Betrieben mit Pädagogik und Sozialarbeit. Praktiker stellen ihre Konzepte vor und beantworten Fragen. Zudem erhalten Teilnehmende umfassende Informationen über das Seminar zur Betriebszweigentwicklung mit Start im kommenden November.
Die Qualifizierung richtet sich laut Angaben an alle, die im Bereich der Sozialen Landwirtschaft aktiv sind oder planen, neu in diesen Betriebszweig einzusteigen. Ziel des zwölftägigen Seminars ist es, vielfältiges Wissen zu vermitteln für ein passgenaues Angebot der Sozialen Landwirtschaft für den jeweiligen Betrieb, heißt es. Weitere Informationen gibt es hier im Bereich Akademie für Diversifizierung.
Das Landwirtschaftsministerium unterstützt und qualifiziert landwirtschaftliche Betriebe beim Aufbau und der Weiterentwicklung von Sozialer Landwirtschaft. Zehn landwirtschaftliche Betriebe aus Bayern wurden für das EU-Förderprogramm für Produktivität und Nachhaltigkeit ausgewählt, um einen Unternehmenszweig innerhalb der Sozialen Landwirtschaft zu entwickeln. Die Ergebnisse werden auch anderen Betrieben zum Wissensaustausch bereitgestellt.