Es gibt in unserer Region nicht allzu oft die Gelegenheit, mexikanische Musik zu hören, schon gar nicht so sympathisch und gekonnt dargeboten wie dies bei Maria Moctezuma der Fall ist. Am Samstag trat sie im „Weißen Ross“ in Immeldorf auf.
Die junge, ambitionierte Liedermacherin stammt aus dem Süden von Mexiko, lebt in Berlin und überzeugt derzeit weite Teile Deutschlands von der Musik ihrer Heimat. Sie öffnet dabei quasi einen weiten, mexikanischen Fächer: Maria Moctezuma verbindet Elemente von Bossa-Nova, Cumbia, Jarana bis hin zu den traditionellen Stücken des wüstenartigen Nordens dieses großen und großartigen Landes. Ihr Programm besteht sowohl aus eigenen Kompositionen als auch aus traditionellen Stücken.
Ihre Stimme ist großartig. Die Liedermacherin begleitet sich nicht nur auf der Gitarre, sondern sorgt mit einer Vielzahl von indigenen Instrumenten in Form von Flöten und Percussion, die sie sparsam und wohl akzentuiert einsetzt, für weitere Farben. Ergänzt wird dies durch wenige, elektronische Effekte und Loops, mittels dieser sie im Alleingang auch komplexere Stücke aufbaut.
Maria Moctezuma schätzt die Improvisation. Sie integriert kurzerhand Menschen aus dem Publikum als kleine Rhythmus-Gruppe, die dafür Bierflaschen umfunktionieren, oder fordert eine Portion rhythmisches Klatschen für einen Loop ein. Überhaupt hat sie ein großes Talent, ihr Publikum zu aktivieren. So verstärkt sich das Gefühl, ihre Musik im Saal gemeinschaftlich zu erleben.
Letztendlich macht auch die Mischung von traditioneller und moderner Musik das Programm so gut hörbar und spannungsreich – selbst wenn die wenigsten Zuhörer Spanisch können, vermittel Maria Moctezuma ihnen eine Ahnung vom mexikanischen Selbstverständnis in Sachen Musik.
Die Liedermacherin hat in den zehn Jahren ihrer Musiklaufbahn mehrere CDs veröffentlicht, ist auf Festivals in Mexiko, den USA, Japan und Europa präsent, pendelt seit einigen Jahren zwischen ihrer sonnigen Heimat und Berlin, baut kontinuierlich ihren eigenen Stil aus und kann sich eines wachsenden Publikums erfreuen. Dazu gehören jetzt gewiss viele Menschen in Mittelfranken – eben die, die beim Konzert in Immeldorf dabei waren. Sichtlich begeistert haben sie diesen frischen Musik-Impuls aufgenommen.
Im „Weißen Ross“ trat Maria Moctezuma bereits zum zweiten Mal auf und sicherlich wird es noch einige Gelegenheiten geben, sie in dieser kultigen Musikkneipe zu sehen und zu hören. Kurzum: absolut empfehlenswert.