Zielsicher und souverän meisterte der Oberbürgermeister eine seiner wichtigsten Aufgaben in dieser Woche: Mit lediglich zwei Schlägen zapfte Thomas Deffner das erste Fass an, die 44. Ausgabe des Ansbacher Altstadtfestes war eröffnet. Bis zum Sonntag lockt ein buntes Programm die Feiergemeinde an. Bilder von den Feierlichkeiten haben unsere Reporter geschossen, die das Fest begleiten.
Alle Vereine mit ihren vielen ehrenamtlichen Helfern konnte der Oberbürgermeister in seiner Begrüßungsrede gar nicht nennen, so regen Zulauf erfährt die Traditionsveranstaltung im Herzen der Stadt in diesem Jahr. Etliche historische Innenhöfe laden ein, erkundet zu werden – abseits des Trubels in den von tausenden Menschen bevölkerten Straßen. Dort spielen Musiker an beinahe jeder Ecke oder DJs bringen mit ihren fetzigen Beats die Beine zum Wippen.
Das ist ein fantastisches Fest.
Nicht wenige Gewerbetreibende engagieren sich abseits ihres Kerngeschäfts, bewirten die Gäste und tragen damit ihren Teil bei zu einer kunterbunten, heiteren Stimmung in der Stadt. Abwechslung pur, kulinarisch ist für nahezu jeden Geschmack etwas dabei: Von Burgern über Lamm-Schaschlick, aber auch Anhänger vegetarischer oder veganer Kost müssen nicht hungrig nach Hause gehen. „Das ist ein fantastisches Fest. Mich wird man hier häufiger finden“, zeigte sich auch Oberbürgermeister Thomas Deffner sichtlich begeistert von der bunten Mischung, die offensichtlich bei den Menschen gut ankommt.
Als Deffner um kurz nach 18 Uhr am Mittwochabend das Altstadtfest für eröffnet erklärte, säumten bereits tausende Menschen die Straßen, Plätze und Gassen des historischen Kerns Ansbachs. Von der Reitbahn bis zum Stadtgraben und dem Areal hinter der Schaitbergerstraße, die beide erstmals in der langen Geschichte des Festes als Veranstaltungsorte dienen.
Die Besucher flanierten gemütlich von einem Ort zum anderen, blieben mal stehen, um sich musikalisch unterhalten zu lassen, erkundeten die Spielorte, gönnten sich hier und da etwas und genossen bei lauen Temperaturen das Flair und den Charme einer belebten Altstadt. Dabei blieb es auch zu späterer Stunde friedlich, die Polizei vermeldete „keinerlei Vorkommnisse“.
Dabei gab es am ersten Festabend einige „Kracher“: Im Stadtgraben spielten die „Smashed Potatoes“ mit ihrem stilsicheren Gitarrensound groß auf – und es zeigte sich, dass die fränkische Zurückhaltung schnell in Begeisterung umschlagen kann. Beste Stimmung herrschte auch bei den Altstadtfest-Dauerbrennern Böhm & Friends in der Reitbahn, wo ebenfalls viele Menschen die von BAF intonierten Klassiker von Led Zeppelin, Genesis und Co. genossen.
Als gegen 23 Uhr die Sperrstunde rief, zogen viele in die Clubs und Bars der Stadt weiter. „Das ist Ausnahmezustand“, meinte etwa Wirt Stefan Maurer vom Tam-Tam. In der Uzstraße stärkte sich das junge Publikum mit einem späten Döner für die nächsten Stunden. Das Altstadtfest verlangt Durchhaltevermögen.