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Veröffentlicht am 14.10.2026 04:18

So erobern Sie den verdeckten Stellenmarkt

„Finden Sie erst mal heraus: 'Wo passiert was?'”, rät die Beraterin für berufliche Neuorientierung Sabine Votteler.  (Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn)
„Finden Sie erst mal heraus: 'Wo passiert was?'”, rät die Beraterin für berufliche Neuorientierung Sabine Votteler. (Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn)
„Finden Sie erst mal heraus: 'Wo passiert was?'”, rät die Beraterin für berufliche Neuorientierung Sabine Votteler. (Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn)

Manche stellen sind lange geplant, bevor sie offiziell ausgeschrieben werden. Andere werden überhaupt nicht öffentlich ausgeschrieben. „Das nennt man verdeckten Stellenmarkt“, erklärt die Beraterin für berufliche Neuorientierung Sabine Votteler. Die Gründe dafür sind vielfältig: Vielleicht ist das Budget noch nicht freigegeben. Vielleicht soll eine Stelle aber auch gezielt besetzt und ein aufwendiges Bewerbungsverfahren vermieden werden.

Nach Erfahrung von Votteler werden gegen Ende des Jahres in vielen Unternehmen Stellen für das kommende Jahr geplant, ohne dass sie bereits ausgeschrieben werden. Denn dann wird in vielen Unternehmen der Personalbedarf für das kommende Jahr absehbar und die Budgets werden festgelegt. Für Beschäftigte, die sich beruflich verändern möchten, kann deshalb gerade jetzt ein guter Zeitpunkt sein, um mögliche Stellen auszuloten.

Wenden Sie sich nicht an die Personalabteilung

Doch wie bekommt man Zugang zu diesen Stellen? Laut Sabine Votteler steht und fällt dabei alles mit der Kommunikation. „Aber sprechen Sie am besten nicht als Erstes mit der Personalabteilung, denn die weiß über künftige Stellen oft noch gar nichts“, sagt die Beraterin.

Wer sich innerhalb des eigenen Unternehmens verändern möchte, könnte stattdessen zunächst die eigene Führungskraft ansprechen und vorsichtig nach den Planungen für das kommende Jahr fragen. Ist eine Übernahme geplant, eine Expansion oder sollen neue Geschäftsbereiche erschlossen werden? „Finden Sie erst mal heraus: 'Wo passiert was?'“, rät Votteler.

Im nächsten Schritt gehe es um die Frage: „Wo kommt das, was ich beitragen kann, zum Einsatz?“ Dafür sollte man sich im Vorfeld gründlich überlegen, wo die eigenen Stärken und Kompetenzen liegen, wie man geplante Vorhaben unterstützen könnte und welche Art von Job zu einem passt.

Nutzen Sie Ihr Netzwerk

Doch auch der Blick über den Tellerrand zu anderen Arbeitgebern lohnt sich. „Nutzen Sie Ihr Netzwerk“, rät Sabine Votteler. Denn über persönliche Kontakte lässt sich häufig überhaupt erst herausfinden, wo in anderen Unternehmen Personalbedarf entstehen könnte.

Hilfreich sind Kontakte zu Führungskräften, doch auch ehemalige Kollegen können Türen öffnen. „Ich rate immer, über berufliche Netzwerke wie LinkedIn ehemalige Kollegen zu suchen und Kontakt zu diesen aufzubauen“, sagt Votteler. „Vielleicht kennt der ehemalige Kollege in seinem Unternehmen den richtigen Ansprechpartner“, so die Beraterin. Viele ihrer Kunden seien überrascht, welche Karrieren frühere Kollegen inzwischen gemacht hätten.

Wie leicht sich ein Kontakt zu Entscheidungsträgern herstellen lässt, hängt allerdings auch von der Unternehmensgröße ab. Im Mittelstand seien die Wege oft kurz und der Kontakt schnell hergestellt. In großen Unternehmen sei das schwieriger. „Hier muss man oft weiter unten in der Hierarchie ansetzen“, rät Votteler.

Unverbindlich um Gespräch bitten

Ist ein erster Kontakt hergestellt, sollte man allerdings nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen. „Schicken Sie in der ersten Mail besser noch keinen Lebenslauf mit und nennen Sie als Grund nicht gleich die Jobsuche“, rät Votteler.

Besser sei es, zunächst unverbindlich um ein Gespräch zu bitten, etwa bei einem Kaffee oder einem kurzen Telefonat. Dabei könne man sich über künftige Herausforderungen im Unternehmen austauschen, die eigenen Kompetenzen ins Gespräch bringen und vorsichtig signalisieren, wie man bei Bedarf unterstützen könnte.

Fragt das Gegenüber allerdings schon vorab, worum es bei dem Gespräch gehen soll, sollte man seine Absichten nicht verschleiern. Dann sei es besser, offen zu sagen: „Ich bin derzeit in der Neuorientierung und würde gerne mal mit Ihnen sprechen.“

© dpa-infocom, dpa:261014-930-835889/1


Von dpa
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