Seitenhiebe und Erfolgsgeschichten: Landrat Christian von Dobschütz in Sugenheim | FLZ.de

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Veröffentlicht am 04.03.2026 20:00

Seitenhiebe und Erfolgsgeschichten: Landrat Christian von Dobschütz in Sugenheim

Landrat Christian von Dobschütz (links) informierte sich gemeinsam mit seiner Delegation während des Gemeindebesuchs in Sugenheim bei Rektorin Marianne Freimann (zweite von rechts) über das pädagogische Konzept der Ehegrundschule.  (Foto: Judith Marschall)
Landrat Christian von Dobschütz (links) informierte sich gemeinsam mit seiner Delegation während des Gemeindebesuchs in Sugenheim bei Rektorin Marianne Freimann (zweite von rechts) über das pädagogische Konzept der Ehegrundschule. (Foto: Judith Marschall)
Landrat Christian von Dobschütz (links) informierte sich gemeinsam mit seiner Delegation während des Gemeindebesuchs in Sugenheim bei Rektorin Marianne Freimann (zweite von rechts) über das pädagogische Konzept der Ehegrundschule. (Foto: Judith Marschall)

Wie steht es um die Kommunen im Landkreis? Dieser Frage geht Landrat Christian von Dobschütz regelmäßig bei seinen Gemeindebesuchen nach. Am Dienstag machte er Station in Sugenheim. Bürgermeister Anton Schiefer führte ihn durch die Ehegrundgemeinde – dorthin, wo es gut läuft, aber auch zu den Themen, bei denen der Schuh drückt.

Der Rundgang führte den Landrat gemeinsam mit seiner Delegation – der stellvertretenden Landrätin Ruth Halbritter, dem stellvertretenden Landrat und Langenfelder Bürgermeister Reinhard Streng sowie dem früheren Landtagsabgeordneten und stellvertretenden Landrat Hans Herold – auch am von der Schließung bedrohten Staedtler-Werk vorbei.

Ein Werk in unsicherer Lage

Auf einen Besuch im Betrieb hatte Bürgermeister Schiefer bewusst verzichtet. Die Stimmung sei ohnehin angespannt, erklärte er – zusätzliche Unruhe beim bislang größten Arbeitgeber Sugenheims wollte man vermeiden. Mit Blick auf die rund 30 Beschäftigten der Lebenshilfe, die dort tätig sind, betonte Hans Herold im Gespräch mit der FLZ, diese arbeiteten „sehr gerne in Sugenheim“. Eine Verlagerung nach Nürnberg würde viele von ihnen hart treffen. Für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sei tägliches Pendeln kaum eine Option.

Deutlich gelöster war die Stimmung beim örtlichen Gerüstbau-Unternehmen. Juniorchef Markus Jakob berichtete lächelnd, man habe sogar ein Angebot des 1. FC Nürnberg aus Kapazitätsgründen ablehnen müssen. Ein Seitenhieb auf den „Club“, der der Delegation ein Lächeln entlockte.

Im Foyer zeugen Fotografien von verschiedenen Projekten, Gerüste an bis zu 50 Meter hohen Kirchtürmen dokumentieren die Leistungsfähigkeit des Familienbetriebs. Jakob, der nach eigenen Worten „in das Unternehmen hineingewachsen“ ist, sprach von einer insgesamt zufriedenstellenden Auftragslage. Schwierig sei derzeit allerdings der Bereich Einfamilienhäuser. Landrat von Dobschütz sieht zwar „Licht am Horizont“, doch bei Jakob ist dieser Aufschwung bislang nicht angekommen.

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Schule mit modernem Konzept

In der frisch sanierten Ehegrundschule wurde deutlich, wie viel Engagement in der Bildung vor Ort steckt. Rektorin Marianne Freimann nutzte die Gelegenheit und erklärte den Besuchenden, was hinter Begriffen wie Kugelgarnteppich, Magnettapete, fahrbaren Regalen und „Schülerkonferenzräumen“ steckt und wie Lernräume, Beteiligung und eine passende Umgebung einer zeitgemäßen Pädagogik gerecht werden.

Zwischen Landratsstellvertreter Hans Herold und dem verantwortlichen Architekten der Schulsanierung Karlheinz Liebberger kam es während der Besichtigung eines der hellen und freundlichen Klassenzimmer zu einem kleinen Disput. Der Bauingenieur kritisierte die aus seiner Sicht überbordende Regelungsdichte. „Was greifst Du mich da an“, entgegnete Herold.

In einer Art Schlussplädoyer zur Schulhausbesichtigung ging von Dobschütz auf diese kurze aber emotionale Auseinandersetzung ein. Für ihn seien Pflanzen, Bilder und Farben – kurz: eine Atmosphäre zum Wohlfühlen – wichtiger als die „28. Brandschutzvorschrift“. Eine Grundschule müsse in erster Linie ein Ort sein, an dem Kinder gerne lernen.

Begleiten beim Abschied

Erste Station des Besuchs war das Bestattungsinstitut von Sebastian Langemann und Angelika Langemann. Hier wurde die Delegation mit einem Thema konfrontiert, das jeden betrifft: der eigenen Endlichkeit. Von Dobschütz wollte wissen, wie Bestatterinnen und Bestatter mit den psychischen Belastungen ihres Berufs umgehen. Teamarbeit sei entscheidend, erklärte Sebastian Langemann. Wenn Vertrauen herrsche, könne man jemanden auch einmal aus einer Situation herausnehmen, wenn es zu viel wird. Der Beruf verlange Empathie und zugleich professionelle Distanz. In erster Linie gehe es darum, dass der Abschied so gut wie möglich gestaltet wird.

„Das ist unsere Aufgabe“, sagte Angelika Langemann, „die Wünsche der Angehörigen zu erfüllen.“ Ihr Ehemann ergänzte: „Wir sind Eventmanager.“ Jede Trauer sei anders. Und natürlich mache es auch für ihn einen Unterschied, ob ein Kind stirbt oder ein alter Mensch nach einem erfüllten Leben im Kreis seiner Familie Abschied nehmen durfte.

Über Sugenheim hinaus engagiert

Zunächst gehe es jedoch darum, da zu sein und die Hinterbliebenen beim Abschied zu begleiten. Sebastian Langemann engagiert sich zudem über Sugenheim hinaus: Er ist Dozent an der Theo-Remmertz-Akademie in Münnerstadt, der Bundesausbildungsakademie des Bestatterverbands, die 2005 eröffnet wurde. Als Bestattermeister bringt er seine Erfahrung in die Ausbildung des Nachwuchses ein.

Am Ende des Tages dürfte der Landrat mit zahlreichen Eindrücken in die Kreisbehörde zurückgekehrt sein. Er hörte vom Dutzenthaler Börsenbär, von den beliebten Festen im Ehegrund – und von den Sorgen der Handwerkerinnen und Handwerker, Architekten, einer Schulleitung und vielen anderen, mit denen er sich unterhalten hatte.


Von JUDITH MARSCHALL
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