Schweren Herzens, aber einstimmig hat der Gemeinderat den Beschluss zur Auflösung der Ortsteil-Feuerwehr Wustendorf und Neubruck gefasst. Zum Monatsende ist Schluss. Die Kameraden sind eingeladen, sich künftig der Feuerwehr Bruckberg anzuschließen.
Davon wollten einige auch Gebrauch machen, berichtete Bürgermeisterin Ursula Weiß, die außerdem resümierte: „So schnell kann es gehen, eine Feuerwehr aufzulösen. Schon ein bisschen traurig.“ Auch die Kameraden in Wustendorf seien geknickt. „Sie waren schließlich mal eine richtig große Truppe.“ Der Weiterbestand sei jedoch nicht mehr sinnvoll gewesen.
Damit eine selbstständige Feuerwehr betrieben werden kann, bedarf es einer Mindestanzahl an Aktiven. Laut bayerischem Feuerwehrgesetz ist die dreifache Truppstärke von 27 Personen vorgeschrieben. In Ausnahmefällen – beispielsweise bei sehr kleinen Ortschaften – kann die zweifache Truppstärke von 18 Aktiven akzeptiert werden.
Diese Sonderregelung hätte zwar auf Wustendorf Anwendung finden können. Schließlich hat das Dörfchen nur 55 Einwohner und verfügt auch mit der Hand voll Anwesen in Neubruck kaum über ausreichend Männer und Frauen im dienstfähigen Alter. Zuletzt brachte man es aber nach Gemeindeangaben nur noch auf sechs Kameraden. Bereits Ende 2022 hatten der Kreisbrandrat Thomas Müller und das Landratsamt den Wustendorfern eine Zweijahresfrist gesetzt, um tätig zu werden und sich zahlenmäßig zu verstärken. Diese war verstrichen, ohne dass sich an dem Befund etwas änderte.
„Bei einer Dienstversammlung in Wustendorf wurden die Kameraden kürzlich darüber informiert, dass wir den Ratsbeschluss zur Auflösung fassen werden“, berichtete Weiß. Eine Überraschung sei das für die Anwesenden nicht gewesen. Die Entscheidung habe man in der Folge gemeinsam getroffen.
Das Feuerwehrhaus im Dorf soll nun erst einmal ausgeräumt werden. „Die Kommandanten und Gerätewarte wollen sich Inventar und Geräte anschauen und gegebenenfalls nach Bruckberg ins Feuerwehrhaus bringen.“ Die Sirene werde mit den Bruckberger Sirenen gleichgeschaltet. Außerdem könnten die Aktiven aus Wustendorf künftig auch die Alamos-Alarmierungs-App auf ihren Smartphones nutzen.
Künftig hat Bruckberg nur noch eine Hauptfeuerwehr mit aktuell immerhin 65 Kameradinnen und Kameraden. „Damit sind wir sehr gut aufgestellt und haben sogar mehr Aktive als so manche der größeren Kommunen in der Region“, teilte Kommandant Maximilian Tobias mit.
Die Entscheidung zur Auflösung der Ortsteilwehr gehe für ihn in Ordnung. „Auch in Wustendorf sieht das jeder ein.“ Schließlich habe man dort nach dem altersbedingten Ausscheiden der langjährigen Führungskraft in den vergangenen vier Jahren nicht mal mehr einen eigenen Kommandanten gehabt.
Auch die Alarmierung durch die Leitstelle war nicht mehr erfolgt – verschenktes Potenzial aus Feuerwehrsicht. Vier der sechs Männer wollten weiter in Bruckberg Dienst leisten.