Schwerer Schritt: Feuerwehr in Wustendorf löst sich auf | FLZ.de

foobarious
arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 03.07.2025 14:19

Schwerer Schritt: Feuerwehr in Wustendorf löst sich auf

Die letzte eigenständige Ortsteilfeuerwehr Bruckbergs ist Geschichte. Der Gemeinderat hat den Beschluss zur Auflösung der Wustendorfer Feuerwehr gefasst. (Foto: Yvonne Neckermann)
Die letzte eigenständige Ortsteilfeuerwehr Bruckbergs ist Geschichte. Der Gemeinderat hat den Beschluss zur Auflösung der Wustendorfer Feuerwehr gefasst. (Foto: Yvonne Neckermann)
Die letzte eigenständige Ortsteilfeuerwehr Bruckbergs ist Geschichte. Der Gemeinderat hat den Beschluss zur Auflösung der Wustendorfer Feuerwehr gefasst. (Foto: Yvonne Neckermann)

Schweren Herzens, aber einstimmig hat der Gemeinderat den Beschluss zur Auflösung der Ortsteil-Feuerwehr Wustendorf und Neubruck gefasst. Zum Monatsende ist Schluss. Die Kameraden sind eingeladen, sich künftig der Feuerwehr Bruckberg anzuschließen.

Davon wollten einige auch Gebrauch machen, berichtete Bürgermeisterin Ursula Weiß, die außerdem resümierte: „So schnell kann es gehen, eine Feuerwehr aufzulösen. Schon ein bisschen traurig.“ Auch die Kameraden in Wustendorf seien geknickt. „Sie waren schließlich mal eine richtig große Truppe.“ Der Weiterbestand sei jedoch nicht mehr sinnvoll gewesen.

Damit eine selbstständige Feuerwehr betrieben werden kann, bedarf es einer Mindestanzahl an Aktiven. Laut bayerischem Feuerwehrgesetz ist die dreifache Truppstärke von 27 Personen vorgeschrieben. In Ausnahmefällen – beispielsweise bei sehr kleinen Ortschaften – kann die zweifache Truppstärke von 18 Aktiven akzeptiert werden.

Gemeinsame Entscheidung

Diese Sonderregelung hätte zwar auf Wustendorf Anwendung finden können. Schließlich hat das Dörfchen nur 55 Einwohner und verfügt auch mit der Hand voll Anwesen in Neubruck kaum über ausreichend Männer und Frauen im dienstfähigen Alter. Zuletzt brachte man es aber nach Gemeindeangaben nur noch auf sechs Kameraden. Bereits Ende 2022 hatten der Kreisbrandrat Thomas Müller und das Landratsamt den Wustendorfern eine Zweijahresfrist gesetzt, um tätig zu werden und sich zahlenmäßig zu verstärken. Diese war verstrichen, ohne dass sich an dem Befund etwas änderte.

„Bei einer Dienstversammlung in Wustendorf wurden die Kameraden kürzlich darüber informiert, dass wir den Ratsbeschluss zur Auflösung fassen werden“, berichtete Weiß. Eine Überraschung sei das für die Anwesenden nicht gewesen. Die Entscheidung habe man in der Folge gemeinsam getroffen.

Das könnte Sie auch interessieren
Großeinsatz in Dinkelsbühler Pflegezentrum: Frittieröl löst Brandmelder ausRatsneuling Michael Seybold wird in Gebsattel gleich dritter BürgermeisterFeuerwehr-Jubiläum in Elpersdorf: Über 70 Gruppen marschierten im Festzug mitWilburgstetten: Gemeinderat gibt grünes Licht für geplanten GenerationenwohnparkNeue Wanderwege in der Gemeinde Simmershofen: Viel Natur für die ganze FamilieAbschied nehmen auf der Burg von ColmbergZweistündiger Feuerwehreinsatz bei Markt Nordheim: Strohhaufen stand in FlammenInsinger Gemeinderat startet: Ein Neuer wird gleich zweiter BürgermeisterFeuer in Waldstück im Ansbacher Westen: Polizei geht von Brandstiftung ausWie im Stadtwald von Burgbernheim kleine Bäume vor Verbiss geschützt werdenAbschied und Willkommen im Gemeinderat Ohrenbach: Fünf Neugewählte vereidigtGlasfaser für 45 weitere Adressen in Neuendettelsau: Was das die Kommune kostetNach Streit um Heizkraftwerk: Nahwärmenetz für Rügland nimmt eine weitere Hürde150 Jahre Feuerwehr Herrieden: Ein Festzug mit 1900 Teilnehmenden als HöhepunktWechselhafte Geschichte: Feuerwehr Ermetzhofen feiert 150-jähriges Bestehen

Feuerwehrhaus wird geräumt

Das Feuerwehrhaus im Dorf soll nun erst einmal ausgeräumt werden. „Die Kommandanten und Gerätewarte wollen sich Inventar und Geräte anschauen und gegebenenfalls nach Bruckberg ins Feuerwehrhaus bringen.“ Die Sirene werde mit den Bruckberger Sirenen gleichgeschaltet. Außerdem könnten die Aktiven aus Wustendorf künftig auch die Alamos-Alarmierungs-App auf ihren Smartphones nutzen.

Künftig hat Bruckberg nur noch eine Hauptfeuerwehr mit aktuell immerhin 65 Kameradinnen und Kameraden. „Damit sind wir sehr gut aufgestellt und haben sogar mehr Aktive als so manche der größeren Kommunen in der Region“, teilte Kommandant Maximilian Tobias mit.

Jeder sieht die Entscheidung ein

Die Entscheidung zur Auflösung der Ortsteilwehr gehe für ihn in Ordnung. „Auch in Wustendorf sieht das jeder ein.“ Schließlich habe man dort nach dem altersbedingten Ausscheiden der langjährigen Führungskraft in den vergangenen vier Jahren nicht mal mehr einen eigenen Kommandanten gehabt.

Auch die Alarmierung durch die Leitstelle war nicht mehr erfolgt – verschenktes Potenzial aus Feuerwehrsicht. Vier der sechs Männer wollten weiter in Bruckberg Dienst leisten.


Von Yvonne Neckermann
north