Nun ist er fertig, der ein Kilometer lange Gewässerlehrpfad an der Zenn in Neuhof (Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim). Hier sollen alle Sinne angesprochen werden. Max der Maulwurf wird Groß und Klein begleiten, wenn sie den Pfad nutzen. Erstellt wurde er von einem von Timo Hemmerich geleiteten P– (Projekt-) Seminar am Neustädter Gymnasium, am Donnerstag war Einweihung.
In ihren Ansprachen würdigten alle Rednerinnen und Redner das enorme Engagement der jungen Leute, die nicht nur die Planung, sondern auch die Umsetzung und Finanzierung des Lehrpfades selbst in die Hand genommen hatten. „Dies wäre ohne wertvolle Unterstützung, sei es nun als Ratgeber, finanzieller Förderer oder durch praktisches Engagement nicht möglich gewesen“, betonte Bürgermeisterin Claudia Wust und dankte allen, die so zum Gelingen beigetragen haben.
Wust, deren Sohn ebenfalls dieses P-Seminar belegt hatte, freute sich, dass ihre Anregung, einen solchen Gewässerlehrpfad an der Zenn zu errichten, beim zuständigen Lehrer und der Fachbereichsleitung auf fruchtbaren Boden gefallen war. Rund 18 Monate lang hatten die Jugendlichen Ideen entwickelt, Konzepte erstellt und schließlich ihr Projekt verwirklicht. Dabei entstanden sechs Tafeln. Auf ihnen findet man für alle Altersgruppen verständlich aufbereitete Informationen über Biber, Eisvogel, Bachmuschel, einige Bäume und natürlich den Maulwurf.
Die jungen Leute sammelten nicht nur Material, sondern waren zudem für das Design und die Umsetzung verantwortlich, betonte Wust. Fachliche Unterstützung holte man sich bei Naturparkranger Benjamin Krauthahn. Das Wasserwirtschaftsamt, zuständig für Gewässer zweiter Ordnung – also auch für die Zenn – wurde ebenso ins Boot geholt, wie die Gemeinde, das Landratsamt und der Bauhof, der die Tafeln aufstellte. Die Kosten des Projekts bezifferte die Bürgermeisterin auf knapp 3000 Euro, zwei Drittel wurden über Spenden finanziert. Den Rest steuerte die Gemeinde bei.
„Der Wasserlehrpfad ist ein Mehrgewinn für die Kommune und das FAG“, unterstrich Wust, ebenso wie es später auch von Schulseite bestätigt wurde. Nicht unerwähnt blieb bei der Einweihung, dass das P-Seminar von Timo Hemmerich auch mit dem P-Seminarpreis 2023/24 ausgezeichnet worden war. In Mittelfranken hatten das nur noch zwei weitere Gymnasien geschafft.
„Die Schülerinnen und Schüler haben gesehen, was es heißt, ein solches Projekt zu stemmen. Es war spannend, stressig, nervenaufreibend, anstrengend, manchmal auch frustrierend“, stellte stellvertretender FAG-Schulleiter Thomas Dorsch fest. Er lobte das große Engagement der jungen Leute und deren Eigenständigkeit und sprach die Hoffnung aus, dass das neue Angebot gut angenommen wird.
Das wünscht sich auch Timo Hemmerich, der einräumte, dass man anfangs nicht gewusst habe, was da alles auf einen zukommt. „Die Idee zum Pfad lieferte Frau Wust. Ohne sie würde es diesen nicht geben. Die Schülerinnen und Schüler haben eine tolle Entwicklung gemacht, wussten sie doch anfangs nicht, wohin die Reise geht.“ Sie hätten viel gelernt, vor allem auch, wie das Arbeiten in der Gruppe funktioniert. „Es klappt nur im Team. Jede und jeder brachte seine Talente ein. So entstand etwas Großes.“
Dem pflichtete Naturparkranger Benjamin Krauthahn bei. „Ihr habt dabei in einer schönen Art Kritik geäußert. Sie blieb stets auf einer sachlichen Ebene.“ Das Programmierteam, das sich um die digitalen Bereiche kümmerte – neben Texten und Fotos gibt es auch QR-Codes auf den Info-Tafeln – sei von Max dem Maulwurf ganz begeistert gewesen. „Ihr habt recherchiert, viel Wissen gehortet, es aufgearbeitet und es somit begreifbar gemacht.“
Viel Anerkennung für das Geleistete gab es auch von Dr. Gerald Wasmeier, Präsident des Lions Club Neustadt. Sein Dank ging ferner an die Lehrkräfte, die mit dieser Themensetzung das P-Seminar in seiner ureigenen Bedeutung als Praktikum mit der Intention der Eigenverantwortung der Schülerinnen und Schüler bekräftigt haben und damit das Fordern und Fördern zielgerichtet umsetzen konnten. „Junge Menschen mit einem solchen Engagement zu sehen, bedeutet, dass wir auch für die gesellschaftliche Zukunft gut gerüstet sind.“ Der Lions Club unterstützte das Projekt mit 1000 Euro.
Dass das Projekt Gewässerlehrpfad Schule macht, wünschte sich stellvertretende Landrätin Ruth Halbritter. Sie würdigte ebenfalls den Teamgeist der Gymnasiasten und dass sich jede und jeder einbringen konnte. Sie hätten damit zusammen etwas geschaffen, von dem viele Menschen profitieren können, aber auch viel für sich selbst gewonnen. „Ihr nehmt ein Stück davon mit in euer Leben.“
Yvonne Ruby erklärte für die VR-meine Bank sowie die „VR meine Bank GenossenschaftsStiftung“, dass man das Projekt gern unterstützt habe: „Das war eine tolle Leistung. Ihr habt als Team gut zusammengearbeitet.“ Am Schluss gab es für die Schüler, die nun ihr Abitur in der Tasche haben, Abi-Bier und eine Einladung ins Freibad – natürlich nebst kostenloser Verpflegung.