Auf 7000 Quadratmetern entstehen Wohnraum und soziale Einrichtungen. Zuletzt machten Bodenfunde Sorgen. Was wurde aus den Untersuchungen?
Einen Schritt voran sind die Verantwortlichen mit dem geplanten diakonischen Quartier in Windsbach gekommen: Der Stadtrat hat jetzt den dazugehörigen Entwurf des Bebauungsplanes „An den Feldwiesen“ beschlossen. Im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung kamen gute Nachrichten vom Landesamt für Denkmalpflege.
Westlich der Heinrich-Brand-Straße soll dieses Quartier auf einem rund 7000 Quadratmeter großen Areal entstehen. Die Högner Baugesellschaft ist für das Projekt verantwortlich. Das Diakonische Werk sitzt als Partner mit im Boot. Dies ist auch notwendig, da die Stadt die Fläche nur unter der Prämisse freigegeben hat, dass hier neben Wohnraum auch Platz für Dienstleistungsangebote und soziale Zwecke geschaffen werden soll.
Nach dem aktuellen Stand der Planung sind in dem Quartier eine Tagespflege, die zum Start rund 20 Plätze haben soll, Seniorenwohnungen, ein Servicestützpunkt, die Diakoniestation mit einem ambulanten Pflegedienst und Beratungsbüros vorgesehen. Wie üblich in so einem Verfahren wurde auch die Öffentlichkeit beteiligt. Die eingegangenen Stellungnahmen und die entsprechenden Abwägungen stellte Jörg Bierwagen vom Ingenieurbüro Christofori und Partner vor.
Im Grunde konnten alle Hinweise ohne größere Probleme eingearbeitet werden. Es ging unter anderem um das Thema Müllentsorgung. Diese soll laut Bierwagen am Anfang des Quartiers über Sammelplätze erfolgen, sodass ein Müllfahrzeug gar nicht erst in das Quartier fahren muss. Auch Schallschutzgutachten mussten erstellt werden, und die Abwasserbeseitigung war etwa ein Thema. Wie Bierwagen berichtete, ist ein Trennsystem in dem Quartier geplant. Beim Niederschlagswasser sagte der Fachmann, dass dieses nicht komplett auf der Fläche versickert werden kann. Die Folge: Das Wasser muss in einem Stauraumkanal gesammelt und kontrolliert in die Kanalisation abgeleitet werden.
Die größten Bauchschmerzen und Verzögerungen verursachte indes das Landesamt für Denkmalpflege bei den Verantwortlichen. Denn es wurde vermutet, dass auf dem Grundstück Bodendenkmäler zu finden sind. Nach umfangreichen Sondierungen steht fest, dass es tatsächlich Funde aus dem Mittelalter und der Bronzezeit gab, wie Bierwagen ausführte. Zum Glück für die Verantwortlichen: Eine Dokumentation reichte aus, weitere bodendenkmalrechtliche Vorgaben gibt es nicht.
Diskutiert wurde in der Sitzung über die Themen Stellplätze und Tiefgarage. Denn bei den Seniorenwohnungen schlug Bierwagen vor, von der Stellplatz-Satzung abzuweichen und pro Wohnung nur 0,5 Parkplätze zu schaffen. Seine Begründung: Die Bewohner werden, wenn überhaupt, nur ein Auto haben.
Bei der Tiefgarage ging es um die Ausfahrt, die über den Gehweg entlang der Heinrich-Brandt-Straße führt. Hier schlug Bierwagen vor, mit farblich abgesetzten Pflastersteinen zu arbeiten – ähnlich wie bei Fahrradwegen. Zudem steht die Tiefgarage nur der Tagespflege und den Seniorenwohnungen zur Verfügung. Sprich: Die Nutzer wissen, dass sie aufpassen müssen.
Aus Sicht von Bürgermeister Matthias Seitz (SPD) schreitet die Entwicklung des Projektes gut voran. Er ist zuversichtlich, dass „wir bis zum Sommer einen guten Schritt weiterkommen“. Laut Norbert Kleinöder (Umland) wird mit dem Quartier ein Zweck erfüllt, der über die Grenzen Windsbachs hinaus wirkt. Durch die Lage dränge man Senioren nicht an den Rand. „Wir holen sie direkt in die Stadt und ins gesellschaftliche Leben.“