Einen aktuellen Stand zum Glasfaserausbau in Bad Windsheim bekamen die Stadträtinnen und -räte in ihrer Sitzung. Die CSU-Fraktion hatte einen entsprechenden Antrag gestellt. Die Bauarbeiten sollen durch ein externes Büro überwacht werden.
Sonja Korn ist regionale Ansprechpartnerin von Glasfaser Plus, der Deutschen Telekom. Sie und ihr Stellvertreter Markus Sand erläuterten die Pläne. Zwei Ausbaugebiete sind vorgesehen, erschlossen wird ein Teil der privaten Haushalte, insgesamt etwa 5500, erläuterte Korn. Bauabschnitt I betrifft die Weststadt, westlich der Bahntrasse bis zur Buchheimer Straße. In diesem Bereich wurden die Haushalte laut Korn bereits schriftlich informiert. Etwa 2380 Haushalte können dort ihren Anschluss in Auftrag geben.
Durch ein Förderprogramm des Bundes müssen diese die Anschlussgebühr von je knapp 800 Euro nicht selbst bezahlen, warb Korn. Man müsse lediglich einen Glasfaser-Tarif bei der Telekom abschließen und könne dann ohne Anschlussgebühr schneller im Internet surfen. Der Ausbau beginnt voraussichtlich Ende Oktober.
Für den zweiten Bauabschnitt, die Altstadt und den Galgenbuck, hatten Sand und Korn keine zufriedenstellenden Neuigkeiten für die Stadträte. „Wir haben noch keine Baufirma gefunden, die die Arbeiten übernimmt“, sagte Korn.
Die Vermarktung sei seit August in vollem Gange – an Infoständen und durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die von Haus zu Haus gehen, so Korn. Matthias Oberth (SPD) wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass viele Menschen oft eher weniger Vertrauen zu den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern habe, die an den Türen klingeln. Die Unterscheidung gegenüber „Drückerkolonnen“ falle nicht jedem leicht, stimmte Bernhard Kisch (CSU) zu. Korn erläuterte, dass es eine Autorisierungshotline der Telekom (Telefon: 0800/3309765) gebe, bei der die angesprochenen Bürger die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf ihre „Zugehörigkeit“ prüfen lassen können. Erkennungsmerkmale seien zudem Ausweise, die gezeigt werden müssen und durch Firmenlogos gekennzeichnete Kleidung.
Oberth wollte zudem wissen, ob von den Stadtwerken bereits verlegte Leerrohre genutzt werden. Diese habe man den Anwohnerinnen und Anwohnern bei Bauarbeiten quasi mit verkauft, dementsprechend sollten sie auch für Glasfaser genutzt werden. Sand erläuterte, dass die Telekom immer in Kontakt mit der Stadt sei und Leerrohre ankaufe. „Es ist aber immer eine Frage der Wirtschaftlichkeit.“ So gebe es auch Kommunen, die „utopische Preise“ verlangten. Bürgermeister Jürgen Heckel (WiR) versicherte, dass Stadtwerkeleiter Thomas Hartlehnert im Austausch mit der Telekom sei.
Georg Gerhäuser (CSU) wies darauf hin, dass die gebuddelten Löcher wieder „anständig zugemacht werden. Nicht, dass im nächsten Winter alles rausbricht.“ Der Zustand der Wege sollte im Nachhinein mindestens so sein, wie zuvor. Dies müsse überwacht werden, hieß es auch in einem entsprechenden Antrag der CSU. Sollte die Stadt keine „personellen Kapazitäten“ dafür haben, müsse ein externes Büro mit der Überwachung beauftragt werden. Außerdem wollte Georg Gerhäuser wissen, warum das Gewerbegebiet außen vor gelassen wird beim Ausbau, gerade Firmen seien auf schnelles Internet angewiesen, um wettbewerbsfähig zu sein, so der CSU-Stadtrat.
Auch dies habe mit der Wirtschaftlichkeit zu tun. Im Gewerbegebiete seien wenige Anschlüsse auf langer Strecke verteilt. Ein „Controller“ habe vorab ermittelt, wo es sich rentiere, auszubauen, so Korn. Sie gab den Tipp, sich bezüglich der Gewerbegebiete „interkommunal“ zusammenzuschließen und andere Fördertöpfe des Bundes anzuzapfen.
Heckel verwies darauf, dass man bereits versucht habe, in ein Programm zu kommen, aber: „Ich kann als Bürgermeister immer nur kämpfen und krieg nur Briefe, in denen steht: geht nicht.“ Man dürfe da jetzt aber nicht locker lassen und müsse sich dann eben mit anderen Kommunen zusammentun, wies Kisch auf den Antrag hin, in dem die CSU fordert, dass auch der Ausbau von Glasfaser für Firmen gewährleistet werden müsse.
Zudem forderte er eine Darstellung der Adressen, die „als weißer Fleck“ zurückbleiben. „Um die weißen Flecken müssen wir uns kümmern“. Auch fordert die CSU-Fraktion, dem Stadtrat einen Plan der vorhandenen Leerrohre vorzulegen. Als Dieter Hummel, Horst Allraun (CSU), und Wolfgang Eckardt (FWG) in Details zu den Anschlüssen abschweiften, stellte Sabine Detsch (SPD) einen Antrag auf Beendigung der Debatte.
Der Stadtrat beschloss einstimmig, die Telekom aufzufordern, Gebietsabgrenzungen offenzulegen, um zu sehen, wo es Versorgungslücken gibt. Außerdem sollen Angebote externer Büros eingeholt werden, die die Überwachung der Bauarbeiten übernehmen. Sämtliche Angebote sollen zunächst dem Stadtrat vorgelegt werden.