Von der Lebenshilfe Werkstatt in Lenkersheim direkt ins Landratsamt wechselten Simone Osterrieder und Paul Schmidt am bundesweiten Aktionstag „Schichtwechsel“, wo sie in den allgemeinen Arbeitsmarkt hineinschnuppern konnten.
Ihren Arbeitsplatz in Lenkersheim übernahm zeitgleich Landtagsabgeordneter Werner Stieglitz. Sein Vorgänger Hans Herold, der den zweiten Platz übernehmen sollte, hatte kurzfristig absagen müssen.
Dieser „Schichtwechsel“ wurde heuer zum siebten Mal von der „Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen” organisiert, die sich hinter der sperrigen Abkürzung BAG WfbM verbirgt. Diese sorgt damit seit 2018 dafür, dass Menschen die Teilhabe an Arbeit und Gesellschaft ermöglicht wird, welche sich ihren Lebensunterhalt aufgrund ihrer Behinderung nicht, noch nicht oder noch nicht wieder durch die Mitwirkung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt sichern können.
Für die Teilnahme von Lenkersheim hatten sich die Westmittelfränkischen Lebenshilfe Werkstätten bei der BAG WfbM beworben, die in Ansbach zwei, in Feuchtwangen eine und in Bad Windsheim die in Lenkersheim betreibt, wie Harald Eisner, der PR-Beauftragte der Lebenshilfe erklärte. Geschäftsführer Dieter Bögelein begrüßte Stieglitz, der sich sehr darüber freute, „dass ich zu diesem Aktionstag praktisch etwas beitragen und die Menschen, die hier arbeiten, persönlich kennenlernen kann“.
In der Schreinerei konnte der Abgeordnete dann gleich seine praktischen Fähigkeiten bei der Herstellung der Vogelhäuschen unter Beweis stellen, die für eine regionale Firma aus zertifiziertem Holz hergestellt werden. Dann ging es weiter zum professionellen Maschinenpark, wie zum Beispiel der Kreissäge mit Handguard und einer Plattensäge, deren von Gerome Reimer beschnittene Platten, Stieglitz schwungvoll in die bereitstehenden Container einordnete.
Bei dem daran anschließenden Rundgang lernte der Abgeordnete die Möglichkeiten des Einsatzes der etwa 220 Mitarbeiter kennen, „für die wir“, wie der Geschäftsführer betonte „vor allem Aufträge aus der Wirtschaft brauchen, damit wir sie beschäftigen können“.
Während Stieglitz sich in Lenkersheim mit der Lage der Lebenshilfe Werkstatt beschäftigte, erlebten Simone Osterrieder und Paul Schmidt bei ihrem Einsatz im Landratsamt einen äußerst herzlichen Empfang durch dessen Mitarbeiter, wie Werkstattleiter Matthias Friedrich, der die Beiden nach Neustadt begleitet hatte, berichtete.
Sie waren im Kreisjugendamt bei der Koordinierenden Kinderschutzstelle eingesetzt, wo sie die Willkommensmappen des Landratsamtes für Neugeborene mit mehreren Flyern und passenden Söckchen versandfertig machten. Mit einem Rundgang durch das Amt, inklusive des Büros von Landrat Christian von Dobschütz, endete dieser, wie sie sagten „megatolle Tag“ im Landratsamt.