„Ein Haus von Rothenburg-Liebhabern für Rothenburg-Liebhaber“: So sieht Franziska Krause das RothenburgMuseum. Als dessen Leiterin gab sie im Kultur- und Tourismusausschuss einen Überblick über aktuelle Zahlen und geplante Projekte.
„Das Museum soll sich in die Stadtgesellschaft öffnen“, sagte Krause. Es solle als Anlaufstelle dienen, als Zielort für einen gemütlichen Nachmittag. Seit 2022 gebe es verstärkt partizipative Konzepte wie beispielsweise die Kultur im Klosterhof. Diese zusätzlichen Veranstaltungen seien insbesondere für die Rothenburgerinnen und Rothenburger ein zusätzlicher Anreiz, das Museum zu besuchen.
Auch der Rothenburger Märchenzauber, das Wochenend- und Kinderyoga, Führungen zur Sonderausstellung „Heiner Krasser“, zu den „Waffen einer Reichsstadt“ und zum Thema „Jüdisches Rothenburg“ hätten großen Anklang gefunden.
Ein Publikumshit sei nach wie vor die Nonne Sabine, die an 16 Terminen im Jahr 2024 insgesamt 378 Gäste zählte – und zwar, obwohl das Format für Kinder konzipiert ist, auch etliche Erwachsene, betonte Krause.
Entsprechend positiv sehen die Besucherzahlen aus. Von Januar bis November 2024 – die Dezemberzahlen liegen noch nicht vor – haben rund 17.300 Personen das Museum besucht. Im Vergleichszeitraum 2023 waren es 16.430 Personen. Und selbst wenn man die Corona-Jahre ausspare, sei ein kontinuierlicher Besucheranstieg über die Jahre hinweg zu beobachten, so Krause.
Einen wichtigen Beitrag leiste auch der Freundeskreis des Museums mit seinen zahlreichen Veranstaltungen, sagt Krause. Insgesamt 681 Gäste seien zu den 24 Veranstaltungen gekommen, alleine die lange Nacht des Museums im Oktober lockte 320 Gäste an. Regelmäßig gebe es Kinderführungen, nämlich immer am ersten Sonntag im Monat von Mai bis September, die Reihe „Kunst sehen und verstehen“ findet immer am letzten Sonntag im Monat statt.
Acht Sonderführungen gab es durch die Ausstellung „Elise Mahler – Malweib, unerschrockene Künstlerin und Unternehmerin“; gut gelaufen seien auch das Osterrätsel und die Osterüberraschung am 30. März.
Das Jahresprogramm 2025 für „Kunst sehen und verstehen“ steht bereits fest. Den Auftakt macht am 16. Februar Peter Schaumann mit einem „bildhaften Stadtspaziergang“ zum Thema „Veduten“. Am 30. März erläutert Luise Limburg jüdische Rituale anhand der Ausstellungsstücke in der umfangreichen Judaika-Sammlung des Museums. Im weiteren Jahresverlauf geht es dann unter anderem um Malerei im 16. Jahrhundert, um Naturfarbstoffe und die Trümmerfrauen Rothenburgs im Jahr 1945.
Darüber hinaus wolle man das Angebot für Familien und Kinder sowie für die Schulen erweitern, kündigte Krause an. Mit einer Museumsrallye zum Beispiel, bei der das Haus auf eigene Faust erkundet werden kann. Oder durch Angebote, die auf den Lehrplan einzelner Jahrgangsstufen abgestimmt sind. „Bei freiem Eintritt kann man dann zum Beispiel einen Wandertag im Museum verbringen“, so Krause. Noch im ersten Quartal 2025 sollen ihr zufolge Führungen zum jüdischen Rothenburg mit einem Besuch der Judengasse 10 starten. Dieses Projekt läuft in Kooperation mit dem Kulturerbe Bayern. Im Frühjahr steht Krause zufolge zudem die Eröffnung der neuen Dauerausstellung zum Rothenburger Weg an.
Von Mitte Juni bis Mitte Juli ist eine Ausstellung des Rothenburger Fotoclubs im Klostergarten anlässlich dessen 70. Jubiläums geplant. Im September soll dann eine Kooperationsausstellung mit Studierenden der Museologie der Universität Würzburg starten.