Für den Historischen Schäfertanz waren die Reichsstadttage ein „voller Erfolg“, sagt Vorsitzender Uwe Bach. Dreimal führte der Verein seinen traditionellen Figurentanz auf dem Marktplatz auf. Zwei Tanzeinlagen übernahm die Kindergruppe. Die soll später einmal in die Fußstapfen der Erwachsenen treten, denn der Verein sucht dringend neue Mitglieder.
Der Oberschäfer pfeift und die Formation wechselt: Der traditionelle Figurentanz folgt einem strengen Muster. Die Tänzerinnen tragen Schutenhüte, Rock und Schultertuch aus der Biedermeierzeit, die Männer eine altfränkische Tracht, bestehend aus Dreispitz, Kniebundhose und Schnallenschuhen.
Eine Aufführung des Historischen Schäfertanzes bedeutet eine Reise in die Vergangenheit und ist jedes Jahr einer der Höhepunkte der Reichsstadttage. „Die Tänze waren sehr gut besucht, auch diverse Ehrengäste waren dabei“, berichtet Uwe Bach, der Vorsitzende des Vereins. Insbesondere die Kinderschäfer hätten für ihre Volkstanzeinlagen am Samstagnachmittag viel Applaus vom Publikum bekommen.
Dass der Schäfertanz mit diesem Aufgebot an den Reichsstadttagen teilnehmen kann, bedeutet für den Vorsitzenden Uwe Bach eine Kraftanstrengung. Schon seit Jahren sucht er nach neuen Mitgliedern. Aktuell bestehe die Erwachsenengruppe aus 14 aktiven Tanzpaaren, bei den Kindern sind es sechs.
Das sind zu wenig Leute, erklärt Bach. An den Reichsstadttagen brauchten sie daher jedes Mitglied: „Alles, was tanzen konnte und verfügbar war, tanzte auch“, so der 45-Jährige. Dabei verfügt der Verein über eine eigene Kindergruppe und investiert viel Zeit in die Arbeit mit dem Nachwuchs. Das Problem sei jedoch der Übertritt vom Kinder- zum Erwachsenenschäfer. Denn neben dem Alter und dem Können spiele hier vor allem die Größe eine Rolle. Um den Figurentanz sauber aufführen zu können, dürfe der Größenunterschied zwischen den Tanzpaaren nicht allzu groß sein. Daher würden hier viele Kinder aussteigen.
Aktuell tanzen bereits zwei elfjährige Kinder bei den Erwachsenen mit. Das ist eine Ausnahme. „Wir suchen dringend Nachwuchs“, betont Bach immer wieder. Ab sechs Jahren könnten Kinder beim Schäfertanz einsteigen. Auch Erwachsene, die bisher noch nichts mit dem Schäfertanz zu tun hatten, seien willkommen. „Wir finden für jeden einen passenden Platz“, betont Bach. „Die Trachten haben wir. Jetzt müssen wir sie nur noch mit Körpern füllen.“
An den Reichsstadttagen traten diese Probleme in den Hintergrund. Am Stand des Schäfertanzes konnten Besucher an einem Glücksrad drehen und Eintrittskarten für die St.-Wolfgangs-Kirche gewinnen. „Das kam sehr gut an“, sagt Uwe Bach.
Zudem stand am Samstag ein Schäfer mit seinen fünf Schafen am Stand des Vereins – aus einem besonderen Grund. Mit der Aktion wollte der Schäfertanz gemeinsam mit dem Landschaftspflegeverband Mittelfranken Spenden sammeln, für die mittelfränkische Kulturlandschaft.
Gäste konnten sich am Stand an der Südseite des Rathauses eine Laufkarte abholen. Mit dieser mussten sie bis zur Wolfgangs-Kirche gehen, um einen Stempel zu erhalten. Für jeden Stempel spendet der Schäfertanz fünf Euro an den Landschaftspflegeverband. „Die Resonanz am Stand war zwar gut. An der Kirche angekommen sind jedoch nur ein Fünftel der ausgegebenen Laufkarten“, bedauert Uwe Bach. Der Rest habe sich wohl in der Stadt verloren. Dabei waren die Laufkarten gleichzeitig ein Los: „Die Teilnehmenden hatten die Chance, einen Jahresvorrat an Schafwollpellets als Düngemittel für den heimischen Garten zu gewinnen.“
Um noch mehr Spenden zu sammeln, will der Schäfertanz die Aktion bis zum 29. Dezember fortführen. In Zusammenarbeit mit dem Verein Alt-Rothenburg können die Teilnehmenden ihre Laufkarten ab sofort jedes Wochenende im Rödertorturm abholen. Dieser ist am Samstag und Sonntag jeweils von 11 bis 14 Uhr geöffnet. Wer dann noch mehr über die Schäferei in Mittelfranken erfahren will, kann sich die dazu passende Ausstellung in der Wolfgangs- Kirche anschauen.