Als Vermittler römischer Geschichte haben sich die Mitglieder der Bataver-Soldatengruppe um ihren Centurio Norbert Wurscher jetzt im Römerpark bei Ruffenhofen präsentiert: Neben Einblicken in das Lagerleben und militärische Abläufe boten sie am Limeseum einen Exkurs zur medizinischen Versorgung der Soldaten.
Anhand eines Pfeils, der fingiert mit roter Farbe als Blut im Oberschenkel eines Soldaten steckte, erläuterte Wurscher, wie ein römischer Medicus Wunden dieser Art behandelte. Demnach begleitete der medizinische Helfer „Capsarius“ den verletzten Soldaten zur Behandlung. Mit Schlafmohn wurde der Soldat zunächst beruhigt. Danach begann die medizinische Behandlung mit Pinzetten, Nadeln, dem Löffel des Diokles, Sonden, Spatel oder Zangen.
Bei der Vorführung wurde den Zuschauern erläutert, dass all diese medizinischen Gerätschaften anhand von archäologischen Funden nachgewiesen sind. Die Römer hätten einerseits über das medizinische Wissen der Griechen, aber auch über die Kenntnisse derjenigen Völker, deren Länder sie erobert hatten, verfügt.
Als einen der Höhepunkte im Jahresprogramm in der historischen Anlage bezeichnete Museumsleiter Dr. Matthias Pausch die nächtliche Fackelführung. An dieser Wanderung beteiligten sich am Samstag vier Gruppen und mehr als 100 Personen, die durch den Römerpark zogen. Für Sonntag hatte Andrea May von der Limesfachberatung des Bezirks Mittelfranken dann eine besondere Busfahrt organisiert: Vom Kulturhaus des Bezirks in Stein ging es da mit einer 20-köpfigen Gruppe zu den Spuren des Limes bei Weißenburg und Gunzenhausen sowie zum ehemaligen Kastell bei Dambach. Zudem gab es eine Führung im Limeseum und im Römerpark Ruffenhofen.
Nicht zuletzt wies Museumsleiter Pausch schon jetzt auf den „Maustüröffnertag“ am Feiertag, 3. Oktober, hin. Bei diesem Familientag gibt es von 11 Uhr bis 17 Uhr ein spezielles Kinder- und Familienprogramm mit Blick hinter die Kulissen des Museums. Abgeschlossen wird der Familientag mit einer Serenade, die die Blaskapelle Frankenhofen um 17 Uhr gestaltet.