Die Gelegenheit, einmal in Mittelfrankens größten Kuhstall in Möckenau (Gemeinde Oberdachstetten, Kreis Ansbach) schauen zu können, nutzten am 1. Mai Tausende. So mancher gegenüber der Massentierhaltung kritische Besucher zeigte sich überrascht von der Sauberkeit, Bewegungsfreiheit und der guten Luft für die Tiere.
Immer wieder waren anerkennende Worte für das Inhaberehepaar Armin und Simone Nürnberger und deren Mitarbeiter zu hören, und dass das Unternehmen perfekt gemanagt werde. Es stehen 600 Kühe der Rasse Holstein sowie Jersey-Tiere in dem Stall. Mit der Gülle wird in der Biogasanlage Strom erzeugt. Danach wird die Gülle so separiert, dass sie möglichst umweltfreundlich und effektiv zur Düngung ausgebracht werden kann. Die Abwärme heizt Häuser im Nachbardorf.
Doch damit nicht genug. Nürnberger ist mit Partnern in die Zucht der japanischen Rinderrasse Wagyu eingebunden und hat inzwischen bundesweit einen Namen. Die schwarzen und etwas kleineren Rinder zeichnen sich durch eine ausnehmend hohe Fleischqualität aus, für die Gourmets bereit sind, mehr Geld zu bezahlen als für heimisches Rindfleisch. Am Sonntag waren 50 Wagyu-Spitzentiere, Embryos und Spermaportionen versteigert worden.
Am 1. Mai war schon bei der Anfahrt zu dem Stall das große Besucherinteresse zu erkennen, zum Beispiel durch mit Autos zugeparkte Wiesen. Nicht wenige der Gäste kamen von dem anderen Event des Tages, der Bullenparade am Vormittag in Neustadt.
Wem der Blick in die Stallungen, die Hallen und auf die Maschinen nicht genügte, konnte sich vom Betriebsleiterehepaar und leitenden Mitarbeitern herumführen lassen. Die Teilnehmer zeigten sich dabei beeindruckt von der intensiven Pflege und der Sauberkeit der Ställe. Umso größer war der Kontrast bei Vergleichen mit engen, feuchten Ställen im Rahmen der Anbindehaltung in der Nachkriegszeit.
Manchmal kam auch die Frage auf, ob das nun die „bäuerliche Landwirtschaft“ sei, von der in der Politik immer wieder die Rede ist.