Rekord für die Freilichttheater im westlichen Mittelfranken | FLZ.de

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Veröffentlicht am 19.09.2024 17:00

Rekord für die Freilichttheater im westlichen Mittelfranken

Sommerabendstimmung im Bad Windsheimer Freilandtheater, von der Musikerbühne aus gesehen. (Foto: Charlotte Hornauer)
Sommerabendstimmung im Bad Windsheimer Freilandtheater, von der Musikerbühne aus gesehen. (Foto: Charlotte Hornauer)
Sommerabendstimmung im Bad Windsheimer Freilandtheater, von der Musikerbühne aus gesehen. (Foto: Charlotte Hornauer)

Der Sommer meinte es gut mit den vier Freilichtbühnen in der Region – und auch der Winter lief nicht schlecht. Über 108.000 Zuschauerinnen und Zuschauer sahen sich die Produktionen im Freien an. Das sind so viele wie noch nie. Ein Rückblick.

Im westlichen Mittelfranken gehen die Uhren anders – zumindest was die Freilichtsaison betrifft. Die beginnt hier im Januar – weil das Freilandtheater Bad Windsheim unerschrocken schon im Winter ein Stück anbietet und im Sommer ein zweites größeres folgen lässt. Am Ende dieser Saison zählte Christian Laubert, der künstlerische Leiter, daher gut 11.000 Gäste. Rund 6500 davon sahen seine 60er-Jahre-Komödie „Der Sommergast“.

In Rothenburg gab Katja Wolff, die leitende Regisseurin, ihre letzte Spielzeit – unfreiwillig, da der Trägerverein des Toppler-Theaters wegen „künstlerischer Differenzen“ die Zusammenarbeit nicht fortführen will. Katja Wolff besteht aber auf einer Kündigungsfrist von zwei Jahren. Offen ist, wie sich der Streit beilegen lässt und ob der Verein ihr etwa eine Abfindung zahlen wird.

Top-Ergebnis in Rothenburg

Die Atmosphäre in dieser Rothenburger Spielzeit war also gewittrig aufgeladen, vor allem als die zweite Eigenproduktion, „Himmlische Zeiten“, anlief. Katja Wolff hat das Stück inszeniert und mitentwickelt.

Auf das Saisonergebnis hatte das keinen erkennbar negativen Effekt. Das Toppler-Theater erreichte das zweitbeste Ergebnis in seiner Geschichte, nur 2019 fiel es mit rund 6200 verkauften Karten noch etwas besser aus. Dieses Jahr freut sich der Trägerverein über rund 6150 Zuschauer. Mit gut 3900 Gästen wurde „Himmlische Zeiten“ zum Publikumsmagneten.

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Werbung dafür gab es auch direkt von der Bühne: Angelika Mann, eine der Schauspielerinnen, nutzte die im Stück vorgesehene Ansprache ans Publikum, um für „Himmlische Zeiten“ und Katja Wolff, „eine sehr bekannte und beliebte Regisseurin“, die Trommel zu rühren. Dass Wolff „rausgeschmissen“ worden sei – diese Formulierung untersagte ihr die Vorstandschaft des Trägervereins.

Eine erfolgreiche Ära endete in Rothenburg

In Rothenburg endete diesen Sommer eine erfolgreiche Ära. In Dinkelsbühl wird dies nächstes Jahr so sein, wenn Intendant Peter Cahn in den Ruhestand geht. Seit 2001 leitet er das Dinkelsbühler Haus. Die jahrelange Kontinuität und seine Spielpläne haben sichtlich Vertrauen beim Publikum geschaffen. 37.043 Zuschauer sahen die vier Sommerstücke – so viele wie noch nie, 44 mehr als in der bisherigen Rekordsaison 2019. Die Hit-Revue „Skandal im Sperrbezirk“ wurde zum Kassenschlager und erreicht fast 9900 Besucher, das Kinderstück „Die Biene Maja“ gut 11.200.

Noch ein Rekord, ebenfalls an einer Bühne, die durch eine lange und kluge Intendanz geprägt ist: Seit 2009 leitet Johannes Kaetzler die Kreuzgangspiele. Seitdem hat er den Spielplan auf sechs Stücke samt Nebenproduktionen ausgebaut. Zur 76. Saison kamen gut 54.100 Menschen nach Feuchtwangen. Bei den Abendstücken lag „Mord im Orientexpress“ mit 12.000 Zuschauern vorn. Die Tragikomödie „Der Besuch der alten Dame“ hatte fast 10.400 Gäste. Für das Kinderstück „Ronja Räubertochter“ wurden rund 22.000 Karten verkauft.


Thomas Wirth
Thomas Wirth
Redakteur im Ressort „Kultur“
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