Ein zentraler „Info-Hotspot für Touristen” sollte direkt am südöstlichen Eingang zu Leutershausens Altstadt, vor dem Unteren Tor, entstehen. Doch aus den Plänen der Stadt wird nichts: Das Staatliche Bauamt hat sie durchkreuzt.
Im vergangenen Juli hatte Gerald Ulrich, im Rathaus zuständig für Klima- und Umweltschutz, dem Stadtrat ein detailliertes Konzept vorgestellt, das unter anderem einen Pavillon auf der Grünfläche vor dem Tor vorsah. Dort sollte auch jene digitale Info-Stele Verwendung finden, die unter der Ägide von Bürgermeisterin Sandra Bonnemeier 2018 bei Nacht und Nebel vor dem Rathaus aufgestellt worden war, aber mangels Genehmigung schnell wieder weg musste; seither ist sie ungenutzt eingelagert.
Ulrichs Ausführungen zufolge sollte ein attraktiver Treffpunkt entstehen, der neben dem Pavillon als Unterstand, Wetterschutz und Informationszentrum auch eine Radreparaturstation, E-Bike-Lademöglichkeiten, einen Trinkwasserspender sowie Automaten für Ersatzteile, Snacks und Getränke bieten könnte. Nachdem der Stadtrat dieses Konzept gutgeheißen hatte, reichte die Stadt Anfang September einen Bauantrag ein.
Der aber gefiel dem Staatlichen Bauamt nicht, wie Bürgermeister Markus Liebich nun in der Stadtratssitzung kurz berichtete. Die Behörde habe aufgrund der dort „unübersichtlichen Verkehrsanbindung” Einwände erhoben. Eine Bordsteinabsenkung sei in diesem Bereich nicht zulässig. Bei der Strecke durch das Zentrum von Leutershausen handelt es sich um eine Staatsstraße.
Im November habe ein Ortstermin mit Vertretern des Bauamtes und der Polizei stattgefunden, teilte Liebich weiter mit. Dabei seien „verschiedene Ansätze diskutiert” worden – unter anderem eine Verlegung des Radlerrastplatzes auf den Kirchweihplatz. Der liegt wenige Meter entfernt vom Wunsch-Standort an der gegenüberliegenden Straßenseite.
Ende November habe die Stadt ihren Bauantrag zurückgezogen, so Liebich. Wie geht es nun weiter? Dem Bürgermeister zufolge prüft die Stadtverwaltung jetzt, ob eine Verlegung auf die Grünfläche hinter dem Weißkopf-Denkmal eine Option wäre.