In der evangelischen Kirche St. Wenzeslaus gibt es einen festlichen Rückblick, ein eigens komponiertes Stück und einen tiefen Dank für die „Seelsorge mit Schall”.
In seiner Festpredigt erinnerte Pfarrer Balzer an die Anfänge des Posaunenchores, die in das Jahr 1924 zurückreichen. Der Schäfer Johann Esterer aus Schwand spendete 290 Mark an die Kirchengemeinde – das war der Auslöser für die Gründung eines Posaunenchores. Hans Weber aus Gutenhard hob den Posaunenchor aus der Taufe und leitete ihn bis 1983.
Ortspfarrer Roland Balzer würdigte in seiner Predigt das ehrenamtliche Engagement der aktiven Mitglieder des Posaunenchores in dem Ortsteil von Leutershausen (Landkreis Ansbach) und dankte ihnen für das mittlerweile 100-jährige Gotteslob. Auch Landrat Dr. Jürgen Ludwig und Leutershausens Bürgermeister Markus Liebich sprachen anerkennende Grußworte.
Im Dezember 1924 seien, so Balzer, die ersten Instrumente gekauft worden, und am ersten Advent 1925 trat der Chor das erste Mal im Gottesdienst auf. Die wöchentlichen Proben fanden im Korbhaus der Familie Gullmann in Steinberg und später im Wohnhaus der Familie Weber in Gutenhard statt.
Nach der Zwangspause während des Zweiten Weltkrieges wurde nach Kriegsende bald wieder mit den Proben begonnen. Ostern 1948 wurde der Gottesdienste wieder mit Posaunenklängen gestaltet. Die Proben fanden zunächst bei Fritz Meier in Eckartsweiler und dann im alten Schulhaus in Weißenkirchberg statt. Seit dem Neubau des Gemeindehauses trifft man sich dort.
1983 übernahm Fritz Raab die Chorleitung. Er übergab den Taktstock 2015 an Friedrich Naser aus Gutenhard, und seit 2023 steht Anja Inhuber aus Aurach am Dirigentenpult.
Derzeit hat der Posaunenchor 18 aktive Mitglieder. 15 Jungbläser seien derzeit in Ausbildung, berichtete die Chorleiterin. Im Rahmen des Gottesdienstes wurden Friedrich Raab und Friedrich Naser für 50-jährige Mitgliedschaft geehrt. Nachgeholt wird die Ehrung von Georg Raab.
Für 40-jährige Mitgliedschaft erhielten Hannelore Raab, Beate Büttner, Rainer Hauf, Harald Schierer, Inge Raab, Christine Binder, Werner Raab, Doris Raab und Renate Lindner eine Ehrenurkunde und eine Anstecknadel von Landesposaunenwart Ralf Tochtermann überreicht. Für 20-jährige Mitgliedschaft wurde Martin Leis geehrt, und neben der Chorleiterin Anja Inhuber wurden auch Dorothee Probst, Daniel Raab und Oliver Buckel für zehnjährige Mitgliedschaft ausgezeichnet.
Ortspfarrer Roland Balzer dankte den ehrenamtlichen Mitgliedern des Posaunenchores und erinnerte daran, dass es das Ziel aller Bemühungen sei, „Gott lautstark die Ehre zu geben“. Die Bläser hätten die Begabung, Gottes Ehre hinauszuposaunen.
Eigens für das 100-jährige Bestehen wurde eine Komposition in Auftrag gegeben. Wilhelm Wißmüller hat ein Stück komponiert, das zum einen festliche Fanfarenklänge beinhaltet, aber auch das Bruschder Heimatlied ist darin zu erkennen.
Nach der Predigt spielte der Posaunenchor Weißenkirchberg in einer Uraufführung unter Wißmüllers Leitung erstmals diese Komposition. Die Gottesdienstteilnehmer spendeten dafür langanhaltenden Applaus.
Landrat Dr. Jürgen Ludwig bezeichnete den Landkreis Ansbach als die Herzkammer des Protestantismus in Bayern. Die Posaunenchöre gehörten zum Gemeindeleben dazu. Sie gestalteten nicht nur Gottesdienste, sondern begleiteten die Menschen durch den Jahreslauf und auf ihrem Lebensweg.
Die Mitglieder der Chöre fänden in diesen ein Stück Heimat und gestalteten die Heimat mit, so Dr. Ludwig. Landesposaunenwart Ralf Tochtermann überreichte eine Urkunde an den Chor, und Bürgermeister Markus Liebich bezeichnete die Posaunenchöre als „Allwetterorgeln der Kirche”.
Sie seien außerdem „Seelsorge mit Schall”, so Liebich, und in Weißenkirchberg würden seit 100 Jahren mit Leidenschaft mit den Klängen des Posaunenchores die Menschen erfreut. Er drückte den Wunsch aus, dass der Chor noch eine lange Zukunft haben möge.