Planungen zum „Meistertrunk” 2026 laufen auf Hochtouren – Änderung beim Heereszug | FLZ.de

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Veröffentlicht am 11.04.2026 07:32

Planungen zum „Meistertrunk” 2026 laufen auf Hochtouren – Änderung beim Heereszug

Der Heereszug durch Rothenburg muss in diesem Jahr zu den Pfingstfestspielen eine andere Route nehmen. (Archivbild: Uwe Scholz)
Der Heereszug durch Rothenburg muss in diesem Jahr zu den Pfingstfestspielen eine andere Route nehmen. (Archivbild: Uwe Scholz)
Der Heereszug durch Rothenburg muss in diesem Jahr zu den Pfingstfestspielen eine andere Route nehmen. (Archivbild: Uwe Scholz)

Seit 145 Jahren gibt es das Historische Festspiel „Der Meistertrunk”. Der aus Hunderten von Bürgerinnen und Bürgern bestehende Verein, der es mit Leben füllt, läutete mit der Hauptversammlung die heiße Phase der Vorbereitungen für die Auflage 2026 ein. Der Kartenverkauf laufe gut, hieß es. Für den Heereszug sei eine geänderte Route nötig.

Vor etwa 200 Mitgliedern sprach Vorsitzender Martin Wegele beim Rückblick auf 2025 von einem „mit Terminen vollgepackten Jahr“ und erwähnte die neuen Herausforderungen bei der Anpassung der Sicherheitskonzepte. Leider habe man aufgrund des durchwachsenen Wetters an Pfingsten 2025 finanzielle Einbußen hinnehmen müssen. Der Heereszug sei aber „hervorragend besucht“ gewesen und problemlos verlaufen.

Lob für Stadtwache und Schäfertanz

Über „hochkarätige Ehrengäste“ wie Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach habe sich der Verein sehr gefreut. Worte des Dankes richtete Wegele an den Schäfertanz und an das „megatolle Team“ der Stadtwache, da die Geduld beider Gruppen beim Kassieren des Eintrittes oft sehr strapaziert worden seien. „Aber wir sind auf sämtliche Eintritte über Pfingsten dringend angewiesen.“

Eine besondere Würdigung habe es am Pfingstmontag für Regisseur Reiyk Bergemann gegeben, der zum 25. Mal die Pfingstfestspiele inszenierte und damit zum dienstältesten Regisseur in der langen Vereinsgeschichte avancierte. Im Rahmen der Reichsstadttage 2025 sei Kellermeister Otto Wasilewski in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet worden. Nachfolger Joachim Roth sei viel Erfolg in der Rolle zu wünschen, hieß es.

Der Heereszug am Sonntag und die Aufführungen des Meistertrunks sind die Höhepunkte. (Foto: Simone Hedler)
Der Heereszug am Sonntag und die Aufführungen des Meistertrunks sind die Höhepunkte. (Foto: Simone Hedler)

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Dienstältestes Mitglied ist seit 70 Jahren dabei

Knapp 40 Mitglieder und Sprechrollenträger seien bei einer Ehrungsveranstaltung im Kaisersaal gewürdigt worden. „Unser dienstältestes Ehrenmitglied Karl Mönikheim hält nun schon seit unglaublichen 70 Jahren unserem Verein die Treue“, so Wegele. Der Vorsitzende erwähnte in seinem Rückblick auch die Kommunalwahl am 8. März: „Mit Oberbürgermeister Dr. Markus Naser verlieren wir einen stets gesprächsbereiten, lösungsorientierten und sympathischen Unterstützer.“ Er sei sich sicher, dass auch der neue Oberbürgermeister Christoph Rösch dem Festspiel positiv gegenüberstehen werde, so Wegele.

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Von den 24 Mitgliedern des neuen Stadtrates seien zwölf Festspieler. „Ich wünsche mir, dass die bisher hervorragende Zusammenarbeit zwischen der Stadt und dem Historischen Festspiel 'Der Meistertrunk' auch in Zukunft positiv geprägt bleibt.“ Der Verein werbe das ganze Jahr über für die Stadt, trage entscheidend zur Vielfalt des städtischen Lebens bei und werde auch die Landesausstellung 2028 aktiv mitgestalten.

Beim Ausblick auf die kommenden Monate kündigte Wegele die Einweihung der Festspielscheune in der Spitalgasse Anfang Mai an. Die Kosten für dieses Projekt seien mittlerweile bei 200.000 Euro angelangt.

Der Heereszug muss einen anderen Weg nehmen

Für die diesjährigen Pfingstfestspiele vom 22. bis 25. Mai werde es aufgrund von Baustellen eine neue Route für den Heereszug geben. Beim Kartenvorverkauf zeichne sich bereits ein guter Trend ab. Eine neue Veranstaltung werde unter dem Titel „Lieder in der Bastei“ am 20. Juni im Klingentor mit zehn verschiedenen Musikgruppen stattfinden. Sämtliche Einnahmen würden den Handballern des TSV 2000 und dem Historischen Festspiel zugutekommen.

Schatzmeister Stefan Lebküchner begann den Kassenbericht mit der Feststellung, dass der Verein „total transparent sein“ wolle. Das Jahr 2025 sei ein Jahr der Rekordausgaben gewesen. Das hänge vor allem mit den hohen Investitionen für den Scheunenausbau in der Spitalgasse zusammen. Die geplanten Kosten von ursprünglich 120.000 Euro seien im Laufe der Bauarbeiten bis jetzt auf rund 200.000 Euro gestiegen. „Solche Investitionen können wir natürlich nicht auf Dauer stemmen“, meinte der Schatzmeister.

„Sensationell gut angekommene” Theaterstücke

Ende 2024 habe der Kassenstand knapp 390.000 Euro betragen, zwölf Monate später knapp 313.000 Euro. Die Theateraufführungen im Historiengewölbe seien „sensationell gut angekommen” und hätten über Rothenburg hinaus für Begeisterung gesorgt. Der Verein habe als eine von sieben Initiativen eine Förderung des Bayerischen Staatsministeriums der Finanzen und für Heimat erhalten.

Die Aufführungen zu Pfingsten hätten eine Auslastung von etwa 80 Prozent erreicht. Der Verein sei zwar finanziell gut aufgestellt. Doch die Ausgaben für Löhne, Sicherheitsbestimmungen, Versicherungen, Kostüme und Uniformen würden kontinuierlich steigen. An den Vorsitzenden Martin Wegele gewandt meinte er: „Was du tust, ist sensationell. Wir sind froh, so einen Vorsitzenden zu haben.“

Aktiv „Teil der Geschichte” werden

Michael Graiger berichtete über die Kassenprüfung, deren Ergebnis „durchweg positiv” gewesen sei. Dementsprechend wurde der Vorstandschaft einstimmig Entlastung erteilt. Barbara Klausecker kam beim Bericht über das Projekt „Rothenburg anno 1631“ regelrecht ins Schwärmen. Das von ihr ins Leben gerufene Projekt sei nicht nur ein Theaterstück, sondern ein Erlebnis, bei dem die Besucherinnen und Besucher selbst Teil der Geschichte würden.

Sie bedankte sich bei der Vorstandschaft, die diese Idee von Anfang an unterstützt habe. Sie sei besonders davon begeistert, dass sich auf Anhieb 40 Vereinsmitglieder für das Projekt hätten begeistern lassen und immer noch mit großer Freude dabei seien. Seit der Premiere am 2. November 2025 habe man das Historiengewölbe bereits bei 13 Aufführungen für jeweils 15 Gäste zur Bühne gemacht. Das Publikum sei sich einig gewesen: Wenn es gelinge, so viele Menschen für ein neues Projekt, das dazu noch aus eigener Feder stammt, zu gewinnen und auch noch als verantwortliche Regisseurin eine komplett neue Form von Theater zu einem solchen Erfolg zu führen, sei das für das Festspiel ein großer Gewinn.

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