Wie kann und soll sich der Innenort von Hagenbüchach weiterentwickeln? Antworten auf diese Fragen lieferte Architekt und Stadtplaner Jörg Franke in der Sitzung des Gemeinderates Hagenbüchach. Ein wichtiges Anliegen ist es, weiteren Wohnraum zu schaffen, bestehende, ungenutzte Gebäude zu sanieren, aber auch gegebenenfalls über einen Abriss nachzudenken.
Das dann frei gewordene Areal könnte neu gestaltet werden. Das Architekturbüro Franke und Messmer war von der Gemeinde beauftragt worden, die 2018 von einem anderen Büro erstellte städtebauliche Analyse sowie das Entwicklungskonzept für den Innenort auf Aktualität und Umsetzbarkeit im Rahmen einer Grobanalyse zu überprüfen.
In einem weiteren Schritt sollten Maßnahmen entwickelt werden, die den aktuellen Gegebenheiten des Sanierungsgebietes entsprechen. Die Gemeinde hat inzwischen Anwesen erworben, weitere Planungen stehen im Raum. Diese Entwicklungen sollten in der Untersuchung Berücksichtigung finden und, wie Jörg Franke ausführte, bei einer Zustimmung des Rates die inhaltliche Grundlage und den Umgriff des Sanierungsgebietes darstellen.
Bei einem eventuellen Neubau des Feuerwehrhauses an anderer Stelle im Dorf könnte etwa, führte Franke aus, im alten Feuerwehrhaus im Erdgeschoss eine kleine Turnhalle entstehen, im Untergeschoss gibt es bereits einen Gymnastikraum.
Die Gemeinde versucht schon lange, Grundstücke entlang der Schulstraße zu erstehen. Bisher jedoch ohne Erfolg, erklärte Franke. Die Ausbildung eines Fußweges wird durch Gebäude behindert, die nah an den Straßenrand heranreichen. Auch hier sucht man nach Lösungen.
Ein Areal mit drei landwirtschaftlichen Betrieben, die nur noch reduziert tätig sind, bildet einen größeren Bereich entlang der Schulstraße. Mehrere Gebäude stehen leer und sind sanierungsbedürftig, ehemalige Scheunen dienen als Lager. Franke bescheinigte dem Areal großes Potenzial im Sinne des Programm-Slogans „Leerstand nutzen – Lebensraum schaffen“.
Die Sanierung und Neunutzung des Leerstandes könne zu einer spürbaren Stärkung der Ortsmitte führen. Ziel der Gemeinde sei es, eine Entwicklung einzuleiten, die einen Erhalt der landwirtschaftlich geprägten Gebäudestrukturen berücksichtigt. Die Gemeinde wolle versuchen, gemeinsam mit den Grundstücksbesitzern eine Planung in die Wege zu leiten, die zu einer qualitätsvollen Entwicklung in diesem Bereich führt.
Interessen der Anlieger und die Qualitätsansprüche der Gemeinde gilt es, in einem schlüssigen Konzept zu verbinden. Das entsprechende Förderprogramm könnte mit hohen Förderquoten zum Gelingen beitragen.
Handlungsbedarf sahen die Fachleute auch im Bereich der großen Buche, die an der Einmündung der Schulstraße in die Hauptstraße steht. Dieses Areal wird von vielen als Ortsmitte empfunden. Bei dem zu entwickelnden nördlichen Abschluss des Platzes müsse unbedingt eine neue Nutzung des leerstehenden Wohnhauses bedacht werden. Handlungsbedarf sah man auch bezüglich der in die Jahre gekommenen Brunnenanlage in diesem Bereich.
Das Innenentwicklungskonzept von 2018 schlug vor, auf der Freifläche zwischen Friedhof und der Straße Halbhof zwei bis vier Wohnhäuser unterzubringen. Dieser Form der Nachverdichtung sollte nicht gefolgt werden, damit der bestehende Dorfrand erhalten bleibt, empfahl Franke. Eingegangen wurde ferner aufs ehemalige Wirtshaus, dessen Wiederbelebung bisher erfolglos blieb.
Jede Menge Handlungsbedarf sah man an der Hauptstraße. Wohnhaussanierungen und die Instandsetzung sowie der Umbau einer rund 200 Quadratmeter großen Scheune zu einer Art Kulturscheune waren ebenso Thema wie eine multifunktionale Fläche für Feste, Kirchweihen und zum Parken sowie ein Badestrand am Weiher.
Franke erinnerte daran, dass das Gutachten von 2018 versuchte, Infrastrukturdefizite von Hagenbüchach aufzuzeigen. Laden, Bank, Post und Arzt sollten in einem Bürgerzentrum angesiedelt werden. Nichts von dem sei vor Ort zu realisieren. Man könnte versuchen, das Angebot der Lebensmittelautomaten aufzustocken, um so das Sortiment eines Tante-Emma-Ladens in abgespeckter Form zu erreichen. Den Bau einer zentralen Wärmeversorgung könnte man im Sanierungsgebiet anstoßen. Das erwogene Seniorenzentrum sei ebenfalls nicht zu realisieren, so Franke. Für mögliche Träger sei dies finanziell nicht machbar.
Gibt es eine Verpflichtung, aktiv zu werden, wenn man in die Städtebauförderung aufgenommen wird? So lautete eine Frage aus dem Gremium. Die zuständigen Stellen wollen ein Konzept, wie man es finanzieren kann, betonte Franke. Es gelte, eine Planung vorzulegen. So solle ausgeschlossen werden, dass Kommunen Luftschlösser bauen und sich die Pläne gar nicht realisieren lassen.
Nun soll eine Liste der Maßnahmen nebst Kosten erstellt werden. Seitens der Gemeinde müsse dann eine Priorisierung erfolgen und das Ganze mit dem Haushalt abgeklärt werden.