Parkour-Workshop in Dinkelsbühl: Wo Teenager Mauern überwinden müssen | FLZ.de

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Veröffentlicht am 16.07.2025 11:43

Parkour-Workshop in Dinkelsbühl: Wo Teenager Mauern überwinden müssen

Alle Teilnehmenden üben die verschiedenen Techniken und lernen voneinander. Hier zeigt Jakob, wie eine Mauer überwunden werden kann. (Foto: Cheyenne Buchmann)
Alle Teilnehmenden üben die verschiedenen Techniken und lernen voneinander. Hier zeigt Jakob, wie eine Mauer überwunden werden kann. (Foto: Cheyenne Buchmann)
Alle Teilnehmenden üben die verschiedenen Techniken und lernen voneinander. Hier zeigt Jakob, wie eine Mauer überwunden werden kann. (Foto: Cheyenne Buchmann)

„Was bewegt dich?” – Unter diesem Motto finden dieses Jahr die Kinder- und Jugendkulturtage des Bezirks Mittelfranken statt. Der Bezirksjugendring Mittelfranken hat 17 Angebote initiiert: Eines davon ist ein Parkour-Workshop, der nun am Jugendhaus AP26 in Dinkelsbühl stattfand.

„Meine Übung ist ein Hampelmann”, ruft ein Mädchen: Schon hüpfen acht Mädchen und Jungen gemeinsam auf der Stelle. Dabei klatschen sie ihre Hände über den Köpfen zusammen. Die Trainer Timo Kindl und Laurence Schneider machen auch mit. Immerhin müssen alle für das anstehende Parkour-Training aufgewärmt sein, um Verletzungen vorzubeugen.

Parkour ist eine Fortbewegungsart mit dem Ziel, möglichst effizient einen Punkt nach dem anderen zu erreichen. Dabei werden Hindernisse auf kreative Weise überwunden: Sprünge, Drehungen, Saltos und Balanceakte. Körperliche Fitness, Kreativität und Mut sind Voraussetzungen.

„Das Wichtigste ist, dass es sicher ist”

Die Zehn- bis 16-Jährigen versuchen sich heute zum ersten Mal an der Sportart. Kindl und Schneider zeigen ihnen Schritt für Schritt, worauf es ankommt. „Das Wichtigste ist, dass es sicher ist”, erklären die beiden Parkour-Profis. Die erste Herausforderung: Eine Mauer überwinden. Mit den Händen abstützen, ein Bein auf die Mauer stellen, dann das andere Bein zwischen Händen und abgestelltem Bein durchschwingen.

Eine weitere Möglichkeit ist der „Lazy Vault” – auf Deutsch „fauler Sprung”: Die Kinder stellen sich seitlich an die Mauer, legen eine Hand auf und schwingen ihre Beine in einem Scherensprung auf die andere Seite. Für die sportlichen Teilnehmenden ist es ein Kinderspiel: Mit Leichtigkeit schwingen sie sich über die Hindernisse.

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Sicher wieder auf den Boden kommen

Doch auch das Landen will geübt sein: Laurence Schneider springt von einer ein Meter hohen Mauer. Als er auf dem Boden aufkommt, geht er in die Hocke und legt seine Hände zwischen die Füße. „Das Gewicht muss nach vorne verlagert sein”, erklärt er. So könne man den Schwung abfedern sowie für weitere Bewegungen mitnehmen. Dabei können auch akrobatische Tricks wie Rollen eingebaut werden.

Auf einem Spielplatz neben dem Jugendhaus kommen weitere Aufgaben hinzu: Auf Holzbalken üben sich die Kinder in Balance. Vorsichtig einen Fuß vor den anderen setzen. Mit einer Aufgabe erschwert Timo Kindl das Ganze: eine Drehung um 180 Grad auf den Fußballen. Schneider steigert: „Wenn ihr das geschafft habt, könnt ihr eine Vierteldrehung in der Hocke versuchen.”

Die nächste Übung sind Präzisionssprünge. Die Teilnehmenden suchen sich eine Holzplattform, auf deren Kante sie landen möchten. Das Wichtige dabei: Mit beiden Füßen gleichzeitig auf den Fußballen landen und dabei in die Hocke gehen. Präzise landen zu können, sei überlebenswichtig, erklären die Trainer. Fortgeschrittene bewegen sich häufig in unsicheren Höhen fort – teilweise werden sogar Hausdächer zum Trainingsplatz.

Kombination aus Sprüngen und Drehungen

Zum Abschluss geht es auf Entdeckungstour: Die Kinder und Jugendlichen suchen in der Stadt nach geeigneten Hindernissen, an denen sie das Gelernte anwenden können. Sie überlegen sich eigene Kombinationen aus Sprüngen und Drehungen, die sie anschließend vorführen. „Man könnte bei euch allen meinen, dass ihr das schon mindestens ein Jahr lang macht”, lobt Schneider.

Nach über drei Stunden Training werden die Augen kleiner und Bewegungen langsamer. Dennoch sind einige sichtlich enttäuscht, als der Workshop endet. Das Training mit Kindl und Schneider hat unter den Teilnehmenden den Spaß an Parkour gestärkt. Sie gehen mit gelernten Techniken und einem neuen Bewusstsein für Bewegung nach Hause.

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