Meinungsverschiedenheiten gibt es zwischen der Offenen Linken Ansbach (OLA) und der Partei Die Linke. Kernpunkt des Streits sind die Kandidierenden-Listen für die Stadtratswahl im nächsten Jahr. Zudem steht der Vorwurf im Raum, der Kreisverband habe Druck auf die eigenen Partei-Mitglieder in Ansbach ausgeübt.
Die Meinungsverschiedenheiten kommen durchaus überraschend. Denn bislang war eine Kooperation der Linkspartei und der OLA nicht unüblich. Bekanntestes Beispiel dafür dürfte der im März verstorbene Uwe Schildbach sein, der im Bezirkstag die Interessen der Linkspartei vertreten hat und gleichzeitig für die OLA, zu deren Mitgründern er gehörte, im Ansbacher Stadtrat saß.
Wie das Binnenverhältnis der Partei und der unabhängigen Wählergemeinschaft, die die OLA darstellt, in Zukunft aussieht, wird sich zeigen müssen. Aktuell zumindest erhebt OLA-Fraktionsvorsitzender Boris-André Meyer durchaus beachtliche Vorwürfe gegenüber dem Kreisverband Ansbach/Weißenburg-Gunzenhausen.
Nach seinen Worten haben auswärtige Funktionäre der Linkspartei deren Mitglieder, die auf der OLA-Liste für den Ansbacher Stadtrat kandidieren möchten und entsprechende Erklärungen unterzeichnet haben, mit dem Parteiausschluss bedroht. Sprich: Die Betroffenen sollen von ihrer OLA-Kandidatur absehen, oder sie fliegen aus der Partei.
Für das Vorgehen sieht Meyer nach eigenen Worten keinen triftigen Grund. Gleichwohl sei es richtig stillos, was da von außen gekommen sei, machte er seinem Ärger gegenüber der FLZ Luft. Vor allem sei es sehr schade für die ihm zufolge fünf Betroffenen.
„Die OLA ist seit 20 Jahren eine unabhängige Wählergemeinschaft”, hebt er hervor. „Unsere Mitglieder und Kandidierenden sind zu einem übergroßen Anteil parteifrei. Sie alle möchten Ansbach voranbringen. Uns ist das Wohl der Stadt wichtiger als Interessen von Parteien.“
Und was sagt der Kreisverband Ansbach/Weißenburg-Gunzenhausen zu den Vorwürfen? Damit konfrontiert, zeigte sich Kreissprecherin Xenia Münderlein durchaus verwundert. „Nein, da ist nichts dran”, sagte sie auf Nachfrage der Fränkischen Landeszeitung. Man habe weder Druck ausgeübt, noch habe man den Parteimitgliedern die sprichwörtliche Pistole auf die Brust gesetzt, machte sie deutlich.
Tatsächlich war nach ihren Worten zunächst wieder eine Zusammenarbeit mit der OLA für die Kommunalwahl in Ansbach angedacht, als man mit den Vorbereitungen für 2026 begonnen hat. Laut Münderlein hätte es nicht gereicht, eine eigene schlagkräftige Liste aufzustellen.
Doch dieser Umstand hat sich in den vergangenen Wochen und Monaten geändert. Münderlein spricht von vielen Neueintritten und den dadurch entstandenen Wunsch der Ansbacher Linken, doch eine eigene Stadtratsliste aufzustellen. Außerdem hätten die Mitglieder gewisse Bedenken geäußert, was eine mögliche Nähe der OLA zum Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) betrifft. Münderlein wiederholt: „Der Kreisverband hat keinen Druck aufgebaut.”