Thomas Deffner geht in seine zweite Amtszeit als OB: In der Stichwahl stimmten 8247 Ansbacherinnen und Ansbacher (60,6 Prozent) für den CSU-Mann. Beim Herausforderer Hans-Jürgen Eff machten 5357 Wählerinnen und Wähler (39,4 Prozent) ihr Kreuz.
Eine Stunde nach Schließung der Wahllokale stand der nie gefährdete Sieg des Amtsinhabers fest. Thomas Deffner holte allerdings etwas weniger Stimmen als vor sechs Jahren, als er mit 62,3 Prozent der Stimmen das Ansbacher Stadthaus eroberte. Für seinen Gegner Hans-Jürgen Eff ist das Ergebnis von fast 40 Prozent der Stimmen mehr als ein Achtungserfolg. Schließlich hatte er es vor zwei Wochen mit „nur” 14,3 Prozent der Stimmen in die Stichwahl geschafft. Eff ist es offenbar gelungen, mit einem kreativen Wahlkampf viele von sich zu überzeugen, die im ersten Wahlkampf noch ihr Kreuz bei einem/einer der anderen sechs Bewerberinnen und Bewerber gemacht hatten.
Die Wahlbeteiligung war mit 43,9 Prozent trotz des guten Wetters bescheiden. Zum Vergleich: Vor sechs Jahren, als die Ansbacherinnen und Ansbacher die amtierende Oberbürgermeisterin Carda Seidel (parteilos) abwählten, nahmen 57 Prozent der Wahlberechtigten an der Wahl teil. 2020 handelte es sich allerdings wegen der Corona-Pandemie um eine reine Briefwahl. So reichten Thomas Deffner diesmal knapp über 8200 Stimmen für den Erfolg. 2020 brauchte er über 11.400 Stimmen, um ins Stadthaus einzuziehen.
Die BAP-Stadträte um Bürgermeister Dr. Markus Bucka kamen zum Gratulieren ins Stadthaus. „Ich danke Euch für Eure Unterstützung”, sagte OB Deffner, schließlich hatte die BAP für die Stichwahl eine Empfehlung pro Deffner abgegeben.
Er sei mit dem Wahlergebnis sehr zufrieden, sagte Deffner. „Das waren herausfordernde sechs Jahre, in denen wir den Bürgerinnen und Bürgern viel abverlangen mussten”, spielte Deffner auf die Corona-Pandemie und den Ukraine-Krieg an. Und: „Es zahlt sich aus, wenn man im Wahlkampf nur das verspricht, was man dann auch personell und finanziell leisten kann.”
Für die Koalitionsverhandlungen und die Besetzung der Vertreterposten kündigte Deffner an, „so viele demokratische Kräfte wie möglich ins Boot zu holen”. In den Wochen bis zur konstituierenden Sitzung des Stadtrates im Mai will Deffner „breitgetragene Mehrheiten” schmieden.
Der unterlegene Hans-Jürgen Eff feierte dennoch mit seinem Wahlkampf-Team. Ein „Traumergebnis” habe er eingefahren, so Eff. „Ich war nur sechs Jahre im Stadtrat, war kein Bürgermeister und hatte keine große CSU im Rücken.” Dass ihn 40 Prozent gewählt haben, sieht er als „großen Auftrag, dass wir jetzt gemeinsam viel gestalten und schauen, dass was vorwärts geht”.
Der verabredete Foto-Termin im Stadthaus gemeinsam mit dem Amtsinhaber ging offenbar im Wahlkampf-Endspurt der „Ansbacher” unter. Deshalb gibt es kein Foto vom Kandidaten Eff.