Entspannt geht die Wählergruppe Land (WGL) in die Kommunalwahl 2026. Vorsitzender Georg Piott sprach in der Nominierungsversammlung von einer „starken Truppe”, die sich auf der Liste für den Stadtrat findet. Mit der ebenfalls nominierten parteilosen OB-Kandidatin Anja Schmidt-Wagemann soll das Miteinander wiederhergestellt werden.
Auf dem neuen WGL-Logo ist dieses Miteinander von Land und Stadt symbolisch so dargestellt: Ein Traktor zieht die Stadt, verbunden sind beide Komponenten mit einem Herz. Dieser Einklang, dass das eine ohne das andere nicht funktioniert, sei ihr wichtig, betonte Schmidt-Wagemann vor ihrer Nominierung. Hier werde sie ansetzen, um Zukunftsvisionen für die Dinkelsbühler Ortsteile zu entwickeln.
Das Interesse an der Aufstellungsversammlung der Wählergruppe Land war groß. 51 Stimmberechtigte hatten sich im Saal in der Sinbronner Gaststätte eingefunden. Vorsitzender Piott berichtete eingangs, dass die Liste mit acht Kandidatinnen und 16 Kandidaten zügig zusammengestellt worden sei. Mit dem Team „können wir einiges reißen”, war der WGL-Vorsitzende, Stadtrat und zweite Bürgermeister überzeugt. Darunter seien Vertreterinnen und Vertreter der ländlichen Ortsteile, „die sich auskennen”, war Piott überzeugt.
Die Themen, die die Kandidierenden bei ihrer Vorstellung in den Fokus rückten, reichten von der Sorge um die Gesundheitsversorgung bis zum zunehmenden Tourismus, der die Bedürfnisse der Menschen, die in Dinkelsbühl leben, in den Hintergrund rückt. Das Ergebnis der geheimen Wahl: Von 51 Wahlberechtigten stimmten 50 mit Ja, eine Person dagegen.
Vor der Nominierung Schmidt-Wagemanns – die WGL schickt die amtierende Fichtenauer Bürgermeisterin gemeinsam mit der Gruppierung Dinkelsbühl Gemeinsam Gestalten (DGG), Freien Wählern, Grünen und SPD in das Rennen um das Amt des Dinkelsbühler Oberbürgermeisters – legte Stadtrat Wilfried Lehr den WGL-Mitgliedern noch einmal die Gründe für diese Entscheidung dar.
Vorstand und Stadtratsfraktion hätten sich für diesen Weg entschieden, die Kandidatin vorschlagen, „aus Verantwortung und starkem Engagement für Dinkelsbühl”. Man blicke zwar „mit Respekt auf 22 Jahre mit Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer, „aber es ist Zeit für einen neuen Weg”, drückte Lehr die Überzeugung aus. Mit „Transparenz, Verlässlichkeit und Engagement” für die Menschen gelte es jetzt „visionär nach vorne” zu blicken.
Schmidt-Wagemann bringe „Erfahrung, Fachwissen und Herzblut” mit, so Lehr weiter. „Sie kann Brücken bauen.” Dass nun fünf Dinkelsbühler Gruppierungen gemeinsam die Kandidatin vorschlügen, sei ein „starkes Zeichen”.
Wilfried Lehr versicherte der Versammlung aber auch: „Die Wählergruppe Land bleibt inhaltlich unabhängig von den anderen. Die Abgrenzungen bleiben bestehen.” Die WGL unterstütze mit vier anderen Gruppierungen eine gemeinsame Kandidatin, das heiße aber nicht, „dass wir immer gleicher Meinung sind”. Er baue darauf, dass die WGL-Mitglieder diesen eingeschlagenen Weg „kritisch und offen” mitgehen.
Am Vorgehen des Vorstands, sich für Schmidt-Wagemann auszusprechen, ohne vorher die Mitglieder in einer nichtöffentlichen Aussprache zu dem Thema zu befragen, wurde in der Aufstellungsversammlung von WGL-Mitglied Martin Piott Kritik geübt. Dadurch sei „Vertrauen nach innen kaputtgegangen”, meinte er.
Schmidt -Wagemann griff diese Kritik auf. Es gehe im Stadtrat nicht darum, immer einer Meinung zu sein, es gehe darum, die Stadt in einem Miteinander weiterzuentwickeln. „Der Weg ist der richtige”, stellte sie klar. Mit 43 Ja-Stimmen, sechs Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen wurde Anja Schmidt-Wagemann als gemeinsame OB-Kandidatin schließlich nominiert.
Die WGL-Stadtratsliste in der gewählten Reihenfolge: Georg Piott, Wilfried Lehr, Heike Wikarek, Larissa Burggraf, Heinrich Piott, Andrej Bauer, Jochen Mahler, Claudia Ziegler, Florian Bernreuther, Karin Bartelmeß, Jens Ganzer, Sebastian Gewald, Klaus Forster, Andrea Maier, Ralf Wikarek, Karin Feeß, Martin Busch, Joachim Rathgeber, Marco Hillenmeier, Stefan Bögelein, Dieter Wegert, Felix Lechler, Hannelore Wegert und Ilona Klein.