Führungswechsel beim Ortsverband des Technischen Hilfswerks (THW) in Neustadt: Der bisherige Ortsbeauftragte Johannes Wagner gab den Staffelstab an seinen Stellvertreter Thomas Scherzer weiter. In dessen bisheriges Amt wurde Frank Sturm gewählt. „Es war jetzt Zeit für einen Generationenwechsel“, sagt Wagner.
Er und Scherzer seien ein gutes Team gewesen. „Es war eine schöne Zeit.“ Zehn Jahre lang standen sie gemeinsam an der Spitze des Ortsverbandes. In der Zeit sei viel für die Kameradschaft und den Zusammenhalt getan worden, betonen sie. Als neues Team wollen Scherzer und Sturm, die beide einstimmig und ohne Gegenkandidaten gewählt wurden, diese erfolgreiche Arbeit fortsetzen.
Wagner wird dem THW treu bleiben und weiter als aktives Mitglied fungieren. „Ich werde nun in der zweiten Reihe mitarbeiten.“ Der 63-Jährige ist bereits seit 40 Jahren ehrenamtlich aktiv.
Los ging es bei der Freiwilligen Feuerwehr, danach brachten ihn Freunde auf den Geschmack, beim THW anzuheuern. „Ich habe mich dort schnell wohlgefühlt.“ Bevor er zum Ortsbeauftragten gewählt wurde, fungierte er bereits als Stellvertreter. Sein Nachfolger Scherzer trat schon mit zehn Jahren in die Jugendgruppe des THW ein, blieb darin bis zum 18. Lebensjahr. Dann schloss sich der Wehrersatzdienst an.
Obwohl dieser und somit auch der Zivildienst ausgesetzt wurden, blieb er beim Technischen Hilfswerk. „Der Wegfall der Wehrpflicht war auch für das THW ein großer Schnitt“, erklärt Wagner. Statt zur Bundeswehr zu gehen, entschieden sich zuvor viele dafür, lieber Zivildienst zu leisten – auch beim THW. „Wir mussten uns umstellen, es ist kein Automatismus, dass sich Leute melden, um mehrere Jahre bei uns Dienst zu tun.“
Seit 2021 ist der 31-jährige Frank Sturm dabei. Die Katastrophe im Ahrtal hatte ihn bewogen, zum THW zu gehen. „So kann man seinen Beitrag im Katastrophenfall leisten.“ Die Gelegenheit dazu hatte er zuletzt beim Hochwassereinsatz in Manching.
Angefordert wird das THW, das im Bereich Zivil- und Katastrophenschutz sowie bei Schadensfällen größeren Ausmaßes alarmiert wird, bei großen Bränden, Unfällen, bei Hochwasser und bei Unglücken mit Gefahrgut. „In den vergangenen Jahren hatten wir viele große Einsätze“, resümiert Scherzer.
Da war das Hochwasser im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim, das Engagement im Ahrtal und im Juni dieses Jahres die Tage nach dem Starkregenereignis im Landkreis Pfaffenhofen. Gefordert waren sie auch bei der Schneekatastrophe, die 2019 im Süden der Republik große Schäden angerichtet hatte.
Auch in Corona-Zeiten war man aktiv, übernahm beispielsweise Notfalltransporte, fuhr Masken und Desinfektionsmittel dorthin, wo sie dringend benötigt wurden. Froh ist man, dass auch in dieser Zeit die THW'ler dem Ortsverband treu blieben. Die Ausstattung sei auf dem aktuellen Stand. Es gab erst jüngst ein neues Fahrzeug – angeschafft mit viel Eigenleistung und guter Vereinsarbeit. Auch ein kleiner Kompaktradlader für kleinere Einsätze wurde gekauft.
Viele Aktive sind um die 30 Jahre, stehen mit beiden Füßen im Leben, sagt Scherzer. Zuwachs gebe es auch in der Altersgruppe der 40- bis 50-Jährigen. „Sie alle haben sich bewusst für den Dienst im THW entschieden.“ Sie absolvierten die mehrmonatige Grundausbildung. Als aktive Organisation gilt es, an Übungen teilzunehmen, körperlich fit und gut mit dem Gerät vertraut zu sein.
Rund zwei Stunden die Woche müsse man einplanen, bei den Führungskräften ist es ein Vielfaches mehr. „Wir sind ein bunter Haufen, auch was die Berufe betrifft.“ Zwar stieg der Anteil der Frauen in der letzten Zeit auf zehn bis 15 Prozent, „er ist jedoch noch ausbaufähig.“ Erwachsene und Jugendliche sind als Neuzugänge jederzeit willkommen.
Als Herausforderung für das nächste Jahrzehnt nennt das neue Führungsduo das Platzproblem am derzeitigen Standort an der Robert-Bosch-Straße. „Wir suchen Möglichkeiten, um unser Material auszulagern.“ Notwendig sei dafür eine Halle oder eine Fläche. Hier sei man auf Mittel des Bundes angewiesen, somit hänge das Ganze auch von dessen Haushaltslage ab. Die rund 40 Aktiven sind jedoch für die Ernstfälle gerüstet. Froh ist man zudem, 20 Jugendliche und zehn Helferanwärter in den eigenen Reihen und somit einiges an Nachwuchs zu haben.