Einen Job, der Sinn stiftet. So einen hat Christopher Budras bei der Dr. Becker Kiliani-Klinik in Bad Windsheim gefunden. Seit Juli leitet der 30-Jährige das dortige PhysioGym.
Dabei handelt es sich um ein barrierefreies Therapiezentrum, das sowohl stationären als auch ambulanten Patienten Therapie- und Präventionskonzepte aus Physiotherapie, Sporttherapie, Ergotherapie, Logopädie und Physikalischer Therapie anbietet. Auch gesunde Menschen finden vielschichtige Angebote.
Christopher Budras, der ursprünglich aus Sachsen-Anhalt kommt, folgt damit auf Michael Badu, der im April als Klinikdirektor nach Wuppertal in die Dr.-Becker-Klinik-Juliana gewechselt war. Der 30-Jährige hat Sportmanagement in Jena studiert und zuletzt als Geschäftsführer beim Turnverein Memmingen gearbeitet.
Die Rehabilitation ist ein neues Gebiet für ihn. Was ihn an seiner neuen Stelle reizt? „Ich kann mehr Verantwortung übernehmen“, erklärt Christopher Budras, „im großen Rahmen mitentschieden und Ideen als Visionär auf strategischer Ebene weiterentwickeln und verwirklichen.“ Nachhaltige, sinnstiftende Arbeit sei ihm wichtig, sagt Budras. „Ich war immer jemand, der gern mit Menschen zusammengearbeitet hat.“
Auch im Sport: Seit rund 20 Jahren ist Christopher Budras in einer, wie er sagt, eher unbekannten Sportart aktiv, die allerdings langsam am Kommen sei: Floorball, eine Hallenvariante des Eishockeys. Zeitweise spielte er sogar in der Nationalmannschaft. Seit 15 Jahren ist er Übungsleiter, engagierte sich zudem als Vorstandsmitglied im Bayerischen Floorball Verband ehrenamtlich. Schwerpunktmäßig definiert sich der 30-Jährige nämlich unbedingt als Ballsportler. „Ich brauche mein Team um mich herum.“
Das Team im Bad Windsheimer PhysioGym wiederum sei „gigantisch“. Drei Frauen, die selbst seit über zehn Jahren im Unternehmen als Therapeutinnen arbeiten, hätten die Leitungsfunktion interimsmäßig übernommen. „Die wissen absolut Bescheid und unterstützen tatkräftig.“ Wert legt der 30-Jährige darauf, auf Augenhöhe miteinander zu arbeiten.
„Die Teamleiter und Mitarbeitenden haben die Expertise und das nutze ich auch“, sagt Christopher Budras. Seine eigentliche Aufgabe bestehe zwar darin, den Überblick über Personal und die wirtschaftlichen Zahlen zu behalten, um Synergieeffekte zu finden und Projekte anzustoßen. Dennoch hospitiere er regelmäßig in den einzelnen Bereichen. „Das ist mir wichtig, um die Leute kennenzulernen und mitzubekommen, wie die Grundstimmung ist.“ Etwas rumgekommen sei er bereits, wobei Christopher Budras das Hospitieren als Prozess sieht, an dem man stetig dranbleiben müsse.
Schon vier Wochen vor seinem eigentlichen Arbeitsbeginn in Bad Windsheim begann er damit, „einfach weil es mich brennend interessiert hat und ich diesen Informationsvorschub gern wollte. Nichts ist schlimmer als Unwissenheit“. Deshalb liege ihm viel an einer intensiven Einarbeitungsphase. „Ich bin kein Freund von Schnellschüssen“, erwidert der 30-Jährige auf die Frage, ob er schon Ideen für neue Projekte habe. Gerade sei er noch in der „Zeit des Aufsaugens an Informationen“. Aktuelle Projekte unterstütze er aber bereits mit seinem Wissen, sein unvoreingenommener Blick von außen sei eine Chance, Altbewährtes auf den Prüfstand zu stellen. „Und das gar nicht mal kritisch“, betont der 30-Jährige.
Dazu trägt unter anderem bei, dass auch die Stelle des Klinikdirektors in Bad Windsheim neu besetzt ist: Martin Vitzithum leitet nun die Geschicke und folgt damit Ursula Siebertz-Ohnesorge. Damit gebe es die doppelte Möglichkeit, manches neu zu beleuchten, so Christopher Budras.
Heutzutage durchaus herausfordernd: Die Erwartungen der Rehabilitanden seien in den vergangenen Jahren gewachsen. Jeder Mensch habe individuelle Vorstellungen von der Zeit danach. In Bad Windsheim stünden 280 Betten zur Verfügung. „280 maximal individuelle Wünsche wären natürlich extrem schwer umzusetzen“, sagt der Leiter. Mit solchen Entwicklungen müsse man sich als Klinik dennoch beschäftigen. Der Input von Patienten und Personal sei deshalb wichtig. „Die müssen gehört werden.“
Einen Mehrwert für die Menschen schaffen, das sei sein ganz persönliches zentrales Motiv. Erst in der Sportbranche und nun eben im Gesundheitsbereich. „Der ist noch viel wesentlicher.“ Zu sehen, wie Menschen Fortschritte in der Rehabilitation machen, Lebensqualität zurückbekommen, Ziele und Wünsche erreichen und wieder Teilhabe erlangen – egal, ob in ihrem Beruf oder ganz banal im Leben selbst. Man lerne die Menschen kennen, ihre Umstände und Schicksale. „Das ist extrem erfüllend.“