Neuendettelsau wird fahrradfreundliche Kommune | FLZ.de

foobarious
arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 09.10.2023 06:59

Neuendettelsau wird fahrradfreundliche Kommune

An verschiedenen Stellen in Neuendettelsau schauten sich die Bewertungskommission und Vertreter der Gemeinde im Ort um – unter anderem am Bahnhof. Sie begutachteten bereits umgesetzte Maßnahmen und erörterten Verbesserungsmöglichkeiten für den Radverkehr. (Foto: Angelika Hahn)
An verschiedenen Stellen in Neuendettelsau schauten sich die Bewertungskommission und Vertreter der Gemeinde im Ort um – unter anderem am Bahnhof. Sie begutachteten bereits umgesetzte Maßnahmen und erörterten Verbesserungsmöglichkeiten für den Radverkehr. (Foto: Angelika Hahn)
An verschiedenen Stellen in Neuendettelsau schauten sich die Bewertungskommission und Vertreter der Gemeinde im Ort um – unter anderem am Bahnhof. Sie begutachteten bereits umgesetzte Maßnahmen und erörterten Verbesserungsmöglichkeiten für den Radverkehr. (Foto: Angelika Hahn)

Die Anstrengungen der vergangenen Jahre haben sich gelohnt: Die Gemeinde Neuendettelsau hat die Hauptbereisung durch die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen (AGFK) in Bayern erfolgreich gemeistert. Damit steht einer Aufnahme der Kommune als vollwertiges Mitglied nichts mehr im Weg.

Aktuell gibt es allerdings nur eine Empfehlung eines Expertentrios, das sich in diesen Tagen in Neuendettelsau umgeschaut hat. Das Trio bestand aus Vertretern der AFGK, des bayerischen Ablegers des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) und des bayerischen Verkehrsministeriums. Die endgültige Entscheidung über die Aufnahme fällt Anfang 2024. Sie gilt nach der Empfehlung als Formsache. Damit wäre Neuendettelsau laut den Angaben der Verwaltung das erste vollwertige Mitglied im Landkreis Ansbach.

Viel Zeit und Kraft investiert

Bürgermeister Christoph Schmoll und Geschäftsleiter Stefan Grün sind nach eigenen Angaben sehr erfreut, dass die Hauptbereisung erfolgreich verlaufen ist. „Wir haben auch viel getan“, hält Grün fest. Nach all der Zeit und Kraft, die man für die Aufnahme in den Kreis der fahrradfreundlichen Kommune investiert habe, „wären wir auch äußerst enttäuscht gewesen, wenn es nicht geklappt hätte“, sagt Schmoll.

Seit 2019 ist die Gemeinde Teil der AFGK, sozusagen als Mitglied auf Probe. Damit haben es sich die Verantwortlichen zur Aufgabe gemacht, einen besonderen Blick auf den Radverkehr zu werfen, um dem Prädikat „fahrradfreundliche Kommune“ gerecht zu werden. Seitdem mussten verschiedene Handlungsempfehlungen umgesetzt werden, um die Aufnahme als vollwertiges Mitglied zu rechtfertigen. Beispiele sind ein Grundsatzbeschluss zur Radverkehrsförderung, Beschilderungen, Straßenmarkierungen für Radler und Abstellanlagen.

Expertentrio sehr zufrieden

Das alles sah sich das Expertentrio auch direkt vor Ort an, radelte mit Vertretern der Gemeinde und dem Aktionsbündnis Verkehrswende Neuendettelsau durch die Gemeinde. Bei der Fahrt habe man schon gemerkt, dass die Experten nicht viel zu bemängeln hatten, berichtete Bürgermeister Schmoll. Ein Kritikpunkt sei etwa die Tatsache gewesen, dass Gehwege für den Radverkehr freigegeben sind (Stichwort: Konfliktpotenzial mit den Fußgängern), so Schmoll weiter.

Das könnte Sie auch interessieren
19-Jähriger stürzt in Ansbach von Pedelec, weil er einem Hasen ausweichen wollteMotorräder unter der Lupe: Polizei nimmt Biker an der B25 in den BlickZwei Knochenbrüche nach Stürzen auf Radweg bei Leutershausen am gleichen TagMehr Staus auf Bayerns Straßen: A6 ist StauschwerpunktOhne Licht unterwegs: Stark alkoholisierte Fahrradfahrerin in Dinkelsbühl gestopptMitteilung statt Beschluss: Keine Abstimmung über Bauantrag für Roßmühlen-ProjektUnfall in Ansbach: Rund 10.000 Euro Schaden an geparktem Auto angerichtet„Fahrrad“ fährt 62 km/h: Polizei staunt bei Kontrolle in Neustadt/AischStopp in Weiltingen: Harley-Probefahrt endet mit Anzeige für Käufer und VerkäuferIn Wörnitz wird eine Brücke neu gebaut: Kreisstraße AN 5 ist ab Montag gesperrt„Lauter Geräuschpegel”: Polizei zieht manipulierten Pkw in Ansbach aus dem VerkehrStreit unter Fahrern eskaliert: Tierabwehrspray und Bedrohungen im Raum AnsbachUnfall auf der B13 bei Oberickelsheim: Fünf Personen verletzt, Auto brennt aus41-Jährige übersieht Radfahrer: Schüler in Neustadt/Aisch schwer verletztIn Langfurth verschwinden ständig Leitpfosten: Die Polizei steht vor einem Rätsel

Positive Reaktionen hat derweil das frisch erarbeitete Radverkehrskonzept hervorgerufen. In diesem sind insgesamt 144 Maßnahmenvorschläge enthalten, die zusammen etwa 13,7 Millionen Euro kosten. Etwa 5,7 Millionen Euro müsste die Gemeinde tragen, die restliche Summe entfällt auf das Staatliche Bauamt Ansbach und den Landkreis.

Anteil des Radverkehrs beträgt 19 Prozent

Die Ideen darin reichen laut Schmoll von zusätzlichen Abstellanlagen über eine Fahrradstraße bis hin zur Umgestaltung des Sternplatzes. Alles auf einmal wird freilich nicht umgesetzt, wie Schmoll ausführte. Dies gehe natürlich nur Stück für Stück.

Punkten konnte die Gemeinde mit dem Modal Split, also der Aufschlüsselung der Anteile der einzelnen Teilnehmer am Verkehr. Insgesamt beträgt der Anteil des Radverkehrs rund 19 Prozent, wie Grün erklärt. Schaut man nur auf den Verkehr innerhalb von Neuendettelsau, liegt man bei 28 Prozent. „Da kommen wir in Regionen von Erlangen.“


Florian Schwab
Florian Schwab
Redakteur
north