Neuendettelsau will die Integration von Geflüchteten verbessern | FLZ.de

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Veröffentlicht am 26.06.2024 11:00

Neuendettelsau will die Integration von Geflüchteten verbessern

Die Mitglieder des Sicheren Hafens unterstützen Geflüchtete bei der Integration in Neuendettelsau. Die Ehrenamtlichen leisten derzeit etwa 150 Wochenstunden für diesen Einsatz – und sind laut Bürgermeister Christoph Schmoll damit am Limit. (Archivfoto: Alexander Biernoth)
Die Mitglieder des Sicheren Hafens unterstützen Geflüchtete bei der Integration in Neuendettelsau. Die Ehrenamtlichen leisten derzeit etwa 150 Wochenstunden für diesen Einsatz – und sind laut Bürgermeister Christoph Schmoll damit am Limit. (Archivfoto: Alexander Biernoth)
Die Mitglieder des Sicheren Hafens unterstützen Geflüchtete bei der Integration in Neuendettelsau. Die Ehrenamtlichen leisten derzeit etwa 150 Wochenstunden für diesen Einsatz – und sind laut Bürgermeister Christoph Schmoll damit am Limit. (Archivfoto: Alexander Biernoth)

Schätzungen zufolge leben derzeit rund 300 Geflüchtete in der Gemeinde Neuendettelsau. Die Integration dieser Menschen stellt die Verantwortlichen vor eine Herausforderung. Damit dies besser gelingt, hat der Gemeinderat beschlossen, eine hauptamtliche Integrationskraft zu bezuschussen.

Die hohe Anzahl kommt laut Bürgermeister Christoph Schmoll unter anderem davon, dass der Landkreis Ansbach und die Regierung von Mittelfranken zahlreichen Immobilien für die Unterbringung anmieten. Demnächst werden der Regierung weitere 140 Plätze im Selma-Haffner-Haus zur Verfügung stehen. Aus verschiedenen Gründen, unter anderen Datenschutz, hat die Gemeinde keine genauen Zahlen, muss deshalb auf Schätzungen zurückgreifen.

Eigentlich nicht die Aufgabe der Kommune

Klar ist aber, dass es viele Menschen braucht, um die Geflüchteten gut zu integrieren. Klar ist ebenfalls, dass ein Mangel an hauptamtlichen Kräften für diese Aufgabe besteht. Zwar gibt es in Neuendettelsau den Unterstützerkreis Sicherer Hafen, ein Zusammenschluss ehrenamtlicher Helfer. Aber mit rund 150 Wochenstunden sei der Sichere Hafen am Limit, machte der Bürgermeister deutlich.

Im Rahmen eines runden Tisches wurden Möglichkeiten gesucht, wie man eine zusätzliche und hauptamtliche Kraft anstellen kann. Die in der Sitzung vorgestellte Lösung sieht vor, diese Kraft beim Diakonischen Werk Ansbach anzustellen. Das zusätzliche Personal muss freilich finanziert werden. Laut Schmoll gibt es eine Zusage der Itzel Stiftung, einen Personalkostenzuschuss in Höhe von 17.000 Euro jährlich zu zahlen. Eine Bedingung ist, dass sich die Gemeinde mit 50 Prozent der Kosten beteiligt. Weitere 3000 Euro kommen vom Landkreis Ansbach.

Das Geld reicht für 20 bis 25 Wochenstunden

Unter dem Strich muss die Gemeinde pro Jahr 21.000 Euro aufwenden, sodass insgesamt 41.000 Euro zur Verfügung stehen würden. Je nach Qualifikation reicht das für 20 bis 25 Wochenstunden, wie Schmoll berichtete. Alle Probleme werden dadurch aber auch nicht gelöst, wie er deutlich machte. Dafür bräuchte es größere Stundenkontingente.

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Grundsätzlich liege die Betreuung von Geflüchteten nicht im Bereich der Zuständigkeit einer Kommune, machte der Rathauschef klar. Das sei Aufgabe von höheren Stellen. Dennoch empfahl die Verwaltung, dieser Lösung eine Chance zu geben. „Mit der Kraft soll die Integration verbessert werden“, so Schmoll. Seine Hoffnung: Vielleicht gelingt es so, möglichen „Sprengstoff aus der Gemeinde herauszunehmen“.

Die Meinung im Gemeinderat war klar: Alle Fraktionen sprachen sich dafür aus, der Bezuschussung zuzustimmen, um „die Integration besser gelingen zu lassen“, wie es Georg Meier (Grüne) ausdrückte. „Wir müssen ein Signal setzen.“ Die Hoffnung der Gemeinderäte ist es, dass dadurch mögliche Probleme in der Zukunft vermieden werden können.

„Die Kapazitäten sind ausgereizt”

Gleichzeitig sehen die Gemeinderäte ihre Entscheidung auch als Zeichen an den Sicheren Hafen, der „in den vergangenen Jahren eine enorme Leistung erbracht hat“, sagte Marcus Schomber (CSU). Manfred Riedel, selbst Mitglied in dem Unterstützerkreis, machte aber auch deutlich, dass die Hilfe nötig ist. „Die Kapazitäten sind ausgereizt.“

Das Gremium sparte aber auch nicht an Kritik. Die Bezuschussung einer solchen Kraft sei nicht die Aufgabe einer Kommune, so die klare Haltung. „Wir können nicht immer den Geldbeutel aufmachen“, meinte Martin Leidel (Freie Wähler). Deutlicher wurde Christian Scheuerpflug (SPD): „Es ist beschämend, dass der Freistaat das nicht übernimmt.“


Florian Schwab
Florian Schwab
Redakteur
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