Wie auf der Brücke des Raumschiffs Enterprise soll es künftig im Einsatzleitraum der neuen integrierten Rettungsleitstelle aussehen, die gerade im Ansbacher Stadtteil Brodswinden entsteht. Zum symbolischen ersten Spatenstich kamen am Dienstag rund 60 Gäste auf die Baustelle.
Das Kommando wird nach der Fertigstellung, die im zweiten Halbjahr 2025 geplant ist, allerdings nicht Captain Kirk haben, sondern weiterhin der bisherige Leiter Dominik Wenninger, der beim Spatenstich den Spitznamen „Captain Wenninger“ verpasst bekam.
Träger des Projekts, das nach jetzigem Stand ungefähr 33 Millionen Euro kosten wird, ist der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung, in dem sich die Stadt und der Landkreis Ansbach sowie der Landkreis Neustadt-Aisch/Bad Windsheim zusammengeschlossen haben.
Als „Schnittstelle zwischen Problem und Lösung“ bezeichnete der Verbandsvorsitzende, der Ansbacher Landrat Dr. Jürgen Ludwig, die Leitstelle. Wer dort unter der Nummer 112 anrufe, müsse sicher sein, „dass jemand abhebt und geholfen wird“. Die Leitstelle ist an allen Tagen des Jahres rund um die Uhr besetzt. Sie ist für ein 3400 Quadratkilometer großes Gebiet verantwortlich, in dem etwa 330.000 Menschen leben.
Im Juni 2020 beschloss der Zweckverband, eine neue Leitstelle zu bauen. Die Anforderungen sind hoch, weil es sich um einen Teil der kritischen Infrastruktur handelt. Der Neubau war nach Ludwigs Worten notwendig geworden, weil die Verhältnisse am bisherigen Standort neben der Feuerwache in der Eyber Straße in Ansbach beengt waren. Dazu kommt, dass sich dort der erforderliche Austausch der technischen Ausstattung als unmöglich erwies. Zudem steigt die Zahl der Einsätze.
Die Nutzfläche wächst von 350 Quadratmetern am alten Standort auf 3200 Quadratmeter, die Zahl der Einsatzleitplätze wird von sechs auf neun erhöht, mit der Option, auf elf Plätze aufzustocken. Dazu kommt jeweils ein Sondereinsatzleitplatz. Auch die bisher im Ansbacher Landratsamt untergebrachte Geschäftsstelle wird in den Neubau in Brodswinden einziehen, der für eine künftige Erweiterung vorbereitet ist. Der Standort, so Ludwig, sei mit Hilfe eines umfangreichen Kriterienkatalogs aus 30 Vorschlägen ausgewählt worden.
Der technische Teil der Leitstelle wird vom Freistaat Bayern gefördert. Landtagsabgeordneter Andreas Schalk (CSU), der auch im Namen seines ebenfalls anwesenden Kollegen Martin Stümpfig (Grüne) sprach, nannte das Projekt eine „gigantische Investition“, die aber wichtig sei, um Menschen in „Situationen der höchsten Not“ zu helfen.
Architektin Ann-Kristin Kahm stellte das dreigeschossige Gebäude aus baulicher Sicht vor. Besonders habe man auf die Aspekte Redundanz, Sicherheit und Nachhaltigkeit geachtet, meinte sie. Der Einsatzleitraum befindet sich im ersten Stock direkt über den Serverräumen im Erdgeschoss-Sockel des Gebäudes. Von einem Schulungsraum aus können Besucher über ein Fenster einen Einblick in das Geschehen in der Leitstelle nehmen, ohne die Arbeit zu stören. Für die hölzerne Fassade im oberen Bereich werde heimische Lärche verwendet.