Die Pandemie hat auch die Teichgenossenschaft Neustadt/Aisch-Bad Windsheim eine Zeit lang ausgebremst. In der ersten Mitgliederversammlung nach mehr als drei Jahren gab es vor allem personell einiges aufzuarbeiten. Die organisierten Fischzüchter haben jetzt eine neue Geschäftsführung.
Ganz alleine will Norbert Reckenberger die Aufgabe nicht angehen. Bevor er sich als Geschäftsführer zur Verfügung stellte, ließ er sich Unterstützung und bei Bedarf eine Vertretung zusichern. Die bekommt der Schornweisacher in Gestalt von Wilfried Heller-Brehm aus Gerhardshofen zur Seite gestellt.
In den vergangenen Jahren hangelte sich die Geschäftsleitung nämlich mit einer Notlösung durch. Katrin Uano, die einst als „Karpfenkönigin“ für die Zunft die Werbetrommel gerührt hatte, übernahm im Januar 2019 die Geschäftsführung. So stand es zumindest im Protokoll. Aber aus beruflichen Gründen hatte es die Neustädterin dann zwischenzeitlich nach Oberbayern verschlagen und es wurde zunehmend aufwendig für sie, Termine in Mittelfranken wahrzunehmen. Also ließ sich ihr Vorgänger Thomas Müller-Braun noch einmal breitschlagen. Als „Ehrengeschäftsführer“ (denn eine Legitimation wollte er schon haben) sprang er für eine Übergangszeit ein – bis zur Versammlung am Donnerstagabend in Birnbaum eben.
Die erste „Amtshandlung“ seines Nachfolgers Norbert Reckenberger war es, Müller-Braun zum – nun wirklich vollzogenen Abschied – einen Präsentkorb zu überreichen. Der Baudenbacher war jahrzehntelang das Gesicht und das Sprachrohr der Teichgenossenschaft. Lob und Dank dafür bekam er unter anderem von Landrat Helmut Weiß zu hören, der sozusagen qua Amt den Vorsitz in der Teichgenossenschaft innehat.
Eine Konstellation, die nicht überall gängig sei, sich im hiesigen Landkreis aber sehr bewährt habe, wie es hieß. Auch Weiß stand wieder zur Wahl und wurde erwartungsgemäß im Amt bestätigt. Ihm zur Seite stehen sieben weitere Vorstandsmitglieder. Jedes von ihnen repräsentiert eine der sieben Weihergemeinschaften, aus denen sich die Genossenschaft 1974 gegründet hat, wie Thomas Müller-Braun die Versammelten wissen ließ.
Gewählt wurden demnach Meinhard Fries (Birnbaum), Paul Wehr (Markt Erlbach), Karlheinz Kern (Neustadt), Lukas Jakob (Rohensaas), Fritz Bauer (Schwarzenberger Land), Lena Stang (Emskirchen) und Katrin Uano, die den 194 organisierten Teichwirten somit weiterhin in einer Funktion erhalten bleibt.
Die Karpfenzüchter machten sich an diesem Abend darüber hinaus bereits Gedanken zum Jubiläumsfest anlässlich ihres 50-jährigen Bestehens, das 2024 ansteht. Eine Arbeitsgruppe, zusammengesetzt aus Vorstandschaft und weiteren interessierten Mitstreitern, kümmert sich um ein Konzept. Darüber hinaus will man sich für die Festivitäten um Fördergelder aus dem Europäischen Fischereifonds bemühen.