Zwei Gemeinden, die den gleichen Namen tragen, feiern dieser Tage ein Jubiläum: Seit 25 Jahren besteht die Partnerschaft zwischen Ergersheim in Franken und Ergersheim im französischen Elsass.
Ein Pastor – Name unbekannt – aus Franken war einst mit seinen Konfirmanden über die Kehler Brücke nach Frankreich gereist, um für einige Stunden zu leben wie „Gott in Frankreich“. Lange ist es her. Belegt ist die Fahrt mit einem Foto der Konfirmanden des Jahrgangs 1968. Es zeigt Ergersheimer aus dem Frankenland, die sich vor dem Ortsschild von Ergersheim, jenseits des Rheins, für ein Erinnerungsfoto positioniert hatten.
Eine Aufnahme, die Folgen haben sollte und heute von vielen als der Grundpfeiler einer Partnerschaft gesehen wird, die seit Jahrzehnten beständig wächst und die im Jahr 2000 mit der Verschwisterung der beiden befreundeten Gemeinden ihren Höhepunkt erlebte. Das vor 25 Jahren Besiegelte hat sich zu einer lebendigen Verbindung entwickelt, die am Wochenende in Franken gebührend gefeiert wurde. Dem Eintreffen der Gäste aus Frankreich, schlossen sich eine Betriebsführung bei der Firma Mekra Lang sowie ein gemütliches Beisammensein im Ergersheimer Gemeindezentrum an.
Ein Festabend am Samstag in der Werkskantine des Unternehmens bildete den Höhepunkt der Festlichkeiten. Der Abend war dabei geprägt von Erinnerungen und einem emotionalen Rückblick. Altbürgermeister Gerhard Wunderlich erinnerte daran, wie schwierig es war, mit den Elsässern in Kontakt zu treten. Letztendlich waren es die Fußballer beider Kommunen, die das Boot im September 1977, mit einer freundschaftlichen Begegnung auf französischem Boden, ins rechte Fahrwasser schoben.
Zwei Jahre später gastierte die Blaskapelle im Elsass und hinterließ mit einer perfekten Darbietung der Marseillaise, der französischen Nationalhymne, einen bleibenden Eindruck. Kurz vor der Jahrtausendwende entwickelte sich der Wein zu einem weiteren, bis heute äußerst geschätzten Bindeglied zwischen den Elsässern und den Franken.
Seit der Besiegelung der Partnerschaft am 29. April 2000, stehen regelmäßig Besuche auf der von zahlreichen Highlights berichtenden Agenda, die Bürgermeister Dieter Springmann Revue passieren ließ. In Erinnerung blieben – nebst anderen Ereignissen – gemeinsame Fahrten nach Paris und zum Schloss Neuschwanstein, ein turbulentes Brühtrog-Rennen am Ermetzhöfer Weiher, ein Besuch im Burgund sowie die Besichtigung mancher Sehenswürdigkeit des Frankenlandes.
Marianne Wehr, Bürgermeisterin der Kommune am Bruche-Kanal, beschreibt die Einzigartigkeit der Partnerschaft zwischen den beiden Gemeinden als eine Freundschaft, die von Herzen kommt, die vom Engagement ihrer Bürger lebt und Völker, „die sich oft alles andere als grün waren“, im Sinne des Geistes von Europa miteinander verbindet.
Für die musikalische Umrahmung sorgte an diesem Abend das Straßburger „Orchestre d’Harmonie Hipso Facto“ unter der Leitung von Cedric Fleckensteiner.