Die Amtszeit von Kreisbrandrat (KBR) Alfred Tilz endet zum 31. Mai 2026. Deshalb soll in der Kommandantendienstversammlung am 21. März ein Nachfolger gewählt werden. Landrat Dr. Christian von Dobschütz hat nun zwei Kandidaten vorgeschlagen.
Tilz hatte das Amt am 30. November 2005 wegen des Todes des seinerzeit amtierenden KBR Franz Hufnagel zunächst kommissarisch und ab dem 18. März 2006 nach einer Wahl endgültig übernommen, heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamtes. Danach wurde er mehrfach bestätigt. Für eine weitere Amtszeit steht Tilz nun aber nicht mehr zur Verfügung. Eigentlich sollte Florian Sacher aus Diespeck seine Nachfolge antreten – er war sogar schon vorgeschlagen worden, musste dann aber aus gesundheitlichen Gründen absagen.
Das hatte erst einmal alles wieder auf Anfang gestellt, zumal Sacher auch seinen Kreisbrandinspektor-Posten abgegeben hatte. Dieser ist mittlerweile mit dem bisherigen Kommandanten der Neustädter Feuerwehr, Florian Brandt, neu besetzt. Doch wer wird neuer Kreisbrandrat?
Das Bayerische Feuerwehrgesetz sieht vor, dass die zur Wahl gestellten Kandidaten durch den Landrat vorgeschlagen werden. Die KBR-Wahl selbst wird geheim vorgenommen, die Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehren und die Leiter der Werkfeuerwehren sind wahlberechtigt, im Landkreis sind das laut Landratsamt 172 Personen. Die Amtszeit des Kreisbrandrats beträgt sechs Jahre.
Von Dobschütz hat nun die Personen bekanntgegeben, die ihr Interesse bekundet haben und nach aktuellem Stand für die Wahl vorgeschlagen werden. „Dies sind: Florian Brandt, Kreisbrandinspektor, Neustadt, und Markus Stenglein, Kreisbrandmeister, Wilhelmsdorf.”
„Das Amt des Kreisbrandrats ist ein äußerst wichtiges für das Feuerwehrwesen in unserem Landkreis, mit 170 Freiwilligen Feuerwehren, zwei Werkfeuerwehren und einer Betriebsfeuerwehr und knapp über 5800 aktiven Feuerwehrkräften”, betont der Landrat. „Die Aufgaben sind facettenreich und werden ein hohes persönliches Engagement einfordern.” Schon jetzt dankt er den Kandidaten, „die hier bereit sind, sich stark ehrenamtlich für das Gemeinwohl einzubringen und zukünftig Verantwortung für die Sicherheit unserer Bevölkerung zu übernehmen”. Am 21. März entscheidet sich dann, wie der Kreisbrandrat ab dem 1. Juni heißen wird.
Als das Landratsamt das entsprechende Schreiben am 16. Januar erstmals in die Feuerwehr-Reihen verschickt hatte, waren noch drei Kandidaten auf der Liste gestanden. Entsprechende Informationen unserer Redaktion bestätigt Landratsamtssprecher Bastian Kallert auf Nachfrage. Demnach hatte auch der Bad Windsheimer Kommandant Matthias Helm ursprünglich seinen Hut in den Ring werfen wollen. Nur wenige Stunden, nachdem die Nachricht versandt worden war, zog er seine Kandidatur allerdings schon wieder zurück.
Wie Kallert erklärt, habe Helm diesen Schritt in einem Schreiben ausführlich begründet. Demnach habe er die verbleibenden Kandidaten und die Wahl an sich unterstützen wollen – „im Sinne der Sache”, so der Landratsamtssprecher. „Wir wollen gemeinsam etwas bewegen”, hatte Helm geschrieben. Bei drei Kandidaten fürchtete er eine gewisse Lagerbildung, die womöglich für Unruhe hätte sorgen können. Deshalb habe er für sich entschieden, in die zweite Reihe zu gehen „und anderweitig nach Kräften zu unterstützen”. Entsprechend kommt es bei der Wahl am 21. März nur zu einem Zweikampf – zumindest nach aktuellem Stand.